Lothars Reiseberichte

Rundreise Neuseeland 2018

Südinsel

[Tag 1] Ankunft in Auckland Regen Orkan Orkan Orkan 8 °C

Der Airbus A350 der China Airlines setzt uns nach 24 Stunden Flugzeit von Frankfurt via Taipeh am 10. April 2018 gegen 18 Uhr in Auckland ab. Dicke Wolken empfangen uns bei der Landung. Natürlich dockt die Maschine wieder am hintersten Gate des Terminals an. Fast 20 Minuten sind wir unterwegs, bevor wir in der Emigration Area ankommen. Beim letzten Mal hatten wir ja das Pech, dass Hunderte Einreisende von einem A380 aus Dubai vor uns in der Schlange standen. Wir nahmen die Beine in die Hand, damit wir vor den anderen 300 Menschen aus unserer eigenen Maschine bei der Passkontrolle ankommen.

Die Überraschung ist groß. Nur eine Handvoll Leute stehen in einer kurzen Warteschlange vor uns. Nach 5 Minuten sind wir drin und erreichen das Kofferband. Unserer Koffer sind auch die Ersten, die auftauchen. Somit sind wir auch die Ersten bei der Koffer-Röntgen-Anlage an, wo sich die Beamten mit den niedlichen schnüffelnden Hunden unvorbereitet und völlig überrascht von unserer Ankunft sehen. Da wir keinerlei organische Lebensmittel mit uns führen, stehen wir Minuten später auf dem Bussteig Lane 2, an dem der Yellow Bus halten sollte, der Hotel Shuttle, der das Kiwi Airport Motel anfährt. Der Bussteig ist gegenüber des Ausgangs Nr. 8.

Draußen empfängt uns ein von Sturm gepeitschter Regen. Etwas überrascht von dem ungemütlichen Wetter stehen wir uns jetzt aber die Beine in den Bauch. Eigentlich sollte der Hotel Shuttle alle 30 Minuten fahren. Die so schön eingesparte Einreisezeit rann dahin und die Regentropfen an unseren Jacken hinab. Alle möglichen Shuttle tauchen auf und fahren wieder weg, nur der Yellow Bus ist nicht dabei. Nach einer drei viertel Stunde nehmen wir uns ein Taxi.

Der Taxifahrer kennt unser Motel nicht und hat Mühe, die Adresse, die ich ihm nannte, zu finden. Die Fahrt dauert ewig, es ist aber auch überall starker Verkehr. Das Auckland Airport Kiwi Motel soll angeblich 3,5 Sterne haben. Ich habe keine Ahnung, wie sie dazu gekommen sind. Das Motel besteht aus mehreren Gebäuden. Der Weg zu unserem Gebäude war anfangs zwar ausgeschildert, doch im Dunkeln, bei heftigem Sturm und Regen, stehen wir plötzlich vor einer unüberwindbaren Hecke. Wir müssen mit unseren Koffern wieder zurück bis zu dem letzten Wegweiser. Über eine vom Regen durchnässte Wiese laufen wir weiter, bis wir den nächsten Wegweiser finden. Nachdem wir dann endlich durchnässt in unser Zimmer eintraten, stehen wir in einem ältlichen Apartment. Gut, das Motel in Flughafennähe war billig im Vergleich zur Konkurrenz. Bis morgen früh um 6 Uhr sollte es reichen. Der Orkan draußen wurde immer schlimmer und pfiff immer stärker werdend durch alle geschlossenen Fenster- und Türenritzen. Davon gab es viele. Das Badezimmerfenster ließ sich nicht schließen. Deshalb nächtigten an der Decke und den Wänden auch eine große Mückenschar. Wir verkrochen uns in die durchgelegenen Betten, denn draußen hört es sich an, als ob die Welt unterginge.
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[Tag 2] Ankunft in Christchurch Regen Sturm wolkig 10 °C

Der Yellow Bus, also der Hotelshuttle, der uns zum Domestic Terminal bringen sollte, kommt pünktlich um 6 Uhr morgens und ist schon ziemlich voll. Auf dem Weg zum Airport steigen immer mehr Leute aus anderen Hotels hinzu. Brechend voll schleicht er fast im Schritttempo in der beginnenden rush hour zum Domestic Terminal. Im Terminal ist schon so früh am Morgen der Teufel los. Gestern Abend sind wohl wegen des heftigen Orkans viele nationalen Flüge ausgefallen. Die Wartezonen an den Gates sind überfüllt. Wir hatten bei JetStar den Flug nach Christchurch gebucht und haben Glück, dass die Maschine einigermaßen pünktlich abfliegt. Andere Flüge haben schon am frühen Morgen große Verspätungen oder fielen aus, weil die Maschinen noch auf anderen Flughäfen stehen.

Die gesamte Nordinsel war noch wolkenverhangen. Erst mit dem Erreichen der Meerenge zwischen beiden Inseln reißt der Himmel hin und wieder auf und beschert uns beim Überflug der Cook Strait nach Christchurch einen ganz guten Blick auf die Marlborough Sounds. Als wir wenig später die Ausläufer der Southern Alps überqueren, registrieren wir zu unserem Entsetzen Schnee auf den Berggipfeln. Für diese Jahreszeit ist das am Beginn der Südalpen eher ungewöhnlich.

Wir landen pünktlich in Christchurch und freuen uns schon auf ein zügiges Weiterkommen. Doch anstatt anzudocken, bleibt die Maschine auf dem Rollfeld stehen und rührt sich fast eine halbe Stunde nicht mehr. Als Unterhaltungsprogramm können wir aus dem Fenster zusehen, wie sich heftige Graupelschauer mit Sonnenschein abwechseln. Der Sturm der vergangenen Nacht hatte einige Gates zerstört, so an diesem Morgen nicht ausreichend funktionsfähige Gates für neu ankommende Flugzeuge vorhanden waren.
Auch im Flughafen herrscht das Chaos wegen der vielen gecancelten Flüge gestern. Nach einer guten Stunde können wir endlich das Terminal verlassen. Einer unserer Koffer lag wohl oben auf dem Gepäckwagen und war total nass. Später sollte sich herausstellen, dass sogar die Kleidung durchgeweicht war, so heftig waren die Regen und Graupelschauer. Mit Verspätung kamen wir deshalb zur Station des Wohnmobil Vermieters. Unser vorgemerkter Termin war jedoch verstrichen, sodass wir fast eine Stunde warten mussten. Aber auch bei der Wohnmobilübergabe bekommen wir kostenlose Duschen in Form von heftigen Schauern. Wer sich für die Wohnmobileinzelheiten interessiert, kann das auf meiner Campervan-Seite nachlesen.

Alle Verspätungen zusammengenommen haben uns aber nicht weiter gestört. Schließlich planen wir unsere Ankunft immer so, dass wir nach der Wohnmobilanmietung den nächsten Supermarkt ansteuern, um unsere Vorräte anzulegen. Den Campingplatz in Christchurch buchen wir immer vor, damit wir sicher einen Platz bekommen. Der Kiwi Platz an der Blenheim Road ist tatsächlich ausgebucht. Es sollte sich auch im weiteren Verlauf unserer Reise zeigen, dass in diesem Jahr 2018 noch unheimlich viele mit ihren Campern unterwegs sind. Den Rest des Tages verbringen wir mit Auspacken, sich einrichten, mal kurz herumschauen, Abendessen und endlich mal so richtig ausschlafen.
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[Tag 3] Christchurch wolkig 12 °C

Für den heutigen Tag steht Christchurch auf dem Programm. Die Unwetter der letzten Tage haben sich verzogen. Das Wohnmobil bleibt im Holiday Park stehen, denn aus Erfahrung wissen wir, dass es für große Wohnmobile nicht viel Parkraum in der City gibt. Außerdem liegt die Haltestelle der Buslinie 80 direkt vor dem Holidaypark an der Blenheim Road. Für 4$ pro Person lassen wir uns in die City fahren, um mal zu sehen, was aus Christchurch nach unseren letzten Besuchen geworden ist. Der Bus fährt die neue Central Station an, die mitten im Zentrum der Stadt liegt. Die Station ist guter Ausgangspunkt für alle Besichtigungen. Wer sich für Christchurch interessiert kann das auf meiner Christchurch-Webseite nachlesen.
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[Tag 4] Christchurch - Dunedin sonnig 12 °C

An verschiedenen Stellen meiner Reiseberichte empfehle ich ja Akaroa, wenn man Christchurch nach Süden verlässt. Diese Meinung vertrete ich auch weiterhin. Nur, wir waren jetzt schon zwei Mal dort und deshalb ließen wir den hübschen kleinen Ort mit seiner wahnsinnig schönen Umgebung links liegen. Wer an dieser Stelle trotzdem gerne die Tour machen möchte, kann an dieser Stelle meinen Reisebericht Akaroa lesen.

Unser ursprünglicher Plan sah vor, heute an die Lakes Tekapo und Pukaki in den Southern Alps zu fahren, und anschließend weiter nach Te Anau in die Fjordlands. Doch der Wetterbericht sagte für heute und morgen heftigen Regen an den Lakes vorher und für Te Anau sogar für die kommenden 5 Tage. Deshalb haben wir, nicht das letzte Mal wegen des Wetters, unsere Reiseplanung über den Haufen geworfen. Wir nehmen stattdessen Kurs auf Dunedin, denn dort sollte es heute aufklaren und morgen schön sein. Anschließend sollte das Wetter an den Lakes wieder besser werden.
Die Fahrt nach Dunedin mit 360 Km an diesem Tag sieht zwar eher nach Flucht aus, als nach einer gemütlichen Tour; aber Sightseeing im Regen, das wollten wir vermeiden. Auf dem Weg nach Dunedin auf dem State Highway (SH 1) liegen einige wenige Sehenswürdigkeiten. Oamaru zum Beispiel wartet mit einer sehr schönen und historischen Innenstadt auf.

Man könnte auch zum Oamaru Lookout Point hinauffahren. Vo dort oben hat man bei gutem Wetter eine schöne Rundumsicht auf die an einer weit geschwungenen Bucht liegenden Stadt. Nach Westen hin grüßen die in der Ferne liegenden schneebedeckten Gipfel der Alpen.
Wer gerne Pinguine besichtigen möchte, kann das bei Sonnenuntergang in der Oamaru Blue Penguin Colony oder der Yellow eyed penguin colony gegen entsprechendes Eintrittsgeld tun.

Im weiteren Verlauf auf dem SH 1 erreicht man Moeraki als ein lohnenswertes Ziel, ca. 75 Km vor Dunedin. Zum einen findet man dort die Moeraki Boulders, die Yellow-eyed penguin colony und das Katiki Point Lighthouse am Ende der Moeraki Road.

Schilder an der Straße weisen auf einen Parkplatz mit Restaurant hin. Von dort aus führen Treppen zu Strand hinunter. Trockenen Fußes erreicht man die Felsen nur bei Ebbe. Das Glück mit der Ebbe hatten wir vor 10 Jahren. Damals konnten wir die seltsamen kugelrunden Steine mit ca. 4 m Durchmesser besichtigen und anfassen, die wie überdimensionale Kanonenkugeln aussehen.

Über die Herkunft dieser Steinkugeln wird immer noch gerätselt. Diesmal war Flut, da versinken die Steine im Pazifik. Einige Unentwegte schlichen sich an der Strandböschung entlang und wurden oft von den starken Wellen erwischt Macht einfach keinen Sinn bei Flut.

Die anderen beiden Highlights heben wir uns für das nächste Mal auf und übernachten nicht auf dem Kiwi Campingplatz im nahen Hampden sondern fahren bis Dunedin. Wir hatten halt immer das Wetter im Auge. Die recht flache Landschaft zwischen Christchurch und Oamaru wird hügeliger, dann richtig bergig. Je näher man Dunedin kommt, ähnelt sie der englischen Landschaft des Cornwalls. Der SH 1 führt in steiler kurviger Fahrt hinab in die Stadt. Der Verkehr hier ist hektischer als man denkt. Wir übernachteten im Aaron Lodge TOP 10 Holiday Park.
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[Tag 4] Dunedin - Twizelsonnig 12 °C

Das Wetter spielt dieses Jahr verrückt. Die Weiterfahrt nach Te Anau bzw. zum Milford Sound können wir knicken. Die unwetterartigen Regenfälle an der Westküste sollen lt. mehrerer Wetterplattformen vorläufig noch anhalten, während an der Ostküste für die nächsten Tage Sonne mit Wolken vorhergesagt wird. An den Alpenseen Lake Pukaki und Tekapo soll zumindest für heute und morgen Sonnenschein und warmes Wetter vorherrschen. Gerne wären wir nach Te Anau aufgebrochen. Wer sich für unsere sonnige Tour nach Te Anau und den Milford Sound interessiert, kann das in meinem Reisebericht 2008 nachlesen. Unsere Regen- und Nebelvariante ist dann in meinem Reisebericht 2012 beschrieben, die Tour zu Doubtful Sound an dieser Stelle und die Weiterfahrt nach Invercargill und Steward Island findet man in dem Reisebericht Catlins, Steward Island, Doubtful Sound.

Aber zurück zu unserem Tagesbeginn in Dunedin. Am frühen Morgen ist unser erstes Ziel der Chinese Garden in der Stadt. Wir waren viel zu früh und mussten bis zur Öffnung um 10 Uhr warten. Der Eintritt kostet ein paar Dollar, die sich unserer Meinung nach aber lohnen. Der Garten wurde nach traditionellen chinesischen Landschaftsvorlagen mit chinesischen Pflanzen und Steinen sowie Pergolen gebaut. Er ist eine schöne Ruhe Oase mitten in der Stadt. Kinder werden ihn eventuell als langweilig empfinden. Kostenlose Parkplätze sind vor dem Garten vorhanden.

In Dunedin wähnt man sich in einer schottischen Stadt. Es geht hektisch zu, besonders zur rush hour. Das Zentrum, rund um den achteckigen zentralen Platz The Octagon machte auf uns einen schweren, beengenden Eindruck. Das grau-weiße Gebäude des Bahnhofs mit dem roten Dach hebt sich von den anderen grauen Gebäuden in der Stadt ab. Innen ist der Fußboden ein Kunstwerk aus kleinen Mosaiksteinchen, mit denen u. a. Lokomotiven gelegt sind. Überhaupt fühlt man sich zurückversetzt in die Zeit um 1910 herum. Ein wunderschöner nostalgischer Bahnhof, in dem kaum Leute zu sehen sind. Die sitzen nach Feierabend alle in den Pubs, die ihre Tische und Stühle draußen auf den Bürgersteigen stehen haben.

Bekannt geworden ist Dunedin sicherlich auch durch die Baldwin Street, die mit 38 % wohl steilste Wohnstraße der Welt. Mit unserem schweren Wohnmobil habe ich mich nicht getraut, hinauf zu fahren.

Als wir 2008 das erste Mal versuchten mit dem Wohnmobil auf den Signal Hill Lookout zu fahren, hatte mich der Mut verlassen, den steilen, bisweilen engen Anstieg in Angriff zu nehmen. Als wir uns nämlich auf der schmalen, immer steiler werdenden Wohnstraße im 1. Gang hinauf quälten, bekamen wir Panik, dass unser großes Wohnmobil irgendwann stecken bleibt und wir nicht mehr zurückkommen. An einer Kreuzung gaben wir auf und wendeten.
Im April 2018 und mit gut 20.000 Km Neuseelanderfahrung mit großen Wohnmobilen und einem Automatikgetriebe war das keine große Anforderung mehr. Gut, auf der zwischendurch immer mal wieder nur einspurigen Signal Hill Road nach oben war ich schon froh, dass mir keiner entgegen kam. Und runter musste ich schließlich auch wieder.

Mit unserem Wohnmobil fanden wir am späten Vormittag reichlich Parkraum. Nach wenigen Schritten erreichten wir die Aussichtsplattform. Wir werden belohnt mit einem weiten Panoramablick. Unter uns liegt der Otago Harbour, der die Halbinsel Otago vom Festland trennt. Die Otago Halbinsel selbst geht in die Stadt Dunedin über, die sich vom Wasser aus gesehen bis hinauf in die umgrenzenden Berge zieht. Wer Zeit mitbringt und sportlich ist, kann natürlich auch zu Fuß hier herauflaufen.

Die Otago Halbinsel besuchen wir diesmal nicht, wer sich dafür interessiert, kann das in einem meiner anderen Reiseberichte im Kapitel Otago Halbinsel nachlesen.

Im Frühjahr oder im Sommer mag man auch in den botanischen Garten gehen. Wie in Neuseeland üblich, sind die Gärten sowie die Parkplätze kostenfrei. Aber, wie immer auch üblich in Neuseeland, gibt es nirgendwo ausgewiesene Parklätze für Wohnmobile. So muss man halt sehen, wo man bleibt. Aber dafür grünt, blüht und duftet es angenehm beim Durchschlendern des wunderschönen Parks. Bei einem Regenschauer kann man sich ins Tropenhaus flüchten.

Am frühen Nachmittag starten wir bei Sonnenschein die etwas unfreiwillige Weiterreise nach Twizel. Die Fahrt führt auf dem SH 1 zurück bis Oamaru, dann weiter auf dem fast verkehrsfreien SH 83 unspektakulär nach Twizel. Man sollte in Oamaru auf die Tankfüllung achten, denn im weiteren Verlauf sind Tankstellen dünn gesäht. Ungefähr ab Omarama grüßen die schneebedeckten Berge der Southern Alps, was für die Jahreszeit im April eher ungewöhnlich ist. Wir übernachten im schön gelegenen Twizel Holiday Park. Die Leute hier sind sehr nett, der Park ist sauber, und wenn es dunkel ist, dann ist es so dunkel, dass man die Milchstraße mit bloßem Auge sehen kann.
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[6. Tag] Twizel - Lake Tekapo - Lake Pukaki - Christchurch sonnig stürmisch 12 °C

Am nächsten Morgen scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. In den Aprilnächten zuvor hatte es geschneit. Auf den umliegenden Bergen leuchtet der Schnee in der Morgensonne. Bei Sonnenschein machten wir uns frühzeitig auf den Weg. Doch die Hoffnung auf schöne Aussichten und damit schöne Fotos schwindet mit jedem Kilometer. Der Lake Pukaki ist zwar nur 10 Km entfernt von Twizel, doch mit jedem Kilometer, den wir uns dem See nähern, ziehen Wolken auf. Das Wetter in den Südalpen kann eben sehr launisch sein. Der bei Sonnenschein sonst so ruhige türkisfarbene Gletschersee klatscht dann mit einer Art Nordseebrandung seine Wellen ans Ufer. Man muss sich einen festen Stand zum Fotografieren suchen und seine Augen vor dem schneidigen Wind schützen. Oder es ist total windstill, wie heute, und der See liegt da wie ein Brett.

Man glaubt es nicht, doch die ersten schnell herangezogenen Wolken haben dem eigentlich türkisblauen See eine graublaue Färbung verpasst, als wir den Lake Pukaki Viewing Point erreichten. Und noch etwas ist ungewöhnlich zu dieser Tages- und Jahreszeit. Der Parkplatz wimmelt schon am frühen Morgen vor Touristen. Klar, Asiaten sind immer schon da, aber auch viele Langnasen mit ihren Wohnmobilen.
Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, endlich einmal den Mt. Cook vor meine Linse zu bekommen. Doch auch diesmal können wir den höchsten Berg Neuseelands nur mit Fantasie am Ende des Sees erkennen. Wären wir eine halbe Stunde eher hier gewesen, hätte ich vielleicht mehr Glück gehabt. Und wären die Wolken erst heute Mittag erschienen, dann wären wir auch die Mt.Cook Road am See entlang in die Berge gefahren. Denn eine Reihe von kurzen und leichten walkways mit wahrscheinlich schönen Lookouts hätte uns erwartet. Müssen wir eben noch mal wieder kommen.

Stattdessen nehmen wir das nächste Ziel in Angriff, den Lake Tekapo. Nach knapp 50 Km erreichen wir den See und stellen das Wohnmobil kurz vor dem Ort auf einem Großparkplatz ab. Auch hier herrscht schon sehr viel Betrieb. Dann fällt uns ein, dass ja Sonntag ist, da sind natürlich auch viele Neuseeländer unterwegs.
Der Lake Tekapo bietet ein wundervolles Panorama. Es ist gerade total windstill. Die herangezogenen Wolken haben dem eigentlich türkisblauen See eine graublaue Färbung verpasst. Trotz allem zeigt sich die Natur in einem schönen Farbenspiel. Wir laufen über eine Wiese hinunter zum Ufer, der zum Lake Tekapo Park gehört und genießen den Ausblick über den See bis zu den schneebedeckten Bergen der Southern Alps.

Wir schlendern gemütlich am Ufer entlang bis wir auf der anderen Seite die Church of the Good Shepherd sehen. Zu Fuß kann man über eine Brücke, die den Lake Tekapo Ausfluss quert, hinüberlaufen. Man kann natürlich auch direkt von der Hauptstraße mit dem Wohnmobil den Parkplatz vor der kleinen Kirche anfahren, er ist auch für Wohnmobile groß genug.

Über den Burke Pass fahren wir anschließend auf relativ breiten Straßen durch die schöne voralpenähnliche Landschaft. Die Schlechtwetterfront im Nacken erreichen wir am Nachmittag bei zunehmendem Sturm Christchurch. Es ist unfassbar zu dieser Jahreszeit, aber wir haben den letzten freien Standplatz auf dem Kiwi Holiday Park in der Blenheim Road ergattert. Noch nie hatten wir bei unseren bisherigen Reisen im April einen Standplatz reservieren müssen, doch dieses Jahr sind noch unheimlich viele Camper unterwegs - und wie sich noch herausstellen wird, zu 75 % Deutsche.
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[7. Tag] Christchurch - Kaikourasonnig 22° C

Die Nacht war unruhig. Ein Orkan peitschte die Regenschauer über die Stadt und den Holiday Park hinweg. Am Morgen bei Sonnenaufgang war alles vorbei. Wie mit dem Lineal gezogen zieht die Wolkenfront ab, die Sonne scheint, als wäre nichts gewesen. Es sollte ein wunderbarer Spätsommertag werden.

Der State Highway 1, Christchurch - Kaikoura - Picton, wurde in den vergangenen Jahren von Erdbeben und Erdrutschen in Mitleidenschaft gezogen. Ich hatte mir bei dieser Reise angewöhnt, mich am Tag zuvor über die geplante Route zu informieren, ob und wie die gewünschte Strecke befahrbar ist. Wie wir in 2017 immer mal wieder verfolgt hatten, war der SH 1 zwischen Christchurch und Picton in Teilen öfter nicht befahrbar. Und gerade die Verbindung zum beliebten Örtchen Kaikoura auf dem Weg nach Picton war durch das letzte Erdbeben 2017 und seit Februar 2018 schon wieder unpassierbar geworden. Starke Unwetter, so wie der Tropensturm Gita im Februar 2018 -im Hochsommer!!- hatte zu Sperrungen und Umleitungen des Highways geführt. Tagesaktuelle Infos hole ich mir z. B. mit einem Routenplaner der der NZ Transport Agency. Die Webseite stellt unter anderem auch sehr übersichtlich die aktuelle Verkehrslage für alle Straßen Neuseelands bereit.

Normalerweise benötigt man für die rd. 180 Km von Christchurch nach Kaikoura ca. 3 Stunden. Bis ca. 50 Km vor Kaikoura kommen wir auch gut voran. Doch dann folgen mehrere einspurige, sehr schmale Baustellenpassagen, in denen ich Blut und Wasser schwitze. Die Räder des Wohnmobils passen gerade so auf die Fahrbahn, hier und da muss ich doch sehr nach am Abgrund fahren. Es beruhigt mich nur wenig, dass sogar dicke Lkws hier entlang müssen.

Aufgrund der vielen Baustellen sind wir eine ganze Stunde länger unterwegs und erreichen zur Mittagszeit den Parkplatz auf der Landzunge Point Kean Viewpoint vor Kaikoura. Es ist sehr windig, aber die Sonne scheint. Als wir vor vier Jahren um diese Jahreszeit schon einmal hier waren, verloren am Viewpoint einige Wohnmobile. Diesmal herrscht Massentourismus. Der Parkplatz ist überfüllt und wir finden erst nach einiger Zeit eine Ecke, wo wir uns hineinquetschen können. Auch der Top 10 Holiday Park, den wir immer gerne anfahren, ist später am Abend voll. Wir hatten ihn das erste Mal reserviert.

Aber warum kommen wir hierher, mag einer fragen. Zum whale watching jedenfalls nicht, da hatten wir schon im Jahr 2010 eine gewisse Erfahrung mitgemacht. Es gibt andere Gründe. Will man von Picton aus nach Süden kommt man zwangsläufig hier vorbei. Kommt man von Christchurch ist es ebenso. Und wenn man schon mal hier ist, dann sollte man auch etwas Zeit mitbringen, um das Panorama und das Flair dieser Landschaft und des kleinen Ortes am Pazifik zu genießen. Auf den Felsen entlang der Straße zum Point Kean Viewpoint rekeln sich die Seelöwen in der Sonne. Diesmal haben wir allerdings keine gesehen, wahrscheinlich werden sie von den vielen Touristen gestört. Manche dieser Tierfreunde rückten den Tieren bei früheren Besuchen sogar so nah mit dem Fotoapparat auf den Pelz, dass sie ihr Spiegelbild in den Augen der Tiere sehen konnten.

Vom Parkplatz aus führt ein befestigter steiler Fußweg hinauf auf den Felsen. Oben wird man belohnt mit einem grandiosen Panorama über Kaikoura und die dahinter bis zu 2000 m empor wachsende Bergkette, der Seaward Kaikoura Range. Das nasse Wetter hat auch in diesem Spätsommer dafür gesorgt, dass die Bergkuppen verschneit sind. Die Mittagssonne bringt sie zum leuchten.

Der kleine Ort selbst ist von Tourismus geprägt. Die Auswirkungen der schweren Erdbeben der letzten Jahre sieht man auf einer Straßenseite, denn dort sind viele Geschäftsgebäude wegen Baufälligkeit geschlossen. Die "Ruinen" tragen jetzt nicht mehr zur Attraktivität des Ortes bei.
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[8. Tag] Kaikoura - Hanmer Springssonnig 22° C

Nach Hanmer Springs fährt man von Kaikoura aus wieder ein paar Kilometer zurück Richtung Christchurch. Weil der SH 1 in diesem Bereich die vielen Baustellen hatte und wir nicht noch einmal durch diese Nadelöhre fahren wollten, entschließen wir uns, die fast 100 Km Inland Road, den SH 70 zum SH 7 nehmen. Mir war klar, dass ein Highway mit einer 2-stelligen Nummer kein Highway sein muss. Anfangs machte das Fahren auch noch spaß, weil es ziemlich geradeaus ging. Doch die Freude dauerte nicht lange. Sobald die Berge erreicht waren wurde es zu einer kurvenreichen Tour über teilweise enge Straßen. Auch vor etlichen Baustellen bleiben wir nicht verschont, die wir nur einspurig passieren können. Der Vorteil hier ist aber, dass uns die Straße praktisch alleine gehört. Denn der Hauptverkehr wälzt sich auf dem SH 1. Zumindest fahren wir durch eine schöne Landschaft.
Aber auch für die Verbindung nach Hanmer Springs gilt, immer erst mal im Internet bei der NZ Transport Agency vorbei schauen. Denn schon einen Tag später war auch diese Route gesperrt, weil ein Regensturm in der Nacht die Straße teilweise unpassierbar gemacht hatte.

Bevor man nach Hanmer Springs fährt, sollte man seinen Benzintank gut füllen. Am Ortseingang gibt es zwar eine Tankstelle, doch die Benzinpreise sind so hoch wie die umliegenden Berge.

Hanmer Springs ist ein reiner von Bergen umgebener Touristenort. Außer Souvenir Shops und Restaurants und im Winter die Skifelder gibt es hier nichts, außer unser Ziel, das Hanmer Springs Thermal Pools & Spa. Weil wir schon gegen Mittag ankamen, nutzten wir natürlich die Gelegenheit und kauften uns eine 2-Tageskarte. Der Sonnenschein bei 22 Grad war genau richtig für den Rest des Tages, um ihn im Thermalbad zu verbringen. Es herrschte für diese Jahreszeit viel Betrieb in der Therme und rings um die Therme herum. Sogar in der Mittagszeit waren alle Parkplätze belegt. Wir mussten uns schon ziemlich abseits stellen. Doch es lohnt sich. Es gibt verschiedene Pools, für diejenigen, die Ruhe suchen und für jene, die Spaß haben wollen, und für Familien die Kinder dabei haben.
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[9. Tag] Hanmer Springssonnig 15° C

Heute ist Ruhetag, oder besser gesagt, Badetag. Die Nacht war recht frisch, auch am Morgen erreichten die Temperaturen gerade mal 10 Grad. Auf den Bergen um den Ort herum hat es geschneit. Doch jetzt scheint die Sonne. Den Ruhetag verbringen wir in den verschiedenen warmen Pools im Thermalbad. Deshalb gibt es heute nichts weiter zu berichten.
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[10. Tag] Hanmer Springs - Motuekawolkig Regen Nebel 11° C

Wir können und konnten bisher froh sein, dass die heftigen Regenstürme nachts stattfanden und tagsüber in der Regel die Sonne schien. Der Regen zog also ab, als wir am Morgen die Sachen packen und uns auf Tour begeben. Blöd war halt nur, dass wir in Richtung Nelson die Southern Alps durchqueren müssen und der Regen im Gebirge hängen blieb. Außerdem wurde es kalt, denn der State Highway 65 windet bis auf fast 1000 m hinauf. Dort oben wird der Nebel und der Nieselregen immer dichter, sodass wir von der schönen Bergwelt nichts sehen. Stimmt nicht ganz. Vor Murchison legen wir an den Maruia Falls eine Pause ein. Sie befinden praktisch neben der Straße zusammen mit einem großen Parkplatz, den die Straßenbau Behörde auch frisch mit Schotter planiert hatte. Wir versinken also nicht im Schlamm, als wir den kurzen Weg zu den Falls laufen.

Ein weiteres Highlight ein paar Kilometer weiter soll die Buller Gorge Swingbridge sein. Wenn man von dem SH 65 nach links auf den SH 6 abbiegt, erreicht man die Swing Bridge nach ca. 4 Km. Dort gibt es wohl auch einige schöne walkways. Die Brücke kostet natürlich, während die Wasserfälle in Neuseeland ausnahmslos kostenlos sind. Uns allerdings hält das schon beschriebene Wetter von dem geplanten Abstecher ab.

Wie so oft in Neuseeland dauert schlechtes Wetter nicht lange und je näher wir dem Abel Tasman Nationalpark kommen, umso öfter scheint die Sonne vom immer blauer werdenden Himmel. Und als wir unseren Lieblingsort Motueka erreichen, scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel bei 22 Grad Wärme.
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[11. Tag] Kaiteriteri, Marahausonnig 25° C

Sobald wir die Südinsel Neuseelands bereisen, nehmen wir uns Zeit für die Region am Abel Tasman Nationalpark. Immer, wenn wir den Nordwest-Zipfel der Südinsel anfahren, bekommen wir Heimatgefühle. Motueka und seine Umgebung ist uns ans Herz gewachsen und bietet uns neuseeländische Lebensqualität. Der Ort dient uns als Ausgangspunkt für unsere Ausflüge in Richtung Abel Tasman Nationalpark sowie Kaiteriteri, Marahau, das Weinanbaugebiet Moutere und Rabbit Island. Motueka an sich ist nichts Besonderes und hat auch keine besonderen Highlights zu bieten. Wie haben eben nur unserer Herz an den kleinen Ort mit seinem TOP 10 Holiday Park und die nähere Umgebung verloren.

Weil wir schon so oft hier gewesen sind, kennen wir uns auch ganz gut aus; dennoch gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Wir bleiben oft länger, als ich es in meinen Berichten erwähne, denn hier können wir noch recht abseits der großen Touristenströme ein wundervolles Fleckchen Erde Neuseelands genießen. Und ja, wir nehmen uns dann auch die Zeit und legen uns an den Strand oder wir holen die Stühle raus und schauen einfach nur so auf die Tasman Bay bis hinüber zu den Bergen der Marlborough Sounds. Nicht zuletzt ist das Wetter im Spätsommer oder Herbstbeginn sehr stabil mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Nachts kann es zwar schon etwas kühler bis kalt werden, doch entscheidend sind die warmen Sonnenstrahlen am Tag.
Alles, was wir so lieben an diesem Fleckchen Erde, kann man in meinem Reisebericht Abel Tasman Nationalpark nachlesen.

Doch auch in diesem kleinen Paradies nimmt die Unwetterwahrscheinlichkeit zu. Ein Monstersturm, so bezeichnen ihn die Neuseeländer, tobte z. B. Anfang 2018 über die Inseln. Die Straßenverbindung über den Takaka Hill zur Golden Bay war danach für viele Tage unpassierbar. Im April, kurz bevor wir hier ankamen, gab es Bergrutsche, welche die kurvenreiche Straße von Riwaka nach Marahau teilweise verschütteten. Und nicht nur das, auch die Bankette der Straße sind teilweise unterspült worden, sodass Teile der Straße den Abhang abgestürzt sind. Ein Pkw hatte das wohl unterschätzt und ist, kurz bevor wir an die Stelle kamen, den steilen Abhang abgestürzt. Auch deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmals auf die Webseiten der NZ Transport Agency hinweisen, um sich über die aktuellen Straßenverhältnisse zu informieren.

[12. Tag] Abel Tasman Nationalparksonnig 20° C

Selbstverständlich bietet diese Region neben den breiten kostenpflichtigen Freizeitangeboten auch kostenlose Naturerlebnisse, mit denen man die Tage der Entspannung füllen kann. Ich verweise nochmals auf meinen Reisebericht Abel Tasman Nationalpark. Hat man wenig Zeit, kann man sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten das Beste heraussuchen.
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[13. Tag] Motueka - Picton bedeckt kalter Wind 16 °C

Die Wettervorhersagen um den 27. April herum ließ nichts Gutes erahnen. Ein ausgedehntes Sturmtief sollte diesmal mit Orkan und Starkregen nicht nur die Nordinsel treffen, sondern auch die Marlborough Sounds. Unser Plan sah eigentlich vor, dass wir am nächsten Tag in aller Frühe nach Picton aufbrechen wollten, um die Mittagsfähre nach Wellington zu nehmen. Die ca. 200 Km führen allerdings in die Berge der Marlborough Sounds hinein, um anschließend mit der Fähre durch die Cook Strait nach Wellington zu reisen. Einerseits hatte ich Bedenken, bei nassen und rutschigen Straßen in den Bergen die Fähre pünktlich zu erreichen, andererseits ist die Überfahrt mit der Fähre bei Sturm das letzte Abenteuer was wir brauchen. So machten wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg nach Picton und übernachteten dort.

Am Vormittag dagegen nehmen wir ausgiebig Abschied von unserer "Heimat". Und wohl auch nicht zu früh, denn der Himmel bezieht sich lansam, der Wind frischt auf und wird immer kälter. Die Stadt Nelson fahren wir heute nicht an. In der Vergangenheit waren wir schon des Öfteren hier. Wer Zeit hat sollte die Stadt aber besuchen. Was wir da so gemacht haben, kann man in meinem Reisebericht Nelson 2010 und Nelson 2012 nachlesen.

Wir fahren also bei Nelson um die Tasman Bay herum, die bei Sonnenschein ein wundervolles Panorama mit vom Horizont immer näher heranrückenden Bergen bietet. Dann führt die Straße in die Berge. Auf dem State Highway 6 schrauben wir uns auf breiten Serpentinen hinauf ins Gebirge. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Bei Havelock entscheiden wir uns auf dem SH 6 Richtung Blenheim zu bleiben und gegen den kurvenreichen Queen Charlotte Drive nach Picton. Wer Zeit mitbringt, der sollte vielleicht mal in Erwägung ziehen, in Havelock sich Mit dem Mail Boat durch den Pelorus Sound fahren zu lassen. Wer wissen möchte, wie wir die Tour auf dem Queen Charlotte Drive nach Picton erlebten, kann das an dieser Stelle nachlesen.

In Blenheim passieren wir die ausgedehnten Weinfelder. Überall stehen Schilder, die zu Weinproben einladen. Das haben wir bisher noch nicht, gemacht, dafür braucht es auch einen Tag extra, weil man nach solch einer Weinprobe nicht unbedingt weiterfahren sollte.

Irgendwann erreichen wir dann unser Tagesziel. Picton ist immer noch ein kleiner verschlafener Ort. Aber den Ort würde es auch ohne den Fährhafen geben, alleine schon deshalb, weil der Queen Charlotte Drive hier endet. Er bietet nämlich traumhafte Ausblicke auf den Queen Charlotte Sound. Wir sind heute nur ein kleines Stück von Picton aus heraufgefahren, dennoch kommen wir an traumhaften Panoramen vorbei. Weniger traumhaft ist die Straße an sich, die nur aus Kurven besteht. Sie verlangt einem nicht das fahrerische Können ab, wie die Straße zum Takaka Hill hinauf bei Motueka. Doch hier brettern Holzlaster um die Kurven, dass einem angst und bange wird.

Normalerweise übernachten wir in Picton immer auf dem Parklands Marina Holiday Park an der Waikawa Road. Doch diesmal haben wir die Befürchtung, dass wir auf dem an sich sehr schönen Platz im Grünen nahe dem Yachthafen wegen der letzten starken Regenfälle in der Gegend auf den Rasenflächen versinken. Wir fahren etwas weiter den Waikawa Bay Holiday Park an, ein Kiwi Platz. Mit etwas Mühe kommen wir mit unserem großen Gefährt in die Einfahrt, doch der Platz ist ganz o. k. für eine Nacht.
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[14. Tag] Picton - Wellington bedeckt 18 °C Regen 20 °C

In der Nacht hatte es, entgegen der Wettervorhersage, weder geregnet noch gestürmt. Der Himmel ist zwar wolkenverhangen, doch kein Regensturm weit und breit. Tatsächlich ist es trocken und windstill. So wie die Ruhe vor dem Sturm. Weil die Fähre erst um 14 Uhr abfährt, lassen wir uns alle Zeit dieser Welt mit dem Frühstück. Wir fahren die Waikawa Road weiter hinauf, am Queen Charlotte Sound entlang. Nach ca. 4 Km taucht linker Hand ein Parkplatz oberhalb des Sounds auf, der auch Platz für unser Womo bietet. Eine Bank lädt uns ein, die grandiose Aussicht zu genießen. Schade, dass nicht gerade ein Fährschiff vorbei kommt und die Sonne scheint, wie bei unserem Besuch 2010 an dieser Stelle. Es ist ganz still um uns herum, man kann kaum glauben, dass diese scheinbar abgeschiedene Wildnis nur ein paar Kilometer von Picton entfern ist.

Das schön hergerichtete Hafengebiet Pictons lädt immer noch ein, um auf einer Bank sitzend die ankommenden und abfahrenden Fähren zu beobachten. Wir bummeln etwas im Zentrum durch die vielen Geschäfte auf der High Street. Auf der Hafenpromenade laden viele Bänke zum Ausruhen ein und so genießen wir unter einem Baum den Blick auf Wasser, Berge und die ein- und auslaufenden Fähren.

Die Nachmittagsfähre ist voll. Es fahren u. a. noch sehr viele Camper und Wohnmobile auf das Schiff. Viele der Mitreisenden suchen vergebens nach Sitzplätzen. Die jungen Leute machen es sich auf dem Boden bequem.
Pünktlich mit der Einschiffung fängt der versprochene Regen an. Normalerweise ist es ein Genuss, die Ausfahrt auf dem oberen Deck bei strahlendem Sonnenschein durch die Inselwelt bis zum offenen Meer zu beobachten. Daraus wird heute leider nichts. Nach über einer Stunde und der letzten Kurve bei Arapawa Island erreichen wir plötzlich das offene Meer. Normalerweise hat man in der Ferne die Nordinsel schon im Blick und trotzdem wird es noch 2 Stunden dauern, bis wir wieder anlegen. Die Cook Strait präsentiert sich an diesem Nachmittag mit viel Regen, schlechter Sicht aber ruhiger See. Die Nordinsel ist erst zu sehen, als wir schon die Küste erreicht haben.
Der vorhergesagte Orkan tobt sich zur gleichen Zeit im Raum Auckland und der Coromandel Halbinsel aus. Aber auch ohne besonderen Orkan kann die Überfahrt zu einem anderen Erlebnis werden. Dann muss das große Schiff gegen hohe Wellen ankämpfen und es geht auf und ab, nach rechts und nach links und wieder auf und ab. Die seekranken Menschen liegen dann in den Gängen herum.

Das Foto von Wellington ist nicht bei dieser Reise entstanden, denn es ist bereits dunkel und es regnet Bindfäden, als wir in Wellington von Board fahren. Wir schlagen gleich die Nordrichtung ein, um den Top 10 Hutt Holiday Park zu erreichen. Wir fahren um die weite Bay des Wellington Harbour herum bis Lower Hutt. Der Holiday Park ist nichts Besonderes, viele der Mitreisenden von der Fähre wählen ihn ebenfalls für diese Nacht. Der Andrang heute ist riesengroß, sodass die Wohnmobile überall bei der Anfahrt im Weg stehen.

Wie das aktuelle Wetter in Neuseeland gerade ist, erfährt man beim Neuseeland Wetterdienst.
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