Lothars Reiseberichte

Südafrika - Busrundreise Gartenroute und Nationalparks

Sonnenaufgang Kruegerpark
Sonnenaufgang
im Kruegerpark
Entgegen unserer bisherigen Urlaubsphilosophie unternahmen wir im März 2006 eine organisierte Busrundreise. Der Sicherheitsaspekt spielte eine mitentscheidende Rolle. Ohne die genauen Gegebenheiten vor Ort zu kennen, schien uns eine geführte Reise sicherer. Ein Vorteil war auch, dass wir an alle wesentlichen Highlights gezielt herangeführt und gleichzeitig mit Hintergrundwissen versorgt würden. Eventuelle Nachteile, die man so von Busreisen schon mal gehört hatte, wollten wir in Kauf nehmen.

Kurz gesagt, wir sind nicht enttäuscht worden, nein, unsere Erwartungen wurden im positiven Sinne übertroffen. Es war ein anstrengendes aber wundervolles Urlaubserlebnis, wobei aber auch alles gut zusammengepasst hat: Die Mitreisenden in unserer Gruppe waren ohne Ausnahme angenehme Leute, beide Reiseleiter sorgten für eine angenehme Atmosphäre und Organisation. Schließlich und Endlich ließ uns das Wetter nicht im Stich. Mit diesem Hintergrund würde ich jederzeit wieder eine Busrundreise in ein Land machen, in dem eine individuelle Tour ohne besondere Vorbereitung problematisch werden könnte, auch mit dem gleichen Reiseveranstalter. Mit dem heutigen Hintergrundwissen würde ich eine erneute Südafrikatour selber planen und durchführen.

Gartenroute und Nationalparks

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Gartenroute? Nein, es werden nicht die Gärten der dort lebenden Menschen besucht, obwohl man das manchmal auch gerne tun würde. Der Begriff Gartenroute wurde schon vor Jahrhunderten von den Besuchern der Landschaft zwischen Kapstadt und Port Elizabeth geprägt. Und die Feststellung von damals hat heute noch ihre Gültigkeit: Die Menschen in dieser Region wohnen wie in einem wunderschönen großen Garten, so schön und abwechslungsreich ist hier die Landschaft. Auch im südafrikanischen Herbst (unserem Frühling) lohnt sich die Reise, doch um wie viel schöner muss erst das Frühjahr sein.

Den Reiseablauf kann ich wie folgt zusammenfassen:
Drei Tage in Kapstadt und Kap Halbinsel reichten uns völlig aus. Die anschließenden rund 1200 Buskilometer bis Port Elizabeth waren gut zu überstehen und ausreichend, um einen ersten Eindruck vom Land zu bekommen. Die ca. 1000 Kilometer lange Strecke von Port Elizabeth bis Durban legten wir mit dem Flugzeug zurück.
Von Durban fuhren wir weiter in den östlichen Teil Südafrikas. Der Hluhluwe-Umfolozzi Nationalpark unterhalb von Swaziland war ein sehr schönes Erlebnis, genauso wie der Krüger Nationalpark, oberhalb von Swaziland. Der Rückflug erfolgte von Johannesburg, deshalb waren auch die Städte Johannesburg und Pretoria in der Reise eingeschlossen.

Ablauf und Reisebericht

1. Tag Anreise 9. Tag Safari im Hluhluwe Nationalpark
2. Tag Orientierung in Kapstadt 10. Tag Fahrt durch Swaziland nach Witriver
3. Tag Kap-Halbinsel 11. Tag Safari im Krüger Nationalpark
4. Tag Waterfront Kapstadt / Weinregion 12. Tag Abendsafari im Sabie Nationalpark
5. Tag Fahrt durch Klein Karoo nach Oudtshoorn 13. Tag Fahrt über Blyde River Canyon nach Johannesburg
6. Tag Fahrt über Mosselbay, Knysna nach Plettenberg Bay 14. Tag Johannesburg, Pretoria und Rückflug
7. Tag Fahrt nach Port Elizabeth Flug nach Durban 15. Tag Rückkehr in Deutschland
8. Tag Fahrt über St. Lucia nach Hluhluwe Nationalpark
Praktische Tipps Reiseveranstalter Berge & Meer

1. Tag: Anreise nach Kapstadt

Mit der Zugfahrt am 26. April vormittags begann das kalkulierte Abenteuer. Problemlos erreichten wir das Flughafenterminal vier Stunden vor Abflug. Der Check-In Schalter öffnete gerade, sodass die schon wartende Schlange schnell kürzer wurde.

Der Airbus der South African Airways hob mit 20 Minuten Verspätung um 17:45 Uhr ab. Der Sitzabstand reichte aus, er hätte vielleicht noch etwas mehr sein können für meine langen Beine. Moderne Flugzeuge zeichnen sich heute leider dadurch aus, dass die Sitze schmaler sind als in "alten" Maschinen. Ich möchte mal wissen, ob die Sitzkonstrukteure mal länger als 8 Stunden in ihren eigenen Sitzen gesessen haben, in der Hähnchenklasse, versteht sich. Vorteil der neuen Flugzeuge ist, auch in der Hähnchenklasse kann man das Unterhaltungsprogramm für den 12 Stunden dauernden Flug individuell an seinem eigenen Bildschirm wählen.

Der Service der SAA Flugbegleiter war gut. Freundlich und zügig wurde der Bordservice durchgeführt. Ansagen wurden in Deutsch und Englisch gemacht, das Essen (Hin- und Rückflug) war reichlich und gut. Getränke gab es reichlich, sogar leckeren südafrikanischen Wein. Nachts konnte man sich auch selbst etwas holen und wurde deswegen nicht angemault.
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2. Tag: Kapstadt Ankunft und Orientierung

sonnig morgens 10 °C, tagsüber 24 °C, abends 16 °C, leichter Wind

Der Airbus A340-600 landete kurz vor halb sechs Uhr morgens in Kapstadt. Es war noch dunkel. Der Weg führte als erstes zu den Emigration Schaltern. Die Beamten waren sehr freundlich und zügig bekamen wir unser Besuchervisum in den Pass geklebt. Auch die Koffer konnten wir schnell vom Band nehmen. Der Zoll sammelte anschließend die Zollerklärungen ein, ohne überhaupt einen Blick darauf zu werfen. Welch ein angenehmer Urlaubsstart.
Am Ausgang erwarteten uns zwei Reiseführer unseres Reiseveranstalters von Berge & Meer. Jedem Koffer wurde ein farbiger Punkt aufgeklebt. Eine Wegbeschreibung zu den Bussen war gar nicht nötig, denn die standen gleich hinter der Ausgangstür. Der farbige Punkt unterschied zwischen den Reisegruppen der beiden Busse. Wie sich herausstellte, umfasste unsere Reisegruppe fast 80 Leute, die auf zwei Busse verteilt wurden. Nach dem alle Koffer eingeladen waren, begann mit der Morgendämmerung gegen 7 Uhr unser Afrika Abenteuer mit der Stadtrundfahrt durch Kapstadt.

Stadtrundfahrt

In Südafrika war an diesem Tag Feiertag, darum konnte unser Bus ohne Verzögerung bis zum Hafengebiet und weiter zum langen Bloubergstrand im Ortsteil Table View an der Table Bay durchfahren. Die Sonne ging gerade auf, blauer Himmel, kaum Wind; es war ein frisch gewaschener Morgen. Auf einem Parkplatz am Strand, von dem wir einen wundervollen Blick auf die Stadt und den dahinter liegenden Tafelberg hatten, legte Richard, unser Reiseleiter, den ersten Fotostop ein.

Der Tafelberg präsentierte sich im Morgendunst ohne eine einzige Wolke, das ist auch für die Kapstädter eine Seltenheit. Deshalb wurde die Stadtrundfahrt unterbrochen und stattdessen der Besuch des Tafelberges eingeschoben, bevor die ersten Wolken sich wieder wie ein Tischtuch über den abgeflachten Berg ausbreiten konnten. Das kann manchmal innerhalb von Minuten geschehen. Mindestens dreiviertel seiner Touren, erzählte uns Richard, konnten wegen des Wetters nicht auf den Berg, weil auch die Seilbahn gar nicht erst in Betrieb war. Der Berg ist meist wolkenverhangen und es stürmt heftig dort oben.

Wir waren nicht die Ersten an diesem Morgen, doch der Andrang hielt sich in Grenzen. Für 115 Rand beförderte uns die Schweizer Seilbahn in knapp 7 Minuten auf den 1087 m steil aufsteigenden Berg. Oben war es fast windstill und die Sonne schien immer noch von einem wolkenlosen blauen Himmel. In dem Naturpark hier oben gibt es Rundwanderwege und an vielen Stellen Aussichtsplattformen. Die Ausblicke waren einfach unbeschreiblich schön, auch wenn der Morgendunst noch nicht ganz verschwunden war. Nach Westen liegt einem an der weit geschwungenen Table Bay, Downtown und der Hafen zu Füßen. Nach Norden und Osten zieht sich die Stadt um den Tafelberg herum. Nach Süden schaut man auf die Kap Halbinsel. Uns war eine sensationelle Fernsicht vergönnt, wir konnten die gesamte Kap Halbinsel überblicken bis hin zum Kap der Guten Hoffnung und Cape Point. Leider hatten wir für dieses Highlight nur eine Stunde zur Verfügung. Bei dem Wetter wären wir gerne länger geblieben und hätten den ganzen Berg erkundet. Falls wir mal wiederkommen, werden wir genau das tun.

Downtown Kapstadt

Vom Tafelberg aus begann die Stadtrundfahrt durch Downtown Kapstadts. Der Bus fuhr kreuz und Quer durch die menschenleere Innenstadt, die wie ausgestorben an diesem Feiertagsvormittag wirkte. An Werktagen ist die City aber auch nur von 9 bis 17 Uhr in Betrieb. Außerhalb dieser Zeiten wird sie zur Geisterstadt. Weiße wohnen nicht mehr in der Innenstadt, sie besitzen hier auch keine Geschäfte mehr. Die Wohnhäuser und Geschäfte sind von den Schwarzen übernommen worden. Es machte alles einen heruntergekommen und ungepflegten Eindruck. Viele Bürogebäude stehen leer. Die Schwarzen bauen alles ab, was nicht niet- und nagelfest ist und verscherbeln es auf irgendwelchen Märkten. Die Weißen leben und arbeiten jetzt mehr in den Außenbereichen der Stadt, wo neue Bürogebäude und Einkaufszentren (Malls) entstanden sind und noch entstehen.
Wir wurden eindringlich davor gewarnt, uns nach dem Dunkelwerden in der City aufzuhalten, es sei denn, wir wollten uns gerne ausrauben lassen.

Die Gründung Kapstadts war eigentlich gar nicht geplant. 1652 hat der Holländer Jan van Riebeek am Fuße des Tafelberges einen Gemüsegarten angelegt, um die Versorgung der Seeleute auf dem Weg von und nach Indien mit frischen Lebensmitteln sicherzustellen. Um diesen, vom Tafelberg vor den starken Ostwinden geschützten Garten herum, der heute als Park mit angrenzenden Museen und Galerien erhalten wird, entwickelte sich Kapstadt. Ein kleiner Fußmarsch durch Company's Park sorgte dafür, dass wir im Bus nicht einschliefen.

Waterfront

Vorbei am Malaienviertel wurden wir dann zur Waterfront gefahren. Wer wollte, bekam einen kleinen geführten Überblick und konnte sich dann individuell etwas zum Mittagessen suchen. Gelegenheit dafür gibt es hier ohne Ende, Restaurants aller Länder dieser Welt sind hier vertreten, und das zu günstigen Preisen. Mehr über die Waterfront gibt es am Tag 4 zu lesen.

Hotel Ritz

Gegen 14 Uhr waren die Zimmer im Hotel Ritz bereit für uns. Der Rest des Tages konnte individuell gestaltet werden. Ob das Hotel Ritz zur bekannten Hotelgruppe des Ritz-Carlton gehört oder nicht, wird heute noch spekuliert, jedenfalls hat es 3 Sterne. Der Parallelbus der Mammutreisegruppe war nicht zu sehen. Unsere Koffer wurden von den Kofferträgern ausgeladen, die Schlüssel lagen bereit und das Willkommensgetränk erfrischte die Erschöpften. Natürlich wurden die Koffer auf die Zimmer gebracht. Diesen Service gibt es in allen Hotels in Südafrika und gehört zum Standard.

Unser Zimmer lag im 17. Stock mit einem tollen Ausblick auf Kapstadts Stadtteil Sea Point, den Atlantik und Lions Head. Drei Sterne waren für die Zimmer gerechtfertigt, aber auch nicht mehr. In unserem Zimmer funktionierte alles und es war auch nichts kaputt. Andere hatten wohl nicht so viel Glück mit den Zimmern, da funktionierte mal die Toilettenspülung nicht, da schloß das Fenster nicht mehr richtig. Es kam zwar sofort jemand, der es reparieren wollte, allein der Wille reichte nicht. Das Haus schien schon mal bessere Tage gesehen zu haben. Das Hotel hat in der obersten, der 21. Etage ein Drehrestaurant und eine Bar. Ich will es schon mal vorwegnehmen: Das Restaurant ist sehr zu empfehlen.

Als in der Nacht vor der Abreise der leichte Wind sich vom Sturm zum Orkan auswuchs, hatten wir das Gefühl, dass der Boden im Zimmer zu schwanken begann. Der Sturm pfiff um das Gebäude herum und man hatte den Eindruck, der Wind fand den Weg leicht durch die Fenster hindurch Richtung Tür.

Den schönen, erlebnisreichen aber langen Tag ließen wir beim Italiener, der dem Hotel gegenüberliegt, bei Pasta, Pizza und Wein ausklingen.
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3. Tag: Tagesausflug zum Kap der guten Hoffnung

Kapstadt sonnig morgens 12 °C, abends 16 °C

Kap Halbinsel und Kap der Guten Hoffnung heiter 25 °C

Dieser Ausflug musste hinzugebucht werden, ist aber er sehr zu empfehlen. Abfahrt vom Hotel war um 8 Uhr. Die Fahrt führte nach Süden zuerst durch den Kapstädter Stadtteil Sea Point hindurch, in dem sich gut betuchte südafrikanische Pensionäre in schönen und teuren Villen angesiedelt haben. Immer am Meer entlang ging die Fahrt durch Camps Bay hindurch. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit lag der Atlantik still und ruhig wie ein Brett. Links tauchte die Bergkette der 12 Apostel auf. Nach knapp 20 Kilometer tat sich ein weites wunderschönes Tal an einer verträumten Bucht mit einem kleinen Fischerhafen auf: Hout Bay.

Für 50 Rand wurde uns am kleinen Hafen die Gelegenheit gegeben mit einer kleinen Barkasse aus der Bucht hinaus zu einer Robbenbank zu fahren. Die Fahrt war kurz, ein paar Seehunde lagen faul in der Morgensonne. In den Sommermonaten sollen bis zu 5000 Robben die Felsen bevölkern. Obwohl das Meer sehr ruhig war, schwankte die Barkasse ganz schön; also bei richtigem Seegang wird man sicher ordentlich durchgeschaukelt. Das Panorama, welches uns in dieser Bay geboten wurde, war einfach nur traumhaft. Gegenüber dem kleinen Städtchen tauchte aus dem Morgendunst Chapman's Peak auf, eine Straße, die sich zwischen Ozean und Gebirge nach Süden schlängelt.
Bei der Rückkehr im Hafen wurden wir von einem Trupp Schwarzer, in bunten Kostümen herumhopsender Pseudo-Sambatänzer empfangen, die in einem Hut auf Trinkgeld hofften. Jetzt wurde uns noch reichlich Zeit gegeben, um über mittlerweile aufgebauten Markt zu schlendern. Dort konnte man gute und günstige Handwerkskunst, aber auch die normalen Touristenmitbringsel kaufen. Der Parkplatz füllte sich mit immer mehr Bussen, und die Ausflugsboote wurden immer voller. Richard wusste schon, warum er so früh mit uns hier war.

Chapman's Peak ist seit 2005 nach einer jahrelangen Reparaturzeit wieder geöffnet und gebührenpflichtig. Die ca. 5 Kilometer lange Straße beginnt an der Hout Bay und zieht erstmal sich am Berg hinauf. Von weitem vermutet man dort gar keine Straße. In den 1920gern wurde sie von Sträflingen in den Berg gehauen und förmlich drangeklebt. Es wundert nicht, dass auf dieser Straße durch herabfallende Gesteinsbrocken schon Autos demoliert und Menschen ums Leben gekommen sind, denn auf der einen Seite der Straße türmen sich hunderte Meter hohe Granitfelsen steil auf, während auf der anderen Straßenseite es sofort steil nach unten ins Meer geht. Dicke Stahlnetze sichern die Straße heute vor herabfallendem Geröll. Chapman's Peak ist eine mit traumhaften Panoramen gespickte und damit eine der schönsten Straßen dieser Welt.

Quer über die Kap Halbinsel hinüber erreichten wir die False Bay, die zum Indischen Ozean gehört und folgten dort direkt am Meer der Straße nach Süden. Der nächste Stopp wurde an Boulders Beach eingelegt, einem Naturreservat für Pinguine. Der Eintritt war inklusive und es lohnte sich, den lustigen Gesellen beim Brüten, Spielen oder Schwimmen in freier Wildbahn zuzuschauen.

Weiter auf der Küstenstraße schauten uns die Baboos hinterher, eine Pavianrasse, die sich auf Autodächer von parkenden Touristenautos setzen, um etwas vom Proviant abzubekommen, wenn die Leute zum Picknick anhielten. Man sollte die Paviane nicht füttern. Denn in der Affenhierarchie stehen die, die das Futter beschaffen, auf der untersten Ebene. Und wenn ein Pavian noch Hunger hat und er bekommt nichts mehr, weil den Menschen der Proviant ausgegangen ist, werden sie unberechenbar und böse und greifen den Untergeben an. Oft sind Touristen deshalb schon schwer verletzt worden.

Endlich wurde es spannend, denn wir erreichten den eingezäunten Naturpark des südlichsten Punktes der Kap Halbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung und Cape Point. Eingezäunt ist dieser große Bereich deshalb, um die Ursprünglichkeit der Natur vor dem Menschen zu schützen. Nirgendwo anders wie hier, trotzen der niedrige Fine Bush, viele niedrige Sorten Proteen und Eriken der üblicherweise von Stürmen und extremen Wetterbedingungen heimgesuchten Natur. Speziell für unseren Besuch war allerdings ruhiges mildes und sonniges Wetter bestellt worden, von wem auch immer, sodass wir uns in Sommerkleidung ohne weiteren Wetterschutz dem Kap nähern konnten. Dieses Wetter ist völlig atypisch für diese Region. Meist bläst ein kräftiger Sturm. Der Eintritt in den Naturpark war inklusive.

Zuerst steuerte der Bus den Parkplatz am Cape Point an, das touristisch erschlossene Kap, nicht zu verwechseln mit dem Kap der Guten Hoffnung, das den geografisch gesehen südwestlichsten Punkt Afrikas bezeichnet.

Um den Parkplatz herum liegen die üblichen Restaurationen und Shops. Mit einer Zugseilbahn auf Schienen kann man sich zur Bergstation fahren lassen oder man läuft den Weg in ca. 20 Minuten hinauf. In der Bergstation kann man sich auf Informationstafeln über die Geschichte, die Geographie und Meeresbiologie des Kaps und der beiden zusammentreffenden Ozeane informieren. Schon hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Kap Halbinsel. Über einen gartenähnlichen Aufstieg mit Wegen und Treppen erreicht man den Leuchtturm und die obere Aussichtsplattform. Man kann auch um den Aufstieg herumgehen, um die hinter dem Leuchtturm liegenden Felsen und das Ende der Kap Halbinsel erreichen - es liegt mehr östlich als das Kap der Guten Hoffnung-. Bei gutem Wetter und guter Sicht, ja das gibt es hier auch mal und wir durften das erleben, kann man den ca. 50 Kilometer entfernt liegenden Tafelberg sehen. In Richtung Osten liegt die False Bay, die dem warmen Indischen Ozean angehört, im Westen der kalte Atlantische Ozean. Eine Grenze zwischen beiden Ozeanen sahen wir nicht, dazu gab es wohl an dem Tag zu wenig Wellen.

Nach ausgiebig viel Zeit ging es dann hinüber zum Kap der Guten Hoffnung. Wir hatten es schon geahnt, dennoch war die Enttäuschung groß. Zumindest ich hatte mir nicht vorgestellt, dass dieser geografisch so bekannte Punkt der Erde einfach nur ein steiniger unwirtlicher Strand ist, begrenzt von einer rauen Klippe, markiert mit einem Holzschild. Wenn "Cape Of Good Hope" nicht auf dem Holzschild gestanden hätte, man hätte sonst wo auf der Welt stehen können. Es ist für die Seefahrt ein immens wichtiger geografischer Punkt, für uns Landratten ist es nur ein Holzschild. Erinnerungen an den südlichsten Punkt der USA wurden wach, der ganz unattraktiv mit einem angestrichenen Betonklotz an irgendeiner Straßenecke auf Key West gekennzeichnet ist. Die landschaftliche Attraktivität von Cape Point hätte viel mehr zur Wichtigkeit eines Kap der Guten Hoffnung gepasst. Erinnerungen an den südlichsten Punkt der USA wurden wach, der ganz unattraktiv mit einem angestrichenen Betonklotz an irgendeiner Straßenecke auf Key West gekennzeichnet ist. Die landschaftliche Attraktivität von Cape Point hätte viel mehr zur Wichtigkeit eines Kap der Guten Hoffnung gepasst.

Oft sind die Japaner immer schon da, wenn man an touristischen Zielen ankommt. Diesmal waren es mindestens 20 Chinesen, die sich auch noch alle einzeln und jeder mit jedem mit dem Holzschild fotografieren lassen wollten. Und das dauerte ewig, bis die fertig waren. Obwohl wir ja mit 40 Leuten in der Überzahl waren, schafften wir es erst nach böse schauen und herummaulen, uns jeder einzeln und jeder mit jedem mit dem Holzschild fotografieren zu lassen.

Am Nachmittag kehrten wir über Scarborough, Ocean View und die Stadtteile hinter dem Tafelberg nach Kapstadt zurück, und schlossen unsere Tagestour mit einem Besuch im Botanischen Garten, der auf der Rückseite des Tafelberges liegt, ab. Der Eintritt war inklusive. Auch im Herbst ist dieser Garten sehr attraktiv und ließ erahnen, mit welcher Duft- und Blütenpracht er erst im Frühjahr seine Besucher in den Bann ziehen würde. Ich musste Richard bewundern, der erst am Kap mit geologischem und geschichtlichem Fachwissen glänzte und uns nun mit botanischen Einzelheiten den Garten erklärte.

Das Ende eines wundervollen Tages nahte. Den Abend ließen wir ausklingen bei einem Abendessen im eleganten Drehrestaurant in unserem Hotel Ritz. Bei Kudu-Steak und einer herrlichen Flasche Rotwein drehten wir uns während des Mahls einmal um unsere eigene Achse mit einem wunderschönen Ausblick auf die Lichter der Stadt. Das Restaurant kann ich nur weiterempfehlen. Das Essen und der Wein ist zwar für südafrikanische Verhältnisse sehr teuer doch in Deutschland hätten wir für dieses Mahl in diesem Ambiente wesentlich mehr bezahlt.
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4. Tag: Zur freien Verfügung / Ausflug in die Weinregion

sonnig Sturm morgens 12 °C, tagsüber 24 °C, abends 16 °C

Im Tagesverlauf kam erst Wind auf, dann immer stärker werdende Windböen, die sich in der Nacht zum Sturm bis Stärke 9 auswuchsen.

Die Waterfront

Fakultativ wurde heute ein Ganztagesausflug in die Weinregion und in die Townships angeboten. Weil unserer Meinung nach der Ausflug im Vergleich zu dem was geboten werden sollte, zur teuer war, verzichteten wir darauf. Mit Recht, denn als wir am Abend die mitgefahrenen Gruppenmitglieder trafen, hielt sich deren Begeisterung in Grenzen. Mittlerweile hat der Reiseveranstalter diesen Ausflug auch im Preis reduziert.

Wir gaben uns stattdessen einem sehr entspannten Tag in der Waterfront hin. Das sehenswerte 2 Oceans Aquarium besuchten wir als erstes. Die dort herumlaufenden Bediensteten sind sehr freundlich und beantworten auch gerne mal Fragen. Englisch sollte man aber schon sprechen. Wir schlenderten später durch den Craft Market, in dem wir teilweise die Souvenirs wiederfanden, die gestern in Hout Bay am Hafen für die Hälfte angeboten wurden. Viele Cafes und Restaurants mit Außenbestuhlung laden bei einem Cafe Latte zum Verweilen und zum Beobachten der Leute ein. Auf vielen Bänken kann man seine müden Füße ausruhen mit Blick auf das bunte Treiben im Hafen oder mit Blick auf den Tafelberg. Das Wetter schien umzuschlagen. Es war zwar immer noch sonnig und warm, doch ein Wind machte sich auf und der Tafelberg hatte endlich sein berühmtes weißes Tischtuch. Ein flaches Wolkenband lag auf dem Berg und waberte, angetrieben durch den stärker werdenden Wind, den steilen Hang hinunter, wobei sich die Wolken einfach auflösten. Bei solchem Wetter fährt die Seilbahn auch nicht. Bloß gut, dass wir schon oben auf dem Berg waren, als keine Wolke zu sehen war.

Die Waterfront ist in den letzten Jahren aus der Renovierung und dem Umbau der alten Hafengebäude entstanden und dient allen Kapstädtern als riesige Freizeitanlage, in der man sich beruhigt auch bis in den späten Abend ohne Angst vor Überfällen aufhalten kann. Man kann hier Wassertaxis mieten oder mit Ausflugschiffen nach Robben Island fahren, die Insel, auf der Nelson Mandela gefangen gehalten wurde.
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5. Tag: Fahrt Kapstadt - Oudtshoorn

sonnig Sturm morgens 15 °C, tagsüber 20 °C, orkanartige Windböen Windstärke 9-10

In Kapstadt aus Südost mit 5 m hohen Wellen, die vom Sturm allerdings auf den Atlantik gepustet wurden. Das sei das normale Wetter in Kapstadt um diese Jahreszeit hörte ich irgendwo.

Oudtshoorn Nieselregen 18 °C

Auf der Fahrt nach Oudtshoorn, im Tagesverlauf abnehmender Wind aber zunehmende Bewölkung und vereinzelt Regen. Berge in Wolken. In der Halbwüste Klein Karoo und in Oudtshoorn der erste Regen seit 8 Monaten.

Auf Tour

Um 8 Uhr rollten die Räder. Auf der Autobahn N1 ging es aus dem stürmischen Kapstadt heraus. Ziel war heute das ca. 500 Kilometer entfernte Oudtshoorn. Der Bus verließ die Autobahn N1 bei Paarl, um die landschaftlich schönere Bergstraße über Worcester zu nehmen. Von hier oben bot sich uns eine phantastische Aussicht auf die Weinregion bei Paarl und bei klarem Wetter konnten wir den in ca. 80 Kilometer entfernt liegenden Tafelberg sehen. Auf der Route 62 ging es weiter über Robertson, Ashton, Montagu, Barrydale und Ladismith (mit 'i') nach Oudtshoorn.
In der gartenähnlichen Landschaft in den Bergen wirken diese kleinen hübschen und blitzsauberen Orte wie kleine Edelsteine im Gegensatz zur rauen und lauten Wirklichkeit Kapstadts. Die Kriminalitätsrate in dieser Gegend ist gleich Null. Die freundlichen Menschen leben hier auf fruchtbaren Böden und bauen Obst und Wein für sich und den Export an. Gerne wären wir ausgestiegen um die Orte und die Gegend zu erkunden. Falls wir mal wiederkommen, werden wir genau das tun. Bei unserer Bustour blieb diese Zeit nicht.
Durch fruchtbare Täler, über Bergpässe mit schroffen Felsen hindurch erreichten wir bei Barrydale die Halbwüste Klein Karoo, was Afrikaans ist und soviel bedeutet wie Trockenes Land. Die rund 1000 Kilometer langen Langen Berge im Osten halten den meisten Regen, der von den Wolken des Indischen Ozeans herangetragen wird, ab. Im Westen wird die Halbwüste von den Schwarzen Bergen (Swart Berge) begrenzt.

In den Bergen verschlechterte sich das Wetter und als wir die Klein Karoo erreichten. Wir hatten das zweifelhafte Glück den ersten Regen seit 8 Monaten in der Halbwüste zu erleben. Im Sommer liegen die Temperaturen hier bei 40-45 Grad, doch bei Rastpausen zogen wir uns unsere Jacken an, um nicht zu frieren. Die rund 300 Kilometer weite Ebene der Klein Karoo schien endlos. Graslandschaft wechselt sich mit Weidelandschaft ab, hier kann nur noch Schafzucht betrieben werden. Pausen wurden an der Straße liegenden kleinen Farmen mit kleinen Tante Emma Läden gemacht, die Toiletten zur Verfügung stellten. Dafür durften wir in den herrlich nach frischem Obst und Gewürzen, hausgemachter Marmelade und Honig duftenden Laden die Erzeugnisse des Farmers günstig einkaufen. Die üblichen Touristen-Souvenirs wurden natürlich auch teuer angeboten.

Besuch einer Straußenfarm bei Oudtshoorn

Die Gegend um Oudtshoorn ist recht eben und sehr gut geeignet für die Straußenzucht. Nach der langen Fahrt waren wir froh, uns endlich die Beine etwas vertreten zu können. Nebenbei wurden wir in die Aufzucht und die Verwertung (hört sich schlimm an, ist es aber nicht) der Strauße eingewiesen. Auf den geschichtlichen Hintergrund möchte ich hier mal verzichten. Fakt ist, heute werden Strauße wegen des schmackhaften Fleisches gezüchtet, die Zeit der Federbarone ist vorbei.

Der Rest, die Federn als Staubwedel, die Lederhaut als Handtaschen und die leeren, nicht befruchteten Eier buntbemalt, gelangen in die Souvenirindustrie. Rührei von einem Straußenei entspricht ca. 25 Hühnereiern. Das ca. 1,5 Kg schwere Ei müsste man 1,5 Stunden kochen, um ein weichgekochtes Ei zu bekommen. Die Eier sind so stabil, dass sich jemand mit gut 100 Kg Gewicht auf diese draufstellen kann, ohne dass es knackt. Fachkundig wurden wir durch eine ausgewanderte Deutsche Mitarbeiterin der Farm durch das Farmgelände geführt. Zu guter Letzt schwangen sich noch 3 Angestellte der Farm auf 3 Strauße und führten ein -nicht ernstzunehmendes- Straußenrennen durch. Die Trinkgelder für die angestellten Schwarzen dienten ihnen auch zum Unterhalt ihrer Familien. Bloß gut, dass schon die Dämmerung einsetzte, sonst hätten die armen Tiere womöglich auch noch mit dem ein oder anderen schwergewichtigen Touristen laufen müssen.

Der obligatorische Besuch im zugehörigen Straußenfarm Souvenir Shop stand im Plan und war Abschluß des Besuches der Straußenfarm. Als wir die Preise sahen, verging uns die Kauflust, auch wenn die Souvenirs aus eigener Produktion zu sein schienen.

Oudtshoorn Hotel

Es war schon dunkel, als wir das Hotel erreichten. Kofferservice wie gehabt, Schlüssel und Begrüßungstrunk auch. Es ist sehr angenehm, so aufmerksam versorgt zu werden. Und es war auch gut so, denn der Aufzug war defekt. Trotzdem waren die Koffer schnell auf den Zimmern. Am anderen Morgen hat sogar der Geschäftsführer im weißen Hemd und Anzug mitgeholfen, die Koffer zum Bus zu tragen.

Das Hotel machte einen guten Eindruck, die waren Zimmer groß und geräumig mit sehr guter Einrichtung, die besten Betten auf der gesamten Reise, sogar mit richtigen Steppdecken. Leider verdiente das Restaurant weniger gute Noten, weder das Abendessen in Büffetform noch das Frühstücksbüffet stellte wenig Auswahl für teures Geld zur Verfügung. Teilweise waren die warmen Speisen kalt. Das Restaurantpersonal war schwer überfordert, dabei war es gar nicht mal so voll, die andere Busgruppe war in einem anderen Hotel untergebracht. Mitreisende, die abends nebenan im Restaurant Feijne Keuken gegessen hatten, zahlten weniger als wir und bekamen wesentlich besseres Essen von freundlichem aufmerksamen Personal.
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6. Tag: Fahrt Oudtshoorn - Knysna

sonnig morgens 12 °C, tagsüber 24 °C, abends 16 °C, leichter Wind, sehr angenehmes Klima

Auf Tour

Um 8 Uhr rollten die Räder. Die Strecke bis Plettenberg sollte ca. 300 Kilometer sein. Richard, unser Reiseleiter entschuldigte sich als erstes für die verkorkste Shoppingtour auf der Straußenfarm und führte den Bus zu einer kleinen Hütte vor den Toren Oudtshoorns. Wäre ich privat unterwegs gewesen, ich hätte hier nie gehalten. Nach dem der Bus wieder unterwegs war, schloß der Souvenirhändler sein Geschäft zu, weil er keine Ware mehr hatte, und er mit dem eingenommenen Geld einen mehrwöchigen Urlaub auf den Seychellen antreten konnte.

Der Weg führte schnurstracks durch die Langen Berge hindurch Richtung Südosten nach Mossel Bay. Kommt man aus den Langen Bergen heraus, entfaltet sich eine flache fruchtbar grüne Landschaft bis zum Indischen Ozean und dem Ort. Aus Reiseführern wusste ich von der Schönheit dieser Bay und dem Ort. Von einer aufstrebenden Ölindustrie stand da nie etwas, auch nicht von dem wenig attraktiven Ortszentrum. Trotzdem haben viele Südafrikaner hier ihre Ferienhäuser, die stehen aber so dicht gebaut wie die der Townships der Schwarzen. Hier würde ich keinen Urlaub machen wollen.

Bartolomeu Diaz entdeckte 1487 diesen Ort, weil er, bedingt durch einen Sturm von seinem Weg nach Kapstadt am Kap abgetrieben wurde und deshalb hier oben landete. Er nutze Mossel Bay aber nur zum Auffüllen seiner Vorräte und machte einen Baum zu einem Briefkasten, der mehrere Jahrhunderte von allen Seefahrern genutzt wurde. Dieser 500 Jahre alte Baum steht heute noch neben dem sehenswerten Bartolomeu Diaz Museum. Darin ist unter anderem der Nachbau seines Schiffes zu sehen, mit dem er hierhin unterwegs war.

Die attraktiveren Feriengebiete beginnen erst, wenn man Mossel Bay nach Nordosten Richtung George verlässt. Die Straße führt am Indischen Ozean entlang, wobei die Landschaft immer traumhafter und wilder wird. Der Ort Wilderness heißt nicht umsonst so. Sedgefield, ein von Deutschen Rentnern und Pensionären bewohnter Ort, liegt gleich dahinter an traumhaften breiten und leeren Stränden und einem Naturpark im Hinterland, der von den Langen Bergen begrenzt wird. Hier hat auch der ehemalige Präsident Botha, der die Politik der Apartheid eingeführt hatte, seinen Ruhesitz. Die jetzige Regierung hat ihn für seine Politik auch mit einer Geldbuße von 5000 Rand bestraft, das mögen so ungefähr 650 Euro sein.

Irgendwann erreichten wir Knysna, wo wir eine Mittagpause einlegten. Knysna ist ein typischer Touristenort mit einem hübschen kleinen Hafen, gelegen an einer weiten Lagune. Es gibt einige Restaurants mit Außenbereichen, von denen man beim Essen dem Treiben der Menschen zuschauen kann. In einer Fußgängerzone kann man in kleinen Geschäften herumstöbern. Vor dem Hafen liegt die Endstation der Schmalspurbahn mit dem Namen Outeniqua Choo Tjoe, die durch die wilde und zauberhafte Landschaft Richtung Wilderness und zurück verkehrt. Wir hätten alternativ zur Busstrecke auch mit der Bahn fahren können, aber uns wurde vermittelt, dass die Busstrecke genauso phantastisch sei. Nun, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher, ob das der einzige Grund war, um uns im Bus zu halten.
Leider wurden alle Touristen vor dem Bahnhof von Schwarzen Mummies belästigt, die unbedingt ihre bunten Tücher verkaufen wollen.

Übrigens ist eine Schmalspurbahn in Südafrika nichts Besonderes. Aus heute unerfindlichen Gründen hat mal einer damit angefangen und nicht gewusst, dass er damit zu einem grenzüberschreitenden Problem Südafrikas beitragen würde.

Am Nachmittag erreichten wir Plettenberg. Es zeigte sich als vornehmes, elegantes und entsprechend teures Urlaubsstädtchen an der gleichnamigen Bay. Im Ort selbst hielten wir beim Durchfahren nicht, dafür fuhren wir einen Aussichtspunkt an, von dem man aus den Ort sowie die weit geschwungene Bay überschauen konnte. Am späten Nachmittag hatten wir noch Gelegenheit auf einem gewundenen Weg durch dichtes Gestrüpp an die Bay zu laufen. Es war recht stürmisch. Obwohl Richard vor dem Baden im Meer wegen starker Strömungen warnte, ließen es sich einige nicht nehmen, sich in die Fluten zu stürzen. Sonst war der Strand menschenleer.

Protea Hotel Plettenberg Bay

Als wir rund 10 Kilometer hinter Plettenberg an der traumhaften Keurboom River Lagune, weitläufig umschlossen mit Wäldern, nicht weit von der verschwenderisch schönen Bay das Hotel erreichten, wurden wir sprachlos, als wir in dieses scheinbar so traumhafte Haus kamen. Die Lobby  machte es den Eindruck eines 5 Sterne Hotels. Sie war edel ausgestattet, der Durchgang zum Restaurant führte über eine kleine edle Holzbrücke mit einem Bächlein darunter. Überall teurer Marmor, Türen aus edlem Holz. Der Kofferservice und die Begrüßungsgetränke waren ja schon obligatorisch. 
Unser Zimmer war etwas klein, und etwas spartanisch eingerichtet. Na ja, für eine Nacht reichte es aus, und ich zog dem Hotel innerlich 1 Stern ab. Der Schirm der Nachtischlampe war kaputt, und nachdem ich die Birne festgedreht hatte, leuchtete sie auch wieder. Das Ladegerät für die Kamera lief nicht, das lag an der defekten Steckdose. Im Bad war kein Fön. Die Fenster waren so verrostet, das wir eines gar nicht auf bekamen. An den Wänden klebten Fliegenleichen. Da waren es nur noch 3 Sterne.
Als unsere Koffer nach einer halben Stunde immer noch nicht auf dem Zimmer waren, habe ich sie dann selber geholt, wir wollten doch noch so lange es Hell war an den Strand. Wären wir länger in diesem Hotel geblieben, würden wahrscheinlich gar keine Sterne mehr übrig bleiben.

Das Restaurant passte sich wiederum der Lobby an. Es war wirklich sehr edel eingerichtet; darum kam wieder ein Stern hinzu. Die Büffets am Abend und das Frühstück am nächsten Morgen, es gab sogar Graubrot und Bratfisch, waren reichlich und sehr gut. Das Personal war leider wieder mal überfordert und völlig unaufmerksam und wir hatten den Eindruck, dass sie entweder keine weißen Gäste mochten, oder wir als Busreisende selber zu wenig Sterne trugen. Es hatte mehr mit sich selbst zu tun und kümmerte sich weniger um die Gäste - unsere Busleute waren die einzigen, die ich ausmachen konnte. Meine Sternrechnung kam in Summe auf 2,75. Bei der Abfahrt erzählte uns ein Pärchen, dass sie vor vielen Jahren schon einmal hier gewesen wären, und damals wären die 5 Sterne in allen Bereichen noch gerechtfertigt gewesen.
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7. Tag: Fahrt Plettenberg - Port Elizabeth, Flug nach Durban

bedeckt morgens 14 °C, Regen tagsüber 26 °C, leichter Wind, Abends in Durban schwülwarm und stürmische Böen Sturm

Um 10 Uhr rollten die Räder. Die zu fahrende Strecke bis Port Elizabeth sollte ca. 280 Kilometer betragen. Die Traumlandschaft änderte sich in eine wilde mit tiefen Schluchten bis zum Meer reichende zerklüftete Berglandschaft direkt am Indischen Ozean. Die erste Rast legten wir ein an der höchsten Brücke Südafrikas, die sich mit 260 m Höhe über eine tiefe Schlucht spannt. Von der Brücke kann man sich als Bungee Jumper in die Tiefe stürzen, doch diese Gelegenheit wollte niemand von uns wahrnehmen. Außerdem fing es jetzt auch noch zu regnen an.

Tsitsikamma Nationalpark

Entlang der Tsitsikamma Berge (Tsitsikamma bedeutet soviel wie rieselndes Wasser) fuhren wir zum gleichnamigen Nationalpark, der sich wohl über 70 Kilometer an der Küste und den Bergen hinzieht. Der Eintritt war inklusive. Der Bus ließ uns auf einem kleinen Parkplatz an einer von Felsen zerklüfteten Bucht raus, an der uns der indische Ozean wild und unbändig mit seinen Wellen durchnässen wollte. Die Ursprünglichkeit des Landes zeigte sich im direkt hinter einem rustikalen Restaurant und Souvenirshop. Über Felsen und eine kleine Sandbucht führte ein rutschiger Weg direkt in den Urwald. Er ist der einzige in Südafrika naturbelassene Urwald, alle anderen Wälder sind mittlerweile aufgeforstet worden mit Fichten und Eukalyptusbäumen. Heimische, südafrikanische Bäume verlieren im Herbst übrigens keine Blätter. Die Bäume, die zum Winter ihr Laub abwerfen sind europäisch und nachgepflanzt.

Im Nationalpark gibt es einige, auch mehrtägige Wanderwege, wie zum Beispiel der Otter-Hiking-Trail, die jedoch täglich nur von kleinen Gruppen besucht werden dürfen und angemeldet sein müssen. Körperliche Fitness wird vorausgesetzt, denn die Trails sind sehr anspruchsvoll.

Es schüttete teilweise wie aus Eimern, sodass auch der dichte Regenwald die Wassertropfen nicht mehr abhalten konnte. Über einen gut zu gehenden Bohlenweg wurde man für ca. eine halbe Stunde ins innere des naturbelassenen Waldes gelockt bis zu einer windigen aber gesperrten Hängebrücke über den Storms River. Dahinter sollten sich Höhlen befinden, die wir aber nicht erreichen konnten, weil die Brücke gesperrt war. Die Baumriesen haben wir leider auch nicht gesehen. Bei dem Sauwetter machte das alles keinen richtigen Spaß.

Zurück im Restaurant war zwar das Essen schon vor 2 Stunden vorbestellt, damit die Bediensteten problemlos alles vorbereiten konnten. Aber es kam zu einem heillosen Durcheinander, weil der Parallelbus mittlerweile auch eingetroffen war. Die Bediensteten des Restaurants waren mal wieder überfordert mit dem Ansturm von 80 hungrigen Deutschen. Doch irgendwie hat jeder irgendwas zu essen bekommen und vielleicht auch das bezahlt, was er verzehrt hatte.

Port Elizabeth

Gegen 16 Uhr und nach rund 200 Kilometern erreichten wir Port Elizabeth, dem Ende des ersten Teils unserer Südafrika Busrundreise nach einer ruhigen Fahrt durch eine langweilige Landschaft. Spätestens hier endet auch die Gartenroute, zumindest für uns.

Es regnete in Strömen, es war kalt und trüb. Doch Richard trieb uns zu den geschichtsträchtigen Stellen oberhalb des Hafens. Fotografieren und Filmen war so gut wie unmöglich, der Tross löste sich schnell auf und verschwand im trockenen Bus. Eine kleine Stadtrundfahrt brachte auch hier zu Tage, dass die historische Innenstadt von den Schwarzen übernommen wurde und seitdem verkommt. Sogar die Kupferschilder, die eine zum Weltkulturerbe zählende Häuserreihe in der Donkin Street gekennzeichnet hatten, sind inzwischen demontiert und verscherbelt. Weiße wohnen auch in dieser Stadt nicht mehr im Zentrum.

Am Flughafen das geordnete Chaos. Wir wurden im Bus gebeten, den Gepäckträgern ihre Arbeit nicht wegzunehmen. Die stürzten sich nämlich bei der Ankunft sogleich auf den Bus, bewaffnet mit einen großen Gepäckkarren, füllten ihn halbwegs, schoben ihn in die überfüllte Halle und wuchteten die Koffer wieder runter auf den Boden. Schon stürzten sich die Kofferbesitzer auf sie, schlugen sich durch die Halle zur Schlange an den Check-In Schaltern, um die besten Plätze im Flieger zu ergattern. Da sich im Laufe der Reise unzertrennliche Grüppchen gebildet hatten, versuchten die natürlich zusammenhängende Plätze zu organisieren. Das scheiterte spätestens bei den Damen hinter dem Check-In Schalter. Gisela, meine Ehefrau bekam z.B. genau wie ich selbst einen Fensterplatz: Gisela am rechten Fenster, ich am linken, aber, immerhin in derselben Reihe. Andere Paare hatten auch jeweils ein Fensterplatz, aber der eine vorne, der andere hinten im Flugzeug. Die Unzertrennlichen wurden zum Leidwesen der Organisatoren gänzlich verstreut. Der nette Südafrikaner, der den Platz neben mir einnahm zeigte Verständnis und wechselte mit meiner Ehefrau. Das sei wohl normal, meine er grinsend, die Leute am Check-In Schalter seien einfach nur dumm.

Hotel Tropicana, Durban

Nach einer guten Stunde Flug landeten wir in Durban. Das Gepäck war schnell auf dem Band, und die neuen Reiseleiter warteten schon auf uns. Die beiden Busgruppen blieben so erhalten. Es war schon dunkel als wir gegen 21 Uhr endlich im Hotel waren. Beide Busse kamen fast gleichzeitig an, so war das Gedränge in der Lobby groß. Für das Begrüßungsgetränk hatte eigentlich keiner die Muße, Hauptsache der Schlüssel war ergattert. Da jeder von uns sich denken konnte, dass die Gepäckträger ewig brauchen würden bei dem Durcheinander halfen wir ihnen mit allen Kräften: Jeder zog seinen Koffer hinter sich her in den kleinen Aufzug, sodass immer nur max. 3 Leute mitkamen. Doch irgendwann waren alle 80 Leutchen in ihren Zimmern.
Ein langer Tag ging zu Ende. Auf das Abendessen verzichteten viele, auf den Gang an die Bar nicht.

Auch hier zeigte sich das Hotel im Empfangsbereich, der Lobby, und dem Restaurant als erstklassiges Hotel. Doch auf den Fluren zu den Zimmern und die Zimmer selber schienen schon mal bessere Tage erlebt zu haben. Diesmal war unser Fensterrahmen kaputt und man konnte ins Freie fassen. Die Toilettenspülung funktionierte manchmal nicht, es gab keine Infomappe über das Hotel, keine Fernbedienung für den Fernseher, der Telefonstecker baumelte an einem Draht aus der Wand gerissen an der Wand herum. Die Minibar war wohl früher mal eingebaut gewesen.
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8. Tag: Fahrt Durban - Hluhluwe

heiter morgens 16 °C, tagsüber 26 °C, leichter Wind, subtropische feuchtwarme Luft

Durban

Das Frühstücksbuffet war reichlich, mit viel tropischen Früchten und Säften, aber um halb sieben Uhr morgens noch nicht ganz komplett aufgebaut. Beim Restaurantpersonal hatte man den Eindruck, sie waren gerade erst aufgestanden, sie schienen alle noch zu schlafen. Wenn sie präsent waren, dann standen sich gegenseitig im Weg. Einer lief mit einer einzigen Kanne Kaffee herum, die schnell ausgeschenkt war und verschwand dann ewig, bis er wieder kam.

Die Reiseleiter sprachen sich gut ab, denn beide Busse wurden zeitversetzt beladen, sodass an diesem Morgen kein Chaos entstand. Dennoch kam ein Koffer nicht mit, auch noch der des Reiseleiters. Man war sich später nicht einig, ob es an der Schusseligkeit des Reiseleiters lag oder an der des Hotelpersonals. Es war mir sowieso ein Rätsel, wie die Hotelangestellten es immer wieder schafften, die Koffer von uns allen im Bus unterzubringen und nie einer übrig blieb.

Vom Tropicana startete die Stadtrundfahrt gegen 8 Uhr. Durban ist halt eine Metropole am Indischen Ozean mit einem verödeten Stadtkern, der von den Schwarzen genauso vereinnahmt wurde wie schon Port Elizabeth. Bei einem Fotostopp hatten wir Gelegenheit die Skyline Durbans von der Meerseite zu bewundern. Anschließend gab einen Stopp in dem Teil der City von Durban, in dem viele Museen und Banken stehen, damit man sich noch einmal mit Geld eindecken konnte. Und es ist auch empfehlenswert, denn später in der Wildnis kann es problematisch werden Euros umtauschen zu wollen. Der Stopp dauerte zu lange um Geld zu holen, war aber leider zu kurz, um ein wenig die Gegend zu erkunden. 

Nach der Durchfahrt der Straßen, an denen die schönen alten Häuser der Gründerzeit stehen, wurde der nächste Stopp im indischen Viertel am Indian Market eingelegt. Dieter kannte dort einen deutsch sprechenden Inder, der Interessierte in die Geheimnisse von Gewürzen einwies. Natürlich konnte man bei ihm auch Gewürze kaufen. Wer keine Lust darauf hatte konnte selbstverständlich die Markthalle auf eigene Faust durchstöbern. Die Preise, auch für Souvenirs, waren äußerst günstig. Gewürzgeruch bestimmte das Klima und die Geschäftstüchtigkeit der Inder. Blieb man auch nur eine Sekunde länger stehen oder sah man ein Objekt länger als 2 Sekunden an, stand schon ein Händler hinter einem. Die fingen sofort an ihre Waren anzupreisen in allen möglichen Sprachen und Verkaufsargumenten, dass man nur noch Fluchtartig das Weite suchen musste, wenn man wirklich nichts kaufen wollte.

Auf Tour

Gegen 10:30 Uhr verließen wir die Zivilisation Richtung Nordosten am Indischen Ozean entlang, und das Abenteuer Afrika sollte beginnen. Leider wurde bald schon wieder ein Stopp eingelegt, diesmal an einer Tankstelle. Und schon wieder Shopping. Dieter, unser Reiseleiter, hatte die Ruhe weg.

Die Landschaft wird abwechselnd bestimmt von Zuckerrohrplantagen, Eukalyptuswälder und Kiefernschonungen. Und immer und immer wieder Zuckerrohrplantagen, Eukalyptuswälder und Kiefernschonungen.

Bis hinauf nach St. Lucia, wo uns für nur 100 Rand fakultativ ein Bootsausflug auf einem Binnensee angeboten wurde, um Flusspferde und Krokodile zu beobachten. Das ließ sich natürlich keiner entgehen. Es begann sich das erste Jagdfieber bei den Leuten zu zeigen, unermüdlich hielten sie Ausschau um die ersten wilden Tiere als erster zu erspähen. Und tatsächlich, nach einiger Zeit waren sie erfolgreich: Wir sahen mehrere Flusspferd Familien, zwei Krokodile und einen Weißkopfadler, der sich durch uns gestört fühlte. 
Die St. Lucia Lagune ist das drittgrößte Naturschutzgebiet Südafrikas. Die Landschaft zeichnet sich durch Vielfalt der Natur aus und bietet u.a. Grasland, Wälder, Lagunen und Sümpfe.

Der Bootsausflug wäre beinahe noch gescheitert, weil wir zuvor zum Mittagessen, diesmal bei einem Griechen, eingekehrt waren, und die Bedienung es erst nicht schaffte alle Bestellungen aufzuschreiben und die Küche ewig brauchte um ein Sandwich bereitzustellen. Zeit genug zum Essen wäre schon eingeplant gewesen. Doch Bestellungen wurden vergessen, das Essen kam nicht oder es war das falsche. Das Kassieren klappte gerade noch so. Die Letzten stiegen noch mit kauendem Mund aufs Boot.

Bis Hluhluwe waren es immer noch gut 2 Stunden zu fahren. Bei Sonnenuntergang, die nächste Pause, an einem Markt am Straßenrand. Die Leute kauften den Einheimischen den gesamten Bananenbestand auf. Die Bananen waren wirklich gut und so eine 3 Kg Staude kostete umgerechnet gerade mal 1 Euro. Natürlich wurden auch Souvenirs gekauft und bedauert, dass man die großen Tonkrüge nicht mit in den Bus nehmen durfte. 

Zulu Nyala Heritage Lodge I

Es war stockfinster als wir endlich die Lodge weit außerhalb einer Ortschaft erreichten. Als Gag überraschte uns Dieter mit der Botschaft, dass über die Hälfte unserer Gruppe in zeltähnlichen Gebäuden untergebracht werden sollten. Ein ablehnendes Gemurmel schwoll an. Wir wollten doch nicht zelten! Sollten wir auch nicht, wie sich später herausstellte, denn bei den Zelten handelte es sich um teilweise gemauerte Wände, ein gefliestes Bad, ein komfortabel eingerichteten Raum mit Doppelbett mit einer abschließbaren Tür. Eine Zeltplane bedeckte das Dach und Teile der Seitenwand. Die Fenster konnte man wie beim Zelt aufrollen. Diese Umstände kannte jedoch niemand, als wir alle im Foyer der Lodge standen und die Schlüssel nach Namensausruf verteilt wurden. "Hoffentlich jetzt nicht unser Name für ein Zelt", dachte eigentlich jeder. Wir hatten "Glück" und bekamen ein wirklich schönes Zimmer im Hotel. Wenn wir früher, noch bei Helligkeit angekommen wären, hätten wir die Zeltdachgebäude vorher in Augenschein nehmen können.
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9. Tag Hluhluwe Nationalpark und Zulu Dorf

morgens sonnig 18 °C, tagsüber heiter 26 °C, abends 16 °C

Am Nachmittag erwischte uns ein kurzer, aber heftiger Wolkenbruch im Zulu Dorf, abends trocken, kaum Luftfeuchtigkeit sehr angenehm.

Zulu Nyala Heritage Lodge II

Nachdem die Zeltbewohner die Nacht überstanden hatten, waren doch alle begeistert, denn der Komfort war gegeben und nach Öffnen der Tür stand man sofort in der freien Natur. Wir Hotelbewohner waren nicht minder begeistert, denn die Zimmer waren geräumig. die Betten gut und auch sehr schön eingerichtet. Von der Terrasse hatte man einen wunderschönen Blick auf sanfte Landschaft um den Hluhluwe Nationalpark.

Das Frühstück um halb sieben war eine einzige Katastrophe. Das Büffet an sich wäre sehr gut gewesen, wenn sich die Damen und Herren Reiseleiter zeitlich gesehen etwas abgesprochen hätten. So kamen die Mitreisenden von drei Bussen, also ungefähr 120 Leute alle zur gleichen Zeit zum Frühstück. Dummerweise stand die Schlange für die gebratenen Eier vor dem gesamten kalten Büffet, sodass niemand irgendwo dran kam. Der Koch, der die Eier briet, hatte die Ruhe weg. Da viele Mitreisenden kaum englisch sprachen und die Schwarzen kaum Englisch verstanden, dauerte es eine Zeit bis er wusste, wie jeder Einzelne seine Eier wollte. Gewissenhaft briet er sie dann so wie gewünscht. Wenn nicht einige in der Schlange aufgegeben hätten, stünden sie heute nach an. Auch der Kaffeeausschank aus der einen Thermoskanne dauerte, denn sie war schnell leer. Bis dann jemand kam und sie nachfüllte, das dauerte.

Wenn die Lodge nicht gerade von Busladungen voller Touristen belagert wird, ist sie ein traumhaft schönes Fleckchen Erde. Einsam gelegen, mitten in sanften grünen Hügeln mit üppiger Vegetation. Rustikal-elegantes Ambiente, so wie man sich eine komfortable Lodge eben vorstellt. Ebenerdige Zimmer mit Stühlen vor der Terrassentür, auf denen man den Sonnenuntergang oder den Sternenhimmel in glasklarer Luft und unheimlicher Stille genießen kann.

Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark (sprich: Schluschluji-Umflozzi)

Mit zwei Bussen voller Film- und Fotojäger erreichten wir nach einer dreiviertel Stunde die Einfahrt zum Nationalpark und die offenen Jeeps, in die jeweils 10 Leute passten, wurden geentert. Da sich nach einer guten Woche unzertrennliche Grüppchen gebildet hatten, war es für die nicht dem Gruppenzwang unterliegenden Mitglieder der Reise schwierig, trotz freier, aber reservierter Plätze, in den Jeeps unterzukommen. Besonders traf es die Leute aus dem zweiten Bus, der 10 Minuten später eintraf. Doch nach langem hin und her hatte jeder einen Platz bekommen.

Endlich ging es auf Safari. Zuerst auf geteerten Straßen, dann auf unbefestigten Wegen rumpelte der Jeep hinein in den Park. Morris, der Ranger, ein Südafrikaner, gab knapp erforderliche Erklärungen und eine kurze Verhaltensmaßregen ab: Wer ein Tier erspähte solle nicht vor Freude herumschreien, sondern leise Bescheid geben, damit die Tiere nicht die Flucht ergreifen.

Alle suchten angestrengt das hügelige Gelände ab. Doch nur Morris erspähte mit geübtem Blick die oft durch das hohe Gras getarnten Tiere: Giraffen, Wasserbüffel, Elefanten, Nashörner und noch viel mehr. Die Elefanten flößten uns Respekt ein. Wir standen wohl mit dem Jeep auf ihrem Weg und das machte uns ein Bulle unmissverständlich klar, in dem er Kopf und Rüssel schwenkend auf uns zu kam und mit den Ohren wedelte. Oh man, das war kein Spaß wie im Zoo! Morris setzte den Jeep vorsichtig zurück, sodass der Weg für den Elefantenbullen frei wurde. Ja, Elefanten in der Größe können schon mal einen vollbesetzten Jeep umwerfen. Eine andere Gruppe erzählte später, dass sie von einer Elefantenherde eingekesselt wurden. Die Armen im Jeep schwitzten Blut und Wasser. Aber die Ranger wussten das Richtige zu tun.

Diese Safari in dem wirklich schönen Hluhluwe Nationalpark bleibt wohl allen als tolles Erlebnis in den Köpfen erhalten. Genauso wie der Halt in einem kleinen Ort, ich glaube es war Hluhluwe selbst, auf dem Weg zurück zur Lodge. Irgendeiner der Gruppe kam auf die Idee, hier Geld in einer Bank umtauschen zu müssen. Die anderen schlenderten die Straße auf und ab andere gönnten sich etwas Warmes bei KFC - übrigens weit verbreitet in Südafrika. Nach einer halben Stunde waren alle zurück, bis auf den Geldtauscher. Als er nach einer dreiviertel Stunde immer noch nicht da war und die anderen auch schon längst mit shoppen fertig waren, wurde ein Suchtrupp losgeschickt. Der arme Kerl stand immer noch in der Bank am Schalter, denn der Bankangestellte war mit den Euros und dem Pass verschollen. Gott sei Dank ging das dann doch noch gut aus. Aber merke: Versuch nicht im Afrikanischen Busch Euros umtauschen zu wollen.
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Besuch im Zulu Dorf

Um 14 Uhr wollten wir uns bei den Bussen treffen, um zu einem Zulu Dorf zu gehen. Weil niemand glaubte, dass wir gehen würden, versammelten sich alle pünktlich am Bus. Nur Dieter fehlte. Der Reiseleiter der anderen Gruppe marschierte wortlos an uns vorbei, seine Gruppe zockelte hinter ihm her. Wir standen unschlüssig herum. Unser Busfahrer schloss seinen Bus ab und verschwand ebenfalls. Die andere Gruppe sammelte sich inzwischen ca. 200 m vom Busparkplatz entfernt. Unsicher, was zu tun sei, schlenderten einige zur anderen Gruppe hinüber, andere wollten Dieter mit ihren Blicken heran beamen. Endlich kam er dann angetrabt und brummelte uns an, warum wir nicht bei der anderen Gruppe seien, das hätte er uns doch gesagt. Nun, es war nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass er uns angeblich was gesagt haben wollte.

Das Zulu Dorf war keine 200 m von Parkplatz weg. Keiner hatte es bemerkt, denn es war mit einem Zaun aus Ästen gut unter einer Gruppe von Bäumen getarnt. Bevor wir eingelassen wurden, wurden mittels einer Regierungsmitarbeiterin, sie erkannte man an der Uniform die sie trug, und dem Dorf Chef einige traditionelle Besuchsregeln erklärt.

Weil wir zu spät waren, bekamen wir sie leider nicht mit, denn die Tür öffnete sich gerade und wir durften eintreten.
Der Lehmboden war sauber gefegt und durch die fachkundige Führung Dieters lernten wir Leben und Gebräuche der Zulus kennen. War sehr interessant. Leider hatten wir ja den Beginn der Show verpasst. Zum Abschluß gab es eine Vorführung eines traditionellen Tanzes. Doch dabei begann der Regen. Der Lehmboden wurde augenblicklich zur rutschigen Seifenbahn. Die Tänzer mussten aufgeben und flüchteten zusammen mit den Zuschauern unter einige Strohdächer von offenen Hütten. Der Platzregen dauerte gut 20 Minuten, an Tanzen war auf dem schlammigen Untergrund nicht mehr zu denken. Die Gesellschaft löste sich nach und nach auf. Was blieb, waren bei jedem Schritt über den Lehmboden wachsende Schlammklumpen an den Füßen und den Hosenbeinen. Der Rest des Nachmittags wurde von allen genutzt, um die Hosen und Schuhe wieder einigermaßen sauber zu bekommen.

Die Dämmerung und den Sonnenuntergang mit einer Komposition aus einem orangefarbenen bis glutroten Himmel über den am Horizont liegenden Bergen genossen alle auf den Terrassen sitzend. Ja, hier wären wir gerne noch ein paar Tage geblieben, aber nur, wenn keine Bustouren hier übernachten.
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10. Tag: Fahrt Hluhluwe - Swaziland - Krüger Nationalpark

heiter morgens 14 °C, tagsüber 24 °C, abends 16 °C trocken, kaum Luftfeuchtigkeit, sehr angenehm

Im Zulu Land arbeiten die Frauen, die Männer ruhen sich aus. Das geht sogar soweit, dass in der Lodge Zulu-Frauen als Kofferträger arbeiten und die schweren Teile in den Bus wuchten mussten, während der Busfahrer in aller Seelenruhe zuschaute, wie am Ende 5 Koffer übrig blieben, die sonst immer reingepasst hatten. Erst dann griff er ein, damit wir endlich los kamen. Um viertel vor acht rollten dann die Räder Richtung Zwaziland. Der Grenzübertritt erfolgte mit einem Stempel im Pass. Und es ging weiter durch eine gartenähnliche Ebene.  Dass der König von Swaziland uns die Durchfahrt erlaubte, lag natürlich auch daran, dass wir bestimmte sogenannte Regierungsprojekte anfahren mussten; soll heißen, der Tag artete fast zu einer Butterfahrt aus. Wäre Swaziland nicht ein so schönes Fleckchen Erde und wären die Menschen, die wir trafen, nicht so ausgesprochen freundlich und nett, hätten wir uns schwarz geärgert. Aber so nahmen wir den Souvenirshop mit Toilettenbenutzung, die Kerzenfabrik mit Souveniraußengelände, die Glasfabrik mit Souvenirladen und den Souvenirmarkt an einem Aussichtspunkt auf die Drakensberge gelassen hin. Fairerweise muss man sagen, dass die Souvenirs wesentlich günstiger zu kaufen waren, als in Südafrika. Bezahlt werden konnte mit dem Südafrikanischen Rand, man sollte nur darauf achten als Wechselgeld auch Südafrikanische Rand wiederzubekommen.

Jeder Shoppingstop dauerte länger als geplant. Das führte u.a. auch dazu, dass wir sehr spät aber Gott sei Dank nicht zu spät die Grenze zu Südafrika erreichten. Die wird nämlich um 18:00 Uhr geschlossen. Unser Fahrer heizte was der Bus hergab.

Der nächste Schock kam, nachdem wir wieder in Südafrika waren, als uns Dieter erklärte, im Hotel gäbe es heute Abend wohl nichts mehr zu essen; nur noch Zimmerservice. Aber der Bus müsse noch tanken und während dieser Zeit könnten wir im angeschlossenen Supermarkt einkaufen. Entsetzen stand vielen in den Gesichtern geschrieben. Aber ein Supermarkt ist schon gut, aus der Erfahrung der Tour wussten wir, dass die Supermärkte in Südafrika sehr gut sortiert sind.
Der Supermarkt westlichen Stils wurde sozusagen überfallen und leergekauft. Einige hatten wohl während der Tankpause bei Dieter nachgefragt, denn als der Bus wieder fuhr stellte sich heraus, dass er völlig missverstanden worden war: Natürlich gäbe es noch Abendessen _und_ Zimmerservice. Und das Essen in dem Hotelrestaurant sei sogar sehr gut und wirklich zu empfehlen!

Der König von Swaziland hat übrigens an die 70 Frauen, jede mit einem 3er BMW ausgestattet. Sie wohnen bisher in Reihenhäusern. Da sie sich aber dort wie kaserniert vorkommen, was ihnen nicht passt, möchte jetzt jede von ihnen ihre eigene Villa haben. Er selber fährt Maybach. Die 14 Millionen Euro, die er für seine neue Villa aus Entwicklungsgeldern des Westens haben wollte, hat er, glaube ich, nicht bekommen.

Hotel Pine Lake Inn

Das Pine Lake Inn liegt ein paar Kilometer vor Witriver, ca. 60 Kilometer westlich vom Krügerpark entfernt. Die Koffer waren zügig auf dem Zimmer, obwohl unser Zimmer in der 3. und obersten Etage ganz hinten lag. Das Zimmer war gut eingerichtet, die Betten schon etwas älter. Im Foyer Bereich war noch der alte konservative englischer Stil zu spüren. Golfspieler ruhen sich hier nach dem Match Pfeife rauchend aus, die Hotelmitarbeiter waren aufmerksam und höflich. Ein distinguiertes Haus. Das Restaurant verdiente das Prädikat Spitzenklasse, hier hatte Dieter noch untertrieben und deshalb war es doppelt ärgerlich, dass sich am ersten Abend alle mit Supermarkt-Snacks eingedeckt hatten, anstatt das bereitgestellte Büffet zu genießen. Das Frühstücksbüffet stand dem am Abend in keiner Weise nach. Es gab das beste englische Frühstück dieser Reise, kontinentales Frühstück, alle möglichen tropischen Früchte und Getränke, Cornflakes, es gab nichts, was es nicht gab. Sogar richtiges Graubrot und Körnerbrötchen. Die Restaurantmitarbeiter hatten alles im Griff.
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11. Tag: Safari im Krüger Nationalpark

sonnig morgens 14 °C, tagsüber 28-30 °C stechende Sonne, abends 16 °C trocken, sehr angenehmes Klima, klare Sicht

Auf Safari

Wecken 4:30, jawohl, vier Uhr dreißig, Stehkaffee um 5 Uhr, 5:15 Uhr Abfahrt, 6 Uhr bei Sonnenaufgang Ankunft am Phabeni Gate des Krüger Nationalparks (ca. 10 Kilometer östlich von Hazyview). Die Safari mit unserem Bus war im Reisepreis inklusive. Es wurde auch eine teure Jeep Safari angeboten, von der fast die Hälfte Gebrauch machten. Gut, wir waren im Bus nicht an der frischen Luft, trotzdem würde ich das nächste mal wieder den Bus vorziehen. Denn die Jeep Fahrer froren sich bis zur ersten Pause um 9 Uhr die Nase ab, sahen kaum Tiere, und sie wurden dann den Tag über gar gekocht, weil es an dem Tag sehr heiß war und die Sonne unerbittlich vom blauen Himmel stach. Nun, und viel mehr Tiere als wir sahen sie insgesamt auch nicht. Denn bis auf Impalas, Gnus, Springböcke und Kudus hatte sich der Rest gegen die Parkbesucher verschworen und waren nur aus weiter Entfernung schemenhaft erkennbar.
Ob man auf solchen Safaris die erhofften Tiere zu sehen bekommt, ist eben Glücksache.

Der Krüger Nationalpark ist riesig, er ist auch nicht komplett zugänglich. Da man sich ja naturgemäß nur langsam fortbewegt und zur Tierbeobachtung auch mal stehen bleibt, schafft man an einem Tag nur einen kleinen Teil des ca. 360 Kilometer langen und ca. 60. Kilometer breiten Parks. Der gesamte Park ist umzäunt. Durch 10 Tore, die meisten im südlichen Teil, kann man in den Park fahren. Das Phabeni Gate liegt im südlichen Bereich des Parks, wo auch der meiste Besucherbetrieb herrscht.

Die Fahrt führte zuerst nach Skukuza, eine Rastanlage, von denen es mehrere im Park gibt, wo wir unser mitgebrachtes Lunchpaket verspeisen konnten. Bis hierhin hatten ein paar Antilopen und Impalas gesehen. Über Tshokwane erreichten wir den Nkumbe Aussichtspunkt, eine Anhöhe mit einem kleinen Parkplatz. Hier bot sich uns ein imposanter Blick über die Weite des Parks. Steppenlandschaft, soweit das Auge reicht. Mit dem Fernglas erspähten wir ganz weit weg dort unten eine Herde Büffel.

Mittagspause wurde in Lower Sabie, einem der Rastplätze mit einem Restaurant am Sabie Damm gemacht. Auf der großen Terrasse konnte man gut sitzen und schaute auf eine schöne Landschaft. Das Restaurant war ein Take Away Restaurant. Wir bestellten Hot Dog und Cola, die Getränke konnten wir gleich mit an den Tisch nehmen, aber nicht den Hot Dog, dafür bekamen wir eine Tischnummer, der Hot Dog würde an den Tisch gebracht werden. Es klappte sogar. Schon nach 40 Minuten brachte uns die Bedienung den take away Hotdog. Wir schafften es dann gerade noch zum Bus, aber andere nicht, die hatten ihr Fast Food nach einer dreiviertel Stunde immer noch nicht.

Am Nachmittag klappte es dann noch mit einem Löwen, auch wenn er im Unterholz schlief und durch das Dickicht nur zu erahnen war. Nun, Giraffen, Elefanten und Flusspferde bekamen wir auch noch zu Gesicht. Alles in allem war die Safari im Hluhluwe Nationalpark etwas erlebnisreicher. Aber, das ist eben Natur und kein Zoo.
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12. Tag: Abendsafari im Sabie Nationalpark

bedeckt morgens 14 °C, tagsüber 18 °C, abends 18 °C

Zur freien Verfügung

Bis zur Abfahrt des Busses in den Sabie Nationalpark am Nachmittag konnten wir über die Zeit frei verfügen. Es wurde u.a. eine Shoppingtour nach Witriver angeboten, andere erkundeten die Umgebung des Hotels. Wir wollten eigentlich ein paar Runden im hübschen Pool schwimmen, doch daraus wurde nichts. Es war kalt an diesem Morgen und es blieb kalt bei bedecktem Himmel. Einige trafen sich auf der Hotelterrasse bei einem wärmenden Kaffee, andere kamen von den Erkundungsspaziergängen bald wieder zurück, denn das Pine Lake Inn Hotel liegt abseits mitten in der Wildnis aber ganz romantisch an einem kleinen Stausee. So verbummelten wir die Wartezeit bis zum Nachmittag, was auch mal ganz schön war.

Die Abendsafari

Dieter hatte mal wieder vormittags in der Einkaufsmall die einsame Entscheidung getroffen, eine viertel Stunde früher loszufahren. Klar war, dass das nicht alle mitbekamen, und so fehlten eben die Unwissenden. Also fuhr der Bus dann doch zur ursprünglich geplanten Zeit los, und die Pünktlichen mussten warten.

Die Abendsafari begann am Nachmittag in einem heillosen Durcheinander, gefolgt mit dem Entdecken von nur wenigen Tieren und klang versöhnlich aus, bei einem guten Essen am Lagerfeuer mitten in der Wildnis unter einem klaren Sternenhimmel. Hätten die beiden Reiseleiter den armen überforderten Chef-Ranger etwas mehr unterstützt, wäre das Chaos nur halb so schlimm ausgefallen. Doch die standen auf dem Standpunkt, sie seien heute auch nur Touristen, die vorne sitzen wollten.
Aber der Reihe nach.
Die Safari sollte um 16 Uhr bei Helligkeit starten. Mit zusätzlichen Nachbuchungen kam wohl die private Safari-Organisation nicht mit, denn nach der Einstiegsschlacht in die 10 sitzigen Jeeps blieben 4 Leute übrig. Einige Jeeps waren schon weg mit angeblich noch freien Plätzen. Die wurden über Funk zurückgeholt. Zum Schluss blieb noch ein Pärchen übrig bei einem freien Platz im letzten Jeep, es gab wohl auch kein Ersatzfahrzeug.
Als wir dann endlich fast eine halbe Stunde später losfuhren, sahen wir dann auch gleich den ersten Büffel. Der war schon sehr alt und einer der Mitfahrenden mutmaßte, dass der wohl am Wegesrand angebunden sein musste, um die Vorfreude auf die anderen Tiere zu schüren; denn erst über eine Stunde später, es war schon fast dunkel, flüchtete gerade ein Elefantentrupp vor uns ins Dickicht. Der älteste Elefant entwurzelte dabei mal eben einen großen Baum.

Zu allem Überfluss blieb dann noch einer der Jeeps kurz nach seiner Abfahrt mit einem Achsschaden liegen, für die 10 Leutchen war damit die Safari zu Ende.

Als Trostpflaster bekamen sie ein kostenloses Glas Wein - es konnten auch mehr gewesen sein -. Dabei hätte alles so schön sein können. Der Jeep holperte auf unbefestigten Wegen durch eine Savanne. Auf der Motorhaube saß ein Späher, der im Dunklen dann mit einem Scheinwerfer nach Tieren suchte. Na ja, dass wir nur eine Hyäne, 2 Feldhasen und 2 Elefantenkühe mit ihren Jungen sahen, war schon etwas enttäuschend. Aber so ist eben eine Safari. Die Tiere lassen sich eben nicht mitbuchen - bis auf den alten Büffel. Vielleicht -.

Der französische Koch hatte in der Zwischenzeit auf dem Lagerfeuer ein warmes Buffet gezaubert, bestehend aus Kudu- Antilopen- Krokodil- und Straußenfleisch, und vielen leckeren Salaten. Das ganze wurde eingenommen in einer Boma, in der wir vor den wilden Tieren geschützt waren. Wer auf die Toilette musste, der musste allerdings die Boma verlassen und bei Petroleumlampenschein das Örtchen suchen. Mutige Männer stellten sich in die freie Wildbahn. Dann wurden wir gebeten, für fünf Minuten mal unseren Mund zuhalten, um der Stille der Wildnis zu lauschen. Die Tiere dankten es uns mit den entsprechenden Wildnis Geräuschen. Das hatte schon einen Hauch von Abenteuer. Nicht zuletzt, weil nur ein paar Leuten erzählt wurde, dass die Feier zu Ende sei und die Jeeps jetzt los führen. Doch später kamen auch die Beiden mit, die am Nachmittag keinen Platz hatten.
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13. Tag: Fahrt nach Johannesburg

heiter morgens 16 °C, windstill, in den Bergen sonnig 14 °C, abends 14 °C

Pilgrims Rest

Es war mal wieder Chaos angesagt. Die Touristen von 3 Bussen sollten gleichzeitig zum Frühstück kommen. Das Hotel weigerte sich, den Frühstücksraum vor 6:45 Uhr zu öffnen. Jedenfalls rollten die Räder um 7:45 Uhr Richtung Pilgrims Rest, einer alten Goldgräberstadt. Das Örtchen in den Drakensbergen ist wunderschön gelegen und man kann die Golgräberspuren an den Bergwänden sehen. Die alten Goldgräber Häuser bestehen aus Wellblech und sind mit bunten Farben angemalt und wirklich schön restauriert - oder nachgebaut. In Ermangelung von Kirchgängern wurde seinerzeit die Kirche (Church) kurzerhand die Church Bar umfunktioniert.
Den Ort selbst haben wir nicht gesehen.
Natürlich standen auf der Straße entlang der Häuserreihe die fliegenden Händler mit den Souvenirs. Nach einer knappen Stunde ging es weiter und 20 Minuten später schon wieder ein 45 minütiger shopping Stopp, diesmal in Graskopp, direkt auf der Durchgangsstraße. Jemand vermutete, dass unser Reiseleiter hier entweder eine Freundin haben müsse, oder er sich seine Reiseprämie abholen würde, denn er war für einige Zeit verschwunden. Außer ein paar fliegenden Händlern und einigen Souvenir Läden gab es weiter nichts Sehenswertes. Aus lauter Verzweiflung kauften dann doch einige ihre 3. handgefertigte Kette.

God's Windows und Blyde River Canyon

Die vertrödelte Zeit wurde uns dann bei den Foto Stopps bei God's Window und dem Blyde River Canyon abgezogen. Denn jetzt war plötzlich keine Zeit, um die faszinierende Landschaft nicht nur im Schweinsgalopp zu genießen. Nicht nur die Fotografen unter uns waren stinkig.

Am God's Windows bot sich ein Aussichtspunkt auf eine weite Ebene und die Drankensberge. Etwas weiter hatten wir dann die Möglichkeit an einer Stelle auf den fast senkrecht abfallenden roten Sandstein des Canyon am Ende der nördlichen Drankensberge zu schauen. Er ist ca. 26 Kilometer lang und es geht bis zu 800 m tief hinunter. Nach dem Grand Canyon der USA soll er der zweit Größte der Welt sein. Es geht schon mächtig tief hinunter.

Als Trostpflaster gab es dann auch noch einen nicht geplanten Stopp bei den Lisbon Falls, einem kleinen Wasserfall. Aber man glaubt es kaum: Auch hier standen Verkaufstische mit den üblichen Souvenirs und es wurde tatsächlich die 4. Kette und der 5. Armreifen gekauft.

Die Zeit wurde so langsam knapp. Der Magen begann zu knurren und eine Mittagspause wurde erst in Lydenburg eingelegt, es war schon zwei Uhr durch. Ein letztes Mal versuchten wir unser Glück mit dem Mittagessen (nur kleine Snacks) in einer Stunde fertig zu werden. Die Letzten bekamen ihr Sandwich auf die Faust, weil wir weiter mussten. Den Ort haben wir nicht weiter beachtet. Die Stimmung im Bus war etwas gereizt wegen des heutigen Zeitmanagements.

Die Landschaft änderte sich, wir stiegen unmerklich immer höher, bis wir uns auf einer weiten Ebene über 2000m befanden. Wir durchquerten einen hübschen Ort Namens Belfast. Leichtes Murren breite sich aus, weil der Bus durch diesen ansprechenden Ort durchheizte, wegen des zu engen Zeitrahmens. Man wolle doch hier einen Kaffee trinken und dabei Kontakte mit der Bevölkerung knüpfen, meinten die einen, die anderen vermuteten reine Shoppingsucht. Jedenfalls ging es bald auf die Autobahn Richtung Johannesburg, einem weiteren der phantastischen südafrikanischen Sonnenuntergänge entgegen. Wir blieben auf der Hochebene denn auch Johannesburg liegt auf einer Höhe rund 1750 m.

Johannesburg

Johannesburg und das Hotel erreichten wir im Dunkeln gegen halb acht Uhr abends. Das Rosebank Hotel liegt im Norden der Metropole nahe dem Stadtteil Parktown bzw. Marble Arch. Ein anstrengender Tag ging zu Ende. Das Abendessen in Büffetform im Hotelrestaurant war recht gut. In der Bar hatten sich die Reiseleiter der beiden Busgruppen noch zu einem Abschiedstrunk verabredet, aber als wir die kleine Bar sahen und uns die 80 Leute, davon 50 Raucher vorstellten, ergriffen nicht nur wir lieber die Flucht und fielen müde ins Bett.
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14. Tag: Johannesburg - Pretoria - Johannesburg Airport

heiter morgens 10 °C, tagsüber 20 °C

Hotel Rosebank

Das 4 Sterne Hotel hat seine Sterne mehr als verdient. Sehr gute bis elegante Ausstattung, hell, modern, großzügig, gute Lage im Stadtteil Rosebank. Gutes Restaurant, Dinner Büffet mit viel Auswahl, Frühstücksbüffet genauso. Der Service war freundlich und immer bemüht, alles gut und am Laufen zu halten. Wer Johannesburg besucht, ist hier sehr gut aufgehoben.

Stadtrundfahrt Johannesburg

Doch auch ein noch so gutes Hotel zwang uns morgens um 8:30 Uhr wieder in den Bus einzusteigen. Die letzte Tour war angesagt. Eine kurze Diskussion, ob Soweto ungeplant besucht werden sollte, endete mit dem Entschluss, darauf zu verzichten. Wir wollten schließlich pünktlich nachmittags am Flughafen sein.

Die Stadtrundfahrt begann im eleganten und mit teuren Villen bestückten Ortsteil Parktown. Neben Nelson Mandela gehören auch andere Schwarze mittlerweile zu den Bewohnern, i.d.R Politiker oder Beamte. Ernüchternd gestaltete sich die Fahrt durch Hillbrow, einem ehemals blühenden Stadtteil mitten in der City. Vor 25 Jahren tobte hier das Leben. Menschen aus aller Herren Länder lebten hier in sauberen schmucken (Hoch)Häusern, arbeiteten in ihren Geschäften und verbrachten ihre Freizeit in den vielen internationalen Cafes und Restaurants. Mittwochs wurde die Bundesliga vom Videoband verfolgt.
Davon ist absolut nichts mehr übrig. Die Weißen sind weg, die Geschäfte entweder geschlossen oder total heruntergekommen, genauso die Wohn- und Bürogebäude. Viele der Häuser und Bürogebäude sind in den unteren Etagen zugemauert, die Scheiben eingeworfen. Von den bewohnten Häusern ist nur noch das übrig, was man nicht mehr abschrauben und abbrechen kann, um es auf den Märkten zu verkaufen. Elendig aussehende Schwarze lungern an allen Ecken herum. Wer sich als Weißer hierhin traut, egal zu welcher Tageszeit, muss um sein Leben fürchten. Morde, auch am helllichten Tag sind an der Tagesordnung.
Die Weißen haben sich neue Gebiete in Johannesburg gesucht und aufgebaut. Aus Hillbrow ist ein Slum geworden. 

Der nächste Halt war auf dem Weg nach Pretoria eine Edelsteinfabrik. Sollte die Tour heute wieder zur Butterfahrt ausarten? Nun, es gab genügend Mitreisende, die sich hier mit Edelsteinen, die wohl günstig sein sollten, eindeckten.

Pretoria

Von Johannesburg nach Pretoria sind es ca. 50 Kilometer. Auch Pretoria liegt ca. 1400 m über dem Meeresspiegel. Erster Halt war das Voortrekker Monument. Auch die jetzige Regierung hat es nicht geschafft, dieses historische Museum zu beseitigen. Dieses Monument symbolisiert einen Teil der nicht wegzudiskutierenden Geschichte Südafrikas, die teilweise grausame Geschichte des Stammes der Zulus und der weißen Buren. Diese Geschichte erzählt im Inneren des Monuments ein Relieffries: Vom Beginn des Auszugs der Buren aus der Kap Region, wo sie von den Engländern verdrängt wurden, bis hin zur Gründung Pretorias und dem schließlich blutigen Sieg über den Stamm der Zulus 1838. Bei dieser Schlacht sind mehr als 10.000 Zulus getötet worden. Vergessen darf man dabei nicht, dass die Zulus zuvor grausam nicht nur gegen Frauen und Kinder der Buren vorgegangen sind. Gespannt lauschten die Interessierten den Erläuterungen und Erklärungen Dieters. Das Relieffries beginnt gleich neben dem Eingang links und zieht sich als Band an allen 4 Wänden wieder bis zum Ausgang.
Sollte jemand einmal am 16. Dezember in Pretoria sein, kann er miterleben, wie Mittags um 12:00 Uhr die Sonne durch ein Loch in der Kuppel in das innere der Heldenhalle, auf ein Relief mit der Inschrift Ons vir jou, Suid Afrika (Wir für Dich, Südafrika) scheint.

Nach reichlich Zeit inklusive einer Mittagspause, in der wir das erste Mal auf unserer Reise prompt bedient wurden, folgte eine Stadtrundfahrt durch Pretoria und ein Besuch des Wohnhauses von Paul Krüger, das heute ein kleines Museum ist. Paul Krüger, geb. 1825, hat als 12jähriger noch den Krieg der Buren und Zulus miterlebt, war später Präsident der Republik Transvaal. Er beschäftigte sich u.a. sehr ernsthaft mit dem Schutz der Wildtiere und einer Gesetzgebung hierfür. Dank seines Einsatzes kam es 1898 zu einem Wildreservat aus dem im weiteren Verlauf der heutige Krüger Nationalpark entstanden ist.

Ein weiterer Stopp im Zentrum Pretorias wurde eingelegt, um die wunderschönen alten Regierungsgebäude zu bewundern, die um einen großen Platz herum stehen. Pretoria scheint die einzige große Stadt in Südafrika zu sein, dessen Zentrum nicht dem Verfall anheim gestellt ist.
Die vorletzte Fahrt führte hinauf auf den Regierungssitz, dem Union Building. Das ca. 1910 erbaute Schloß ähnlichen Gebäude steht auf einem Hügel, von dem aus man einen schönen Blick auf eine Parklandschaft (Garden of Remembrance) und weiter hinunter auf Pretoria hat. Die letzten südafrikanischen Rand konnten hier oben bei einigen fliegenden Händlern ausgegeben werden. Danach ging die letzte Fahrt zum internationalen Flughafen Johannesburg.

Nach dem unser Pass und das Ticket dann zum vierten Mal kontrolliert waren, bestiegen wir gegen 19 Uhr den Airbus A340-600, der uns in einem nicht enden wollenden Flug nach Frankfurt sicher zurückbrachte.
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15. Tag: Frankfurt - nach Hause

heiter morgens 12 °C, tagsüber 24 °C

Auf Tour

Kaum in Deutschland angekommen, gab es den ersten Stress, für den waren wir aber teilweise selber verantwortlich. Der Flug kam mit 45 Minuten Verspätung an, weil wir auch 45 Minuten später abgeflogen waren. Im Normalfall hätten wir den ICE mit den reservierten Plätzen auch problemlos erreicht. Wir versuchten es trotzdem und liefen im Schweinsgalopp mit unseren Koffern aus dem Terminal 1 treppauf treppab Richtung Fernbahnhof. Wenn das jetzt einer der Architekten lesen sollte, der diesen Hindernislauf geplant und gebaut hat, dann möchte ich ihn dazu ermuntern, diesen Weg mal ohne Zeitdruck mit einem Kofferwagen mit 2 Koffern und 2 Taschen darauf zurückzulegen; aber ohne Aufzug, sie wollen ja schließlich ihren Zug oder ihren Flieger noch am selben Tag erreichen. Vielleicht plant er dann ein neues ähnliches Projekt mit weniger Hindernissen.

Als ich dabei war mit hochrotem Kopf und Schweißrändern unter den Achseln die Koffer die letzte Treppe zum Bahnsteig hinunterzuwuchten, lief gerade unser ICE ein. Zeit, um den Wagen mit den reservierten Plätzen von außen zu suchen, blieb da nicht mehr. Wir enterten den Zug an der nächstbesten Tür, und zwängten uns im inneren durch uns böse anschauende Geschäftsreisende in die falsche Richtung. Dann wieder zurück, und durch 2 weitere Waggons hindurch, bis wir unser Abteil endlich schweißgebadet erreichten.
Gut, wir hätten auch einen Zug später nehmen können, dann wären wir vielleicht stressfreier nach Hause gekommen, weil wir nicht reservierte Plätze hätten suchen müssen. So waren wir 15 Stunden nach Abflug in Johannesburg wieder zu Hause.
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Hinweise und Tipps

Was in Südafrika alles anders ist

Ist Ihnen eigentlich bewusst, durch welche der beiden Hälften einer zweiflügeligen Tür sie gehen, oder wie gehen Sie durch eine Drehtür? Oder wenn Ihnen auf einem Gang Leute entgegenkommen, auf welcher Seite gehen Sie? Denken Sie mal nach!
Wenn Sie den seit der Kindheit geprägten Rechtsdrall folgen, stoßen Sie in Südafrika mit entgegenkommenden Menschen in dem Gang zusammen, hauen sich den Kopf an der Tür, weil die Linke die richtige gewesen wäre, alle Drehtüren funktionieren dort nicht mehr, es sei denn, sie akzeptieren, dass sie links, im Uhrzeigersinn hindurch müssen.

An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, wenn nicht, dann haben Sie ein Problem. Fragen sie nach einer Himmelsrichtung und man sagt Ihnen, sie müssen nach Süden, dann schlagen Sie bitte nicht die Richtung zur Sonne ein, denn die steht mittags im Norden.

Man vergisst auch leicht, dass in Südafrika die Jahreszeiten entgegengesetzt sind. Dadurch herrscht beispielsweise in Kapstadt im Juli nass kaltes Winterwetter, während man im Januar vor Hitze umkommt. Im Herbst ist Frühling und im Frühling Herbst.
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Geld

Viele Reiseführer empfehlen u. a. die Mitnahme von Dollar Reiseschecks. Diese Empfehlung zeugt von Unkenntnis der Sachlage. Denn Dollar Reiseschecks können nur bei Banken in Südafrikanische Rand (ZAR) umgetauscht werden. Dadurch entstehen zweimal Währungsverluste: Einmal beim Kauf der Dollar Schecks in Deutschland, dann beim Umtausch der Dollars in Rand. In Südafrika kann man nur mit Rand bezahlen, niemand akzeptiert eine andere Währung.

Eingeführt werden dürfen nur 500 Rand Bargeld pro Person. Alle eingeführten Devisen müssen in der Zollerklärung angegeben werden. Viel Bargeld sollte man aber auch nicht mit sich führen, die Begehrlichkeit danach ist nicht nur in Südafrika hoch. In Deutschland ist der Umtausch in Rand möglich, aber sehr teuer; wenn, dann für die ersten Stunden in Südafrika nicht mehr als 50 Euro umtauschen (ca. 350 Rand, Kurs schwankt sehr)

Tipp: 1.
Euros kann man in der Wechselstube direkt im Flughafen in Rand tauschen. Das ist günstiger als in Deutschland. Diese Idee haben allerdings viele und man muss mit längeren Wartezeiten rechnen. 
Tipp: 2.
Geld aus Geldautomaten, 2000 Rand maximal, bekommt man zum besten Kurs, auch wenn man 3,50 Euro Fremdgebühr bei der Abbuchung zu Hause bezahlen muss. Nachteil ist, die Bedienung des Automaten ist in Englisch und bei jeder Bank etwas anders. Niemals die freundliche Hilfe von zufällig dort auftauchenden Schwarzen annehmen, dann ist hinterher die Karte und das Geld weg. Bei Automaten in einer Bank in den Großstädten stehen manchmal Bankbedienstete bereit, zu erkennen an Uniformen und Namensschildern, denen kann man vertrauen. NIEMALS die Karte aus der Hand geben.
Ein paar Begriffe der Automatensprache:
o Sprache English auswählen,
o Withdrawal bedeutet Auszahlung,
o Pin Number wie bei uns die Pin Nummer.
o Angebotene Kontoauswahl kann sein:
o Credit=bei Kreditkartenverwendung:,
o Savings=Girokonto mit unserer gängigen Bankkarte mit Maestrozeichen.
Tipp 3:
Euro Reiseschecks kann man nur bei der Bank umtauschen, Pass muss vorgelegt werden. Man bekommt weniger als am Geldautomaten. Reiseschecks sind natürlich am sichersten, solange sie nicht unterschrieben sind.
Tipp 4:
Euros kann man in Banken und Wechselstuben umtauschen, zu einem schlechteren Kurs als man am Automaten bekäme. Dieser Umtausch klappt aber nur in Großstädten problemlos. Abenteuerlich wird es auf dem flachen Land, oder gar in Orten in der Wildnis, das kostet oft viel Zeit und Nerven.
Tipp 5:
Wenn Sie vor der Rückreise noch Südafrikanisches Geld in der Tasche haben, geben sie es aus. Deutsche Banken tauschen die Währung natürlich um, aber zu einem ganz schlechten Kurs. Wegen der hohen Inflation in Südafrika bröckelt der Umtauschkurs täglich.
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Telefonieren

Vor Ort kann man für 20 Rand eine Telefonkarte kaufen. Telefonate nach Deutschland sind spottbillig, Vorwahl von Deutschland ist die 0949 nicht 0049. Alle anderen Möglichkeiten sind schweineteuer. Mit einem Triband Handy und PrePaid von Aldi Talk (Vodafon) gab es für uns keine Verbindung nach Deutschland, weder telefonieren noch SMS. Die Hotline in Deutschland kennt sich nicht aus, warum das so war.

Kofferträger

In den südafrikanischen Hotels ist es üblich, dass meist Schwarze sich als Kofferträger etwas hinzu verdienen. Bis 5 Rand pro Koffer sind üblich. Bei unserer Busreise bezahlte das der Reiseleiter.
Im Zulu Land sind Zulu-Männer Krieger und keine Arbeiter und schon gar nicht Kofferträger; das erledigen ihre Frauen. (Da es zurzeit keine Kriege gibt, ruhen sich die Männer so lange aus). Auch wenn es einem schwer fällt, bitte den Leuten nicht die Arbeit wegnehmen, sie sind auf das Geld angewiesen.
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Kriminalität und No Go Areas

Gefängnisse haben deshalb einen hohen Zaun, nicht um die Leute vor dem Ausbrechen zu hindern, nein, sondern um das Einbrechen zu unterbinden. Die Gefängnisse sind im Vergleich zu den Townships komfortabel eingerichtet und sichern tägliche Mahlzeiten, sodass es den Kriminellen, die sowieso arbeitslos sind, dort besser geht, als zu Hause. Außerdem sind ihre Freunde auch schon da.

Mindestens zu Zweit an Geldausgabeautomaten gehen, wobei einer "Schmiere" stehen sollte; und niemals von freundlichen Schwarzen helfen lassen. Danach sind Karte und Geld weg.

Aber irgendwie ist es nicht anders wie in Deutschland oder überall auf der Welt: Man muss immer wachsam sein. Ab einsetzender Dunkelheit sollte man nicht mehr alleine, sondern in Gruppen gehen.

Was in Deutschland die No Go Areas für bestimmte Leute sind, auch wenn es die Politik nicht wahrhaben will, in Südafrika gibt es No Go Areas für Weiße. Das sind die Innenstädte der Großstädte bei Dunkelheit, und die Townships.
Für Johannesburg gilt zusätzlich, den Stadtteil Hillbrow auch bei Tage meiden. Öffentliche Verkehrsmittel in den Städten sollte man meiden, Taxi nehmen, die sind recht günstig.

Auf dem flachen Land haben wir nur freundliche Menschen getroffen. Auch tendiert dort die Kriminalität gegen Null.
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Im Restaurant

Grundsätzlich gehen in südafrikanischen Restaurants die Uhren in Zeitlupe, man muss viel Zeit und Geduld mitbringen; bei einer Bustour kann es nervig werden, bei einer individuellen Tour mehr Zeit einplanen. Bei der Bustour konnten die Restaurants gestürmt werden, geht man alleine essen, ist es üblich am Eingang zu warten, bis man zum Tisch geführt wird (Schild beachten: WAIT TO BE SEATED).

Aufgegebene Bestellungen wiederholen lassen um sicher zu gehen, dass man verstanden wurde. - Ist doch bei uns auch üblich, oder?

Mal ist das Tip, also das Trinkgeld, included, mal nicht. Man bekommt i.d.R. ein Mäppchen mit der Rechnung drin und platziert das Geld auch da hinein, wartet auf die Abholung und auf das Wiederbringen des Wechselgeldes. Danach lässt man sein Trinkgeld drin, wenn es nicht schon auf dem Beleg mit einem Stift vermerkt wurde.
Rechnung prüfen: Hat man z.B. 2 Cola gehabt, jede für 12,50 Rand, erwartet die Bedienung vom Gast, dass er selber ausrechnet, wie viel 2*12,50 ist; denn die Bedienung ist oft nicht in der Lage, selber zu rechnen. Trotz Mandelas Einführung der allgemeinen Schulpflicht bedeutet das nicht, dass auch jeder die Schule besucht hat.

Versuchen sie auch nicht bei einer Rechnung von 42,55 Rand 50,55 hinzugeben in der Hoffnung 8 zurück zubekommen. Sie bekommen nichts wieder, weil diese in Deutschland durchaus übliche Zahlweise von den Schwarzen nicht durchschaut wird.
Wundern sie sich auch nicht, wenn am Nachbartisch das Gleiche verzehrt wurde, aber die Rechnung unterschiedlich hoch ist. Da steckt kein böser Wille hinter, sie können es einfach nicht besser.
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Malaria

Über Malaria und die Malariaprophylaxe für Südafrika kann man die gegensätzlichsten Meinungen lesen und hören. Die Volksmeinung in Südafrika selbst geht nur von einer geringen Malariagefahr im Krüger Nationalpark aus und auch nur in den südafrikanischen Sommermonaten. Gefährdet ist man i.d.R. auch nur, wenn man zu Fuß bei Dämmerung oder bei Nacht durch die Steppen, Savannen oder Feuchtgebiete streift. Bei einer Safari im offenen Jeep in den Monaten April/Mai besteht die Gefahr der Ansteckung im Allgemeinen nicht mehr. Noch geringer ist sie bei der Bussafari. Eigentlich sind lange Ärmel, lange Hosen und eine Portion Autan oder Gleichwertiges auf den unbedeckten Hautpartien sicherlich ein guter Schutz vor den blutsaugenden Insekten.

Eine Malariaprophylaxe wird von der Kasse nicht übernommen, ihr Schutz ist nicht sicher, wohl aber mit z.T. starken Nebenwirkungen versehen. Ein Moskito müsste schon mit dem Malariavirus verseucht gewesen sein, wenn er einen erwischt. Bekäme man innerhalb ca. 6 Wochen nach der Rückkehr eine fiebrige Erkältung und der Arzt stellte wirklich Malaria fest, wäre sie heutzutage i.d.R. schnell und sicher zu behandeln. Und das bezahlt sogar die Kasse.

Am Ende muss natürlich jeder selber für sich entscheiden, ob und wie er sich schützt.

Beste Reisezeit

Nichts ist so ungenau wie eine Wettervorhersage für die beste Reisezeit. Doch eines ist sicher: Die Jahreszeiten sind denen in Europa gegensätzlich, also beziehen sich die folgenden Angaben auf die in Südafrika vorherrschende Jahreszeit:
In der Kap Region gibt es den Winterregen. Im Norden, jedenfalls nördlich von Durban und Johannesburg den Sommerregen. Nur wann die jeweilige Regenzeit beginnt oder endet ist ungewiss. Die beste Reisezeit scheint also Frühjahr und Herbst zu sein, will man beide Regionen besuchen. Unsere 14 tägige Erfahrung Ende April / Anfang Mai kann im Bericht oben nachgelesen werden. Wir waren mit dem Wetter zufrieden.

Im Frühjahr blüht die Landschaft auf, im Herbst ist trotzdem noch alles grün. Im Herbst ist auch das Gras in den Nationalparks hoch gewachsen, sodass Tiere schwerer zu entdecken sind.
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Die Menschen

Dem aufmerksamen Leser wird manch leicht kritischer Ton nicht entgangen sein, besonders wenn es um Dienstleistungen geht. Nun, das ist nicht böse gemeint, es sollte nur die Situation widerspiegeln.
Die Menschen hier in Südafrika haben eine gewisse Lebensart und Mentalität, die Weißen eine andere als die Schwarzen. Viele kommen mit dem von Mandela eingeleiteten Umbruch der Gleichberechtigung noch nicht so richtig zurecht. Es treibt manchmal eigenartige Blüten. Trotzdem trifft man hier viele liebe und nette Menschen jeder Hautfarbe. Auch wenn es mal mit einer Bestellung nicht so klappt oder eine Dienstleistung nicht so erbracht wird, wie wir es bei uns gewohnt sind; Alle sind bemüht ihr Bestes zu leisten und mit einem Lächeln bekommt man schnell Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zurück.

Reiseveranstalter Berge & Meer

+ Das war unsere erste Reise mit Berge und Meer und wir würden es wieder tun.
+ Das Informationsmaterial bei Reiseantritt war ausreichend und gut.
+ Unsere beiden Reiseführer vor Ort, deutsche Auswanderer, leben seit über 40 Jahren in Südafrika. Sie glänzten mit viel Fachwissen und Hintergrundinformationen. Das soll aber im Parallel-Bus auf einer Tour nicht so gut gewesen sein.
+ Zeiteinteilung für Besichtigungen, Pausen gut, war aber nicht bei allen Reiseleitern gleich gut.
+ 3 bis 4 Sterne Hotels i.d.R. gut, sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Seit 1994 wurden alle Hotels von Schwarzen übernommen. Sie bemühen sich zwar den üblichen Hotelstandard zu erhalten, doch oft klappt das nicht immer wie erwartet.
+ Guter Bus, gute Fahrer. Gut auch das Sitzplatzrotationsprinzip. So saß jeder mal vorne.
o Wenn es denn einen Meckerpunkt gibt, dann der: Beim Einchecken in Frankfurt wurden wir als Gruppe von Berge&Meer behandelt. Und Gruppenreisende können keine Sitzplätze reservieren und sie nur eingeschränkt wählen. - In Johannesburg war die Sitzplatzwahl komischerweise kein Problem.

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