Lothars Reiseberichte

Prag - Tschechische Republik

An- und Abreise

Mit dem Auto

Prag ist näher als man denkt, als wir Ende Oktober 2009 die Reise auf uns nahmen. Im Wesentlichen führen 2 Straßen für den in Ostwestfalen lebenden Autofahrer nach Prag: Über Kassel und Dresden oder über Kassel und Nürnberg. Weil wir traditionsgemäß ohne Navi unterwegs sind, entscheiden wir uns für die Strecke, die in Prag leicht von der Autobahn zum Hotel führt, ohne dass wir mitten durch die Stadt müssen. Der Verkehr von Nürnberg auf der A6 nach und in Tschechien ist kaum nennenswert und so erreichen wir die Hauptstadt und das im internet gebuchte Comfort Hotel recht zügig. Die Werbung versprach u.a. eine perfekte Lage um das historische Stadtzentrum, auch der Flughafen sei auf schnellsten Wege zu erreichen. Nicht zuletzt ist man einfach und schnell auch wieder auf der A6 zurück Richtung Nürnberg. Der Grenzübergang existiert für PKw's nur noch als Geschwindigkeitsbeschränkung und geschlossenen, ehemaligen Grenzbaracken. 500 m hinter der Grenze Richtung Deutschland muss man mit einem unauffällig auffällig geparkten Wagen des deutschen Zolls rechnen. Das Benzin ist in Tschechien billiger als in Deutschland. Nahe der Grenze ist es unwesentlich teurer als z.B. in Prag selbst. Wir haben um 130 CZK für den Liter bezahlt.
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Mit der Bahn

Mit dem Zug ist Prag weiter weg als man denkt. Aus der ostwestfälischen Gegend muss man zuerst nach Berlin oder Würzburg / Nürnberg kommen. Von Bayern aus fahren dann Busse nach Prag. 8-9 Stunden ist man insgesamt gesehen schon unterwegs. Der Bahnhof in Prag liegt zentral und von hier aus kommt man mit der Straßenbahn überall hin. Schwierig ist es nur, wenn man als Neubesucher das Straßenbahnnetz nicht kennt. Bei den Taxis muss man aufpassen, dass man nicht über's Ohr gehauen wird. Die Fahrpreise der Bahn sind gesalzen, junge Leute können billig mit dem sog. Europaticket fahren; bloß nicht Hin- und Rückfahrt buchen, sondern immer nur die Hinfahrt nach Prag und eine Hinfahrt heimwärts, das ist oft günstiger.
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Mit dem Flugzeug

Der Prager Flughafen ist mit das modernste was die Tschechen zu bieten haben (glaube ich). Man kommt im Flughafen Terminal 2 an. Ganz am Ende des Terminals stehen Geldautomaten, bei denen man günstig Tschechische Kronen bekommt. Auch hier muss man bei den Taxis aufpassen, dass man nicht über's Ohr gehauen wird. Vom Fluhafen ins Stadtzentrum sind es ca. 15-20 Km.
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Taxi

In Prag gelten Touristen als auszunehmende Weihnachtsgänse. Deshalb sollte man zu Taxis folgendes wissen:
Jedes Fahrzeug muss ein dauerhaft auf dem Dach angebrachtes Taxi-Kennzeichnen haben.
Die Registrierungsnummer, der Firmenname und die Preisliste, die den Grundpreis, den Kilometerpreis und den Preis für die Wartezeit enthält, muss auf beiden Vordertüren des Autos zu lesen sein. 
Außerdem müssen diese Preise dieselben wie die auf dem Taximeter sein. 
Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt sollte nicht mehr als 650 CZK kosten.
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Comfort Hotel Prag

Die Lage

Das 3* Comfort Hotel Prag liegt ca. 10 Km südöstlich vom Flughafen und ca. 9 Km westlich vom Stadtzentrum entfernt am Rande einer Plattenbausiedlung. Die Pilsener Straße (Plzeňská) ist eine normal befahrene Hauptstrasse mit Straßenbahnverkehr, sie liegt in sicht- und hörweite des Hotels. Der Vorteil liegt für Autofahrer auf der Hand, denn das Auto kann man in einen gesicherten Außenbereich oder in die Parkgarage gegen Gebühr stehen lassen, vom Hotel sind es nur ca. 300m bis zur Straßenbahnhaltestelle. Mit dem Auto in die City zu fahren wäre nicht das eigentliche Problem, aber wie in allen Großstädten ist Parkraum rar, der Verkehr dicht und die Straßen manchmal sehr eng. Ein kleiner Nachteil der verkehrsgünstigen Lage könnte sein, viele Zimmer liegen in Richtung Straße und das Rumpeln der Bahnen ist immer präsent. Aber schließlich ist man in einer Großstadt und die guten Fenster halten viel Lärm ab. Die Rezeption ist immer besetzt, mit Englisch kommt man mit gut klar, mit Deutsch eher weniger. Im kleinen Shop kann man u.a. für 100 CZK ein 24 h Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen, was sehr zu empfehlen ist. Aber auch alle anderen Fahrkarten und normalpreisige Souvenirs sind vorrätig.
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Die Zimmer

Das Hotel erinnert von außen eher an einen tristen Plattenbau. Das Foyer zeigt sich etwas freundlicher aber das gesamte Hotel erweckt manchmal den Eindruck einer verblichenen Nobelherberge aus vergangenen Zeiten, hier und da mit dem Versuch einer Modernisierung. Unser Zimmer hat relativ gute Betten und ist sonst mit einem Schreibtisch, einem Stuhl, einem Kleiderschrank für ein 3 Sterne Hotel normal eingerichtet. Ein eigenes Bad und Toilette ist vorhanden. Die tschechischen Fernsehprogramme sowie MTV und Pro7 verfehlten unseren Geschmack, da wir nicht dafür nicht als Zielgruppe in Frage kommen. Ist auch nicht so tragisch, weil wir das Zimmer tatsächlich nur zum Schlafen brauchen.
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Das Frühstück

Hervorzuheben ist das sehr ordentliche Frühstücksbuffet, mit allem was man als Städtereisender so erwartet. Es gibt diese bayrisch geformten Brötchen - die sind dort auch nicht viel schmackhafter - und Graubrot in dicken Scheiben; das scheint aber zumindest in Prag so üblich zu sein. Verschiedene Wurst- und Käsesorten, Kuchen - ich glaube, der war sogar selbst gemacht - Marmelade, Cornflakes, Joghurt, Kaffee, Tee, Kakao, Milch. Man muss aber akzeptieren, dass die fast tiefgefrorenen gekochten Eier offensichtlich nicht für die Deutschen Hotelgäste bestimmt sind, da machen sich andere Landsleute drüber her. Die warmen Würstchen und den warmen Leberkäs haben wir am frühen Morgen nicht probiert. Wir wissen von 4 Sterne Hotels in Prag, dass das Frühstück dort nicht annähernd so umfangreich und gut ist, wie hier.
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Prag

Öffentlicher Nahverkehr

Ich muss gleich vorweg davor warnen: Das Straßenbahn fahren in Prag macht süchtig. Vom Hotel aus fährt man in ca. 20 Minuten mit der Linie 9 oder 10 ins Zentrum. Jede Linie fährt in der Normalzeit alle 8 Minuten, beide zeitlich versetzt, in die Innenstadt. Steigt man mit der Linie 9 kommend an der Haltestelle Nationaltheater (Národní divadlo) aus, das ist die erste Haltestelle nach der Moldaubrücke, ist man eigentlich schon mitten drin. Auf der einen Seite steht die Laterna Magica, wohl ein Muß für die Fans des Theaters, gegenüber die ehemalige Versicherungsanstalt, in der Franz Kafka tätig war, keine 300 m weiter das Kaufhaus Tesco. Von der gerade überquerten Moldaubrücke aus bieten sich einem die ersten Fotomotive der Karlsbrücke und weiter links oben auf dem Hügel der Hradschin. Das Straßenbahnnetz dehnt sich über die gesamte Stadt inklusive der Außenbezirke aus und man kommt überall schnell und bequem hin. Wir fühlten uns zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher. Die Pager sind höfliche Leute, da stehen sogar die jungen Leute für einsteigende Rentner noch auf. Drängeln beim Ein- und Aussteigen scheint unbekannt, geduldig wird gewartet, bis alle ausgestiegen sind. Es macht einfach Spaß. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch eine U-Bahn und Busverkehr gibt, was wir aber nicht genutzt haben.
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Sehenswürdigkeiten

Auch Ende Oktober bietet Prag bietet eine Vielfalt von Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sicherlich von den Vorlieben jedes einzelnen für wichtig oder nicht so wichtig erachtet wird. Reiseführer liefern auch mehr oder weniger detaillierte Informationen zum Nachlesen. Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erkunden und wem die Füße vom Laufen auf dem Kopfsteinpflaster doch einmal schmerzen, nimmt für die nächste Strecke eine aus dem dichten Netz der Straßenbahnen. Einige der für uns wichtigsten Sehenswürdigkeiten möchte ich im weiteren Verlauf beschreiben.  Was man unbedingt gesehen haben sollte:
  1. Hradschin (Prager Burg)
  2. Malá Strana (Kleinseite)
  3. Karlsbrücke
  4. Altstadt
  5. Sonstiges
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Hradschin (Burgstadt)

Mit der Straßenbahn Linie 22 fährt man vom Stadtzentrum aus auf der westlichen Moldauseite gen Norden. Durch die engen verwinkelten Straßen des Stadtteiles Malá Strana windet sich die Bahn hinauf zum Hradschin. Sie ist eigentlich immer proppenvoll, deshalb wird überall geraten, seine Habseligkeiten vor Langfingern zu sichern. Man steigt am besten aus, wenn alle aussteigen, dann ist man höchstwahrscheinlich an der Haltestelle mit Namen Pražský hrad (nein ich werde nicht schreiben, wie man das ausspricht). Gleich gegenüber der Haltestelle führt der Weg über eine Brücke in den Burgbereich des Hradschin. Unübersehbar ist die Kathedrale, die man nach wenigen Schritten erreicht. Vor dem Eingang der Kirche stehen auch Ende Oktober lange Schlangen. Hier oben laufen neben der handvoll Individualtouristen aus unzähligen Bussen ausströmende, von Regenschirm- und Fähnchenschwenkenden Guides angeführte Menschenmassen aus aller Welt herum. Eine Reihe von Museen laden dazu ein, mehr über die Jahrhunderte alte Geschichte der Burgstadt zu erfahren. Geht man um die Kathedrale herum und folgt dem dahinter abschüssigen Weg Richtung Osten landet man auf einer mit Zinnen gesicherten Aussichtspattform. Von hier oben hat man einen phantastischen Blick auf die Dächer Prags und auf die sich durch sie hindurchschlängelnde Moldau mit den vielen Brücken. Ein recht steiler Weg führt auf bequemen Treppen wieder hinunter in Richtung Malá Strana.
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Malá Strana und Karlsbrücke

Der kleine Stadtteil Malá Strana (auf Deutsch als Kleinseite bezeichnet) ist einer der ältesten und geschichtlich bedeutsamsten Stadtteile Prags. Schlendert man hier durch die engen und malerischen Gassen, fühlt man sich irgendwie verzaubert und versetzt in eine frühere Zeit. Leider stößt man aber an der nächsten Ecke schon auf die touristische Wirklichkeit - Werbetafeln für die auf Touristen wartenden Restaurationen. Und nur weinige Schritte weiter schwimmt man wieder voll im Touristenstrom, der sich über die Karlsbrücke quält. Es ist unglaublich, welche Besuchermassen sich hier am letzten Oktobersamstag über die Brücke schieben. Wie muss das erst in der Hochsaison aussehen. Die Brücke gleicht heute aber einer Baustelle, weil große Teile mit einem Bauzaun abgesperrt sind. Auf der östlichen Seite ist die gesamte Auffahrt zur Brücke wegen Bau- und Ausgrabungsarbeiten abgesperrt; in dieser Jahreszeit muss man wohl auch damit rechnen. Wegen dieser Menschenmassen wird in allen Reiseführern auf die Taschendiebe hingewiesen, ja, sogar die Einheimischen warnen vor ihnen, auch jetzt noch, Ende Oktober. Wir blieben Gott sei Dank verschont.

Kommt man aus Richtung Nationaltheater (Národní divadlo) -siehe öffentlicher Nahverkehr Linie 9- an der Moldau entlang, bieten sich einem sehr schöne Ansichten auf die Karlsbrücke und dem Hradschin im Hintergrund. Unterhalb der Brücke befinden sich einige alte Gebäude mit Restaurants, die mit dem Blick auf Moldau und Brücke werben. Wir wurden ja auch vor dem Nepp in den Haupttouristenbereichen gewarnt und so kehren wir mit gemischten Gefühlen in das Restaurant Klub Lávka, direkt an der Moldau und der Karlsbrücke gelegen, ein. Gut, die Preise sind schon Touristenpreise, aber die Rechnung ist fair. Die Bedienung ist freundlich und wir haben einen schönen Blick auf den Fluss und die Brücke. Zugleich können wir uns ein wenig aufwärmen bei heißer Schokolade und einem Cafe Latte.
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Altstadt

Von der Karlsbrücke aus spazieren wir durch die engen Gassen der Altstadt. Man fühlt sich zurückversetzt ins 19. Jahrhundert. Jetzt fehlen nur noch die Pferdekutschen. - Hätte ich bloß nichts gesagt, tauchen sie tatsächlich an der nächsten Ecke mit Touris beladen auf. Die Häuser sind alle soschön renoviert, dass wir vor lauter Schauen gar nicht mehr auf den Weg achten und uns nur irgendwie fortbewegen. Plötzlich erreichen wir dann doch den Rathausplatz (Staroměstská namesti). Uns ist gar nicht so bewusst, dass die Astronomische Uhr am Altstädter Rathauses (Staroměstská radnice) ein Anziehungspunkt für Touristen ist und werden erst aufmerksam, weil so viele Asiaten ihre Köpfe zur Uhr empor strecken. Auf dem Platz selbst steht das Jan Hus Denkmal. Ringsherum um den Rathausplatz stehen wunderschön renovierte aus dem Mittelalter stammende Gebäude. Wer in dieser Gegend wandelt, wandelt auch auf Franz Kafkas Spuren. Sein Geburtshaus steht gleich um die Ecke, leider habe ich es nicht gefunden, weil ich meinen Plan nicht mit hatte.

Anstatt auf die oft für uns sehr unaussprechlichen Straßennamen zu achten, verlassen wir den Rathausplatz in die falsche Straße und finden uns plötzlich an einer unbekannten Kreuzung ohne Namen wieder. Uns schmerzen die Füße vom ständigen Laufen auf dem Kopfsteinpflaster und weit und breit kein Cafe, wo man sich hätte ausruhen können. Zum Rathausplatz zurück, nein, das wollen wir aber auch nicht. Die Suche nach einer kleinen Oase treibt uns eine breite Einkaufsstraße hinunter, an deren Ende plötzlich der Wenzelsplatz beginnt.
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Wenzelsplatz

Der Wenzelsplatz (Václavské náměstí) ist eigentlich kein Platz, sondern eine sehr breite ca. 700m lange Prachtstraße, die an einem Ende vom Nationalmuseum (Národní muzeum) begrenzt wird. Wir erreichen den Platz von der Altstadtseite kommend. Stühle und Tische vor dem Hotel Prague Inn laden zwar viele leere Stühle zum Ausruhen ein, doch im Hoteleingang stehen so komische Typen herum, weshalb wir uns lieber gegenüber in das gut besuchte Cafe Bar Trinity setzen. Wir hatten ja immer noch die Warnung im Kopf, dass man in den Cafe's in den Touristenzentren abgezockt wird. Und dort, wo schon so viele Leute sitzen, geht es bestimmt ehrlich zu. Nachdem wir das Cafe verlassen hatten, beschleicht mich so ein Gefühl, betrogen worden zu sein. Und Richtig! 4 Straßen und 5 Ecken weiter läßt mir mein Gefühl keine Ruhe mehr und ich schaue noch mal auf die Rechnung, die mir die Bedienung eigentlich wieder wegnehmen wollte, nach dem ich bezahlt hatte. Beim Nachrechnen merke ich, dass wir die 2 Cafe Latte doppelt bezahlt haben wobei der Einzelpreis schon unverschämt hoch ist. Ich ärgere mich schwarz. Für das Geld hatten wir am Abend zuvor im Hotel ein komplettes Menue mit Getränken gehabt. Aber, ich hätte ja aufpassen können. Deshalb an dieser Stelle die Warnung, man sollte unbedingt seine Rechnung noch vor Ort prüfen. Der langweilige Wenzelsplatz hält uns nicht lange gefangen, stattdessen biegen wir in die Štěpánská ein, um nach wenigen Metern in einer dieser Passagen, einem Durchhaus, zu landen.
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Durchhäuser

Unser Reiseführer machte uns auf einen kleinen Geheimtipp aufmerksam, den besonders Einheimische in Prag zu schätzen wissen: Durchhäuser. Ein Durchhaus erkennt man von einer Hauptstraße aus als eine Art Shoppingpassage. Geht man durch sie hindurch, also durch das Haus hindurch, endet die Passage nicht einfach am Ende, sondern der Weg führt weiter. Entweder kommt man auf eine Parallelstraße, oder zum nächsten Durchgang, oder in einen schönen Garten. Von der Štěpánská, sie geht vom Wenzelsplatz (Václavské námestí) ab, führt solch ein Durchhaus z.B. auf eine Parallelstraße, der Vodičkova. Auf der anderen Straßenseite geht man wieder in ein Durchhaus, und landet diesmal in einer kleinen ruhigen Oase, dem Franziskanergarten. Geschützt vom hektischen Treiben und dem Straßenlärm durch die umliegenden Häuser laden frisches Grün in dem gepflegten Garten mit Parkbänken zum Ausruhen ein. Keine Spur von herumlungernden Pennern, dafür schmust in einer Ecke ein verliebtes Pärchen, und dort sitzen Menschen, welche die herbstlichen Sonnenstrahlen bei einem guten Buch lesend genießen. Ein kleines Problem tat sich beim Verlassen des Gartens auf, weil der Weg sich gabelt. So verpassen wir wohl den richtigen Ausgang und landen fast in einer Tischlerei in irgend einem Durchgang irgendwo an einer uns unbekannten Straße in einer nicht mehr so attraktiven Gegend. Ein paar Straßenzüge weiter finden wir uns am Kaufhaus Tesco wieder.
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Franz Kafka

Als Schüler hat man mich mit der Interpretation von Romanen von Franz Kafka getriezt. Je länger ich mich damit aber auseinandersetzen musste, umso mehr wurde mein Interesse für den Literaten und seine Biografie geweckt. Wenn ich nun schon mal in Prag bin und es sich dann passt, warum nicht mal auf seinen Spuren wandeln. Obwohl Kafka sein Leben in Prag in einem relativ kleinem Radius um sein Geburtshaus herum in der Altstadt verbracht hat, bräuchte man viel Zeit, seine ihm wichtigen Stationen zu finden. Stadtpläne sind einem da nicht gerade sehr behilflich, genauso wenig Reiseführer. In der Enge der Zeit, die uns zur Verfügung stand, begnügte ich mich mit dem Besuch des Hauses, in dem die Versicherungsanstalt untergebracht war. Das Cafe Slavia, das heute jedoch mehr Touristenlokal als Literatencafe ist, steht nur wenige Meter weiter, gegenüber dem Nationalmuseum. Klar ist, will man die Lebensstationen Kafkas in Prag in sich aufnehmen, muss man Zeit und einen guten Plan mitbringen.
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Küche und Bier

Wer Prag besucht, sollte auch einmal die Böhmischer Küche und das gute Bier genießen. Pilsener Urquell kennt man ja auch in Deutschland und Budweiser ist nicht etwa eine amerikanische Erfindung, nein, das Bier hat in Tschechien seine Tradition. Aber auch andere Brauereien wie z.B. Gambrinus und Staropramen stellen neben noch vielen weiteren kleineren Brauereien sehr wohlschmeckende Biere her; nicht zuletzt sorgt der günstige Preis dafür, dass das Bier in Strömen fließt.

Natürlich gibt es in Prag Restaurants, in denen man Hamburger oder Pizza bekommt. Doch wenn man schon mal hier ist, sollte man die weltberühmte Böhmische Küche probieren. Man sollte sich natürlich vorher im Klaren sein, was das bedeutet. Die bekanntesten Gerichte sind z.B. Knödel in verschiedenen Ausführungen, Sauerbraten, Schweinebraten mit Rotkohl, Lendenbraten, Gulasch mit rohen Zwiebeln oder Palatschinken. Die Restaurants, die an den typischen Touristenwegen liegen sind naturgemäß teurer und mehr auf Tourismus getrimmt, als abseitsgelegene, wo der Koch das Essen wirklich noch frisch und zu einem günstigen Preis selbst zubereitet. Tipp: Oft bieten kleine Privatbrauereien eine gute Bierbar und ein ebenso gutes Restaurant. Persönlicher Geheimtipp der Brauerei Staropramen: Potrefená Husa Na Verandách Smíchov, Nádražní 84, Praha 5. Die Straße geht ab von der zentralen Umsteigehaltestelle Anděl. Nein, ich bekomme keine Provision, nur hier kann man zwischen vielen sehr gut schmeckenden Biersorten wählen und die überschaubare Menükarte garantiert eine sehr gut schmeckende Böhmische Küche.
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Geldumtausch

In Tschechien zahlt man mit Tschechischen Kronen (CZK). Die Kronen sollte man aus einem der vielen Geldautomaten ziehen. Man bekommt sie zum Börsenkurs, auch wenn die heimische Bank noch eine Auslandsgebühr kassiert, ist es immer noch günstiger, als in den Wechselstuben. Bloß nicht auf der Straße bei den sehr freundlichen fliegenden Händlern tauschen, da bekommt man schon mal Polnische Zloty für seine Euros. Menschen, die relativ neue Zahlungskarten (Kredit- oder Bankkarten) haben kann es passieren, dass sie kein Geld aus den Geldautomaten, sondern sofort ihre Karte zurück erhalten mit einer Fehlermeldung auf dem Bildschirm im Sinne von ... your card has no EMV ... Die neue Kartengeneration* bekommt europaweit einen neuen (unsichtbaren) Prozessorchip, der teilweise von den Geldautomaten schon abgefragt wird. Und wenn der Automat meint, dass hiermit etwas falsch ist, gibt's kein Geld. Da hilft dann nur der Gang in die Wechselstube und seine (hoffentlich vorhandenen) Euros umzutauschen. Kreditkarten werden dort auch ohne PIN akzeptiert.

* Die Realität hat die Banken schneller eingeholt als gedacht. Nachdem nun auch die deutschen Banken ihre Geldautomaten auf die EMV-Prüfung umgestellt haben, stellt sich heraus, dass die ausgegebenen Karten falsch programmierte Chips aufweisen. In Deutschland hat man die alte Software wieder reaktivieren müssen - im europäischen Ausland bekommt man immer noch nur mit Glück sein Geld! Vielleicht hat sich dieses Problem mittlerweile gelöst, vielleicht aber auch nicht. Banken eben .... .
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Die Prager

Die Pager sind freundliche Menschen. Und sie leben in Freiheit und lieben sie. Rauchen ist überall erlaubt, manchmal wird man befremdlich angeschaut wenn man nach einer Nichtraucherzone fragt. Nichtraucher sind hier in der Minderheit, besonders auch in Hotels und Restaurants wo gegessen wird. Telefonieren mit dem Handy am Steuer ist selbstverständlich. Man muss immer drauf gefasst sein, dass die Autotelefonierer einen nicht wahrnehmen. Man sollte die Prager bloß nicht gleich in Deutsch anquatschen, weil man meint, alle Menschen dieser Welt verstünden unsere Sprache. Man bekommt immer eine freundliche Auskunft, entweder in englischen Brocken und in ganzen deutschen Sätzen, versucht man es zuerst in Englisch und wenn das (meist) nichts hilft, fragen, ob sie Deutsch verstehen. Prager sind höfliche Menschen. An den Haltestellen gibt es kein Gedränge und Geschiebe, Jüngere stehen ungefragt für Ältere auf. Als Tourist ist man allerdings bei den Prager Geschäftsleuten in den Touristenzonen Freiwild. Man muss sehr aufpassen, dass sie einen nicht mit einem freundlichen Grinsen und unendlicher Hilfsbereitschaft ausnehmen. Außerhalb der Touristenzonen findet man die tschechische Gastfreundschaft wieder.
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Das Wetter

Um den Monatswechsel Oktober / November herum darf man an das Wetter keine Ansprüche stellen. Wir hatten einen Tag viel Sonne und blauen Himmel bei 8 Grad plus und kaltem Ostwind. Der andere Tag zeigte sich mit Hochnebel ohne dass es die Sonne schaffte ihn zu durchbrechen bei 0 Grad und noch kälterem Ostwind. 14 Tage später, zeigten die Temperaturen 15° C plus.
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