Lothars Reiseberichte

USA - Reisetipps

Grundsätzliches

Drachen
Ängstliche Naturen sollten sich in die Hände eines Reiseveranstalters begeben, der einen Rundumservice für einen Urlaub in den USA bietet. Will man Amerika lieber auf eigene Faust kennenlernen, kann das zum Fiasko werden, fliegt man spontan und unvorbereitet über den großen Teich. Dass es in der neuen Welt, den freien und unabhängigen Vereinigten Staaten von Amerika, Grenzen, Einschränkungen und Bürokratismus gibt, besonders nach dem 11. September 2001, davon kann jeder berichten, der schon einmal drüben war. Wer sich aber gut vorbereitet und sich mit den Gegebenheiten vertraut gemacht hat, der kann natürlich die oft propagierte grenzenlose Freiheit, im vorgegebenen Rahmen natürlich, genießen.

Beispiele gefällig? Jeder 16 jährige kann in den USA den Führerschein machen und in Mamas Cabrio herumdüsen. Aber einen Leihwagen bekommt er frühestens ab 21 unter Auflagen und Zusatzkosten.
Ein Hotelzimmer vor Ort buchen und noch nicht einmal 21 Jahre alt? Das geht meist nicht. Es sei denn, eine Begleitperson ist mindestens 25 Jahre alt oder das Hotel drückt ein Auge zu. Vielleicht.
Ist ihre Partnerin gewohnt Oben Ohne am Strand zu liegen? In den USA gilt dieses Verhalten als Erregung öffentlichen Ärgernisses und wird bestraft.
In Deutschland untersagt, in den USA möglich, ist das Anschwärzen von Arbeitskollegen beim Chef, wenn einem die Nase nicht passt um Mitarbeiter des Monats zu werden.
Erst mit 19 Jahren darf ein junger Erwachsener z. B. in Kanada alleine ins Freibad.
Doch Bange machen gilt nicht! Auf geht's!

Einreise und Registrierung (updated März 2014)

Die Einreise in die USA ist in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden. Wenn ich bedenke, wie schnell und unkompliziert wir in Australien oder Neuseeland hineingekommen sind.... . Seit einem Besuch in 2005 haben sich die Einreisemodalitäten mehrfach geändert, sodass diese Seite eigentlich ständig angepasst werden müsste. Zurzeit beschreibe ich die Modalitäten so, wie wir sie im März 2014 erlebt haben. Fakt ist, dass man sich VOR der Abreise elektronisch registrieren lassen muss, um aufgrund seiner Angaben in dem Formular eine grundsätzliche Erlaubnis zu erhalten. Damit ist allerdings keine Einreisegarantie verbunden; darüber entscheidet der jeweilige Grenzbeamte, wie ich das im weiteren Verlauf beschreibe. Aber eins nach dem anderen.

Registrierung 1 von zu Hause

Wer beabsichtigt, ohne Visum in die Vereinigten Staaten zu reisen, für den gelten ab dem 12.Januar 2009 erhöhte Sicherheitsanforderungen. Man muss sich Online bei ESTA der U.S. Customs and Border Protection, registrieren. Die englischsprachige Seite lässt sich auch auf Deutsch umstellen, was bei staatlichen Formularen immer zu empfehlen ist. Noch ein kleiner Tipp zu ähnlichen Webseiten, auf denen man ESTA beantragen kann, die verlangen am Ende der Eingaben gerne mehr als nur die 14 US-Dollar. Also Augen auf, auf welchen Seiten man seine Zahlung leistet.
Das offizielle Formular ähnelt mit seinen Fragen und den erwünschten Angaben den früheren grünen Einreisekarten. Seit 8. September 2010 ist die Registrierung wie gesagt nicht mehr kostenlos. Auch für die Aktualisierung eines bestehenden ESTA-Antrags werden 14 US-Dollar fällig - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Gebühr muss ausschließlich per Kreditkarte entrichtet werden. Wer keine hat, kann jedoch z.B. Verwandte oder natürlich ein Reisebüro bitten, zu zahlen.

Nach der Übermittlung des ausgefüllten Formulars und der Kreditkartenzahlung erhält man sofort eine Registriernummer, wenn die Einreise grundsätzlich zugelassen wurde. Dieses Formular sollte man ausdrucken. Das Mitführen wird zwar angeblich nicht mehr verlangt, jedoch wollte unsere Airline, die Virgin Atlantic, diese Formulare sehen. Eine Einreisegarantie ist die erteilte Genehmigung allerdings nicht. Die ESTA-Genehmigung ist nur eine Art Beruhigung, mit der man sich erst einmal auf den Weg machen kann.

Aktueller Hinweis seit Dezember 2016: ESTA soll um die Frage nach Namen von Konten auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder anderer solizaler Medien (wie z.B. auch Google+, Instagram, LinkedIn und YouTube) erweitert worden sein, welches über ein Drop down menu auswählbar sein soll. Die Beantwortung der Frage ist bis jetzt noch optional. Nach offizeller Regierungslesart soll das Nichtbeantworten dieser Frage bei der Einreise keine Auswirkung auf die Erlaubnis der Einreise haben. Es sei denn ... -> Als Grund dieser Massnahme wurde die Früherkennung von terroristischen Aktivitäten benannt. In den USA läuft allerdings parallel mit der Einführung dieser Abfrage eine Diskussion, bei der es um die Bedrohung der freien Meinungsäußerung sowie die für Ausländer bedrohten Datenschutz- und Sicherheitsrisiken geht.
Mein persönliches und neutrales Statement dazu: Jeder USA Reisende sollte zukünftig Augen und Ohren offen halten, wie es mit den Einreisemodalitäten weitergeht, besonders nach dem 20. Januar 2017.

Registrierung 2 beim Einchecken

Beim Einchecken am Schalter der Fluggesellschaft wurde von uns der ESTA-Ausdruck erwartet. Des Weiteren wurden unsere Pässe geprüft und die Adresse des Hotels der ersten Übernachtung in den USA abgefragt. Man sollte also zumindest einen Spickzettel bereithalten.
Alle Fluggesellschaften wurden wiederum vom Department Of Homeland Security verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste auf Flügen in die USA zu registrieren und an die US-Behörden zu übermitteln.

Registrierung 3 im Flugzeug entfällt

Die grünen Einreisekarten, die früher vor der Landung im Flugzeug verteilt wurden, gibt es nicht mehr. Wer diese Ausfüllprozedur noch von früher her kennt, dem wird ein Stein vom Herzen fallen. Nun kann man auch wieder während der Atlantiküberquerung den im Flieger angebotenen leckeren Wein genießen. Doch Vorsicht, ein beschwingter Kopf könnte später zu Komplikationen führen.

Eine kleine Kuriosität am Rande, mit der wir früher selbst einmal konfrontiert wurden, möchte ich dennoch erzählen. Da fliegen wir so vor uns hin Richtung Vereinige Staaten und alle 2 Stunden kam es zu folgender Durchsage (ungefähr): Sehr geehrte Fluggäste, ..... wir von den amerikanischen Behörden verpflichtet Sie darauf aufmerksam zu machen, dass es verboten ist, in den Gängen Gruppen ab 2 Personen zu bilden. Die Gruppenbildung nach dem Essen der Wartenden vor den Toiletten wurde dann von den Stewardessen aufgelöst. Das ist jetzt kein literarischer Gag von mir, sondern die Wahrheit. Ich weiß nicht, ob es heute immer noch vorkommt, wir haben es zuletzt nicht mehr beobachtet.
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Registrierung 4 bei der Einwanderungsbehörde

Sie wollen gar nicht Einwandern? Sie benutzen den Flughafen in den USA nur zum Umsteigen ganz woanders hin? Egal, sie bekommen es als erstes mit der Einwanderungsbehörde zu tun, nachdem Sie das Flugzeug verlassen haben. Sie sollten wenigstens ein paar Brocken Englisch verstehen und sprechen, oder jemanden dabei haben, der es kann. Am Ende der Gangways vom Flugzeug in das Flughafengebäude prangt in manchen Flughäfen ein Schild mit der Aufschrift: Welcome in the United States of America. Now speak English.

Nach dem Verlassen des Flugzeugs lernen Sie die zwei wichtigsten freiheitlich demokratischen Grundordnungen Amerikas kennen, nämlich sich von Uniformierten sagen zu lassen, wo es lang geht und sich in eine Warteschlange anzustellen. Nur über diese Hürde gelangen Sie zur Pass- und mittlerweile auch Gesichts- und Fingerabdruck Kontrolle, dem Emigration Officer der Einwanderungsbehörde. Zuvor rate ich jedem, an der gelben Wartelinie zu verharren, bis Sie entweder durch eingesetztes (uniformiertes) Ordnungspersonal weitergeleitet oder direkt vom Einwanderungsbeamten herangewunken werden. Folgen Sie bitte seinen Anweisungen unbedingt und unverzüglich, sonst kann er Sie schon mal barsch anfahren, andere vorzulassen und weiter zu warten. Schließt er unvermittelt die Durchgangstür und verlässt wortlos seine Kabine, gibt es sicher wichtige Gründe dafür. Bitte weiter warten und nicht nervös werden, er kehrt sicherlich irgendwann zurück oder sie werden irgendwann vom Ordnungspersonal in eine andere Schlage verfrachtet. Lachen Sie nur, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Machen Sie bloß kein spöttisches oder ärgerliches Gesicht. Tuscheln Sie nicht mit ihren Lieben, solange Sie vor dem Grenzbeamten stehen. Es hat keinen Sinn sich lauthals zu beschweren, dass sie schnell durch müssen, um den Anschlussflug zu erreichen. Das hätte nur zur Folge, dass sie vielleicht an das Ende der Warteschlange geschickt würden; oder gar Ihre Einreise mit der Rückführung im nächsten Flieger in die Heimat endet.

Es gibt natürlich, wie zu Hause auch, solche und solche. Standardfragen sind immer noch, warum Sie in die USA einreisen wollen, (Urlaub heißt auf Amerikanisch "vacation") und wie lange sie bleiben wollen. Die Freundlichen beginnen ein munteres Schwätzchen - auf Amerikanisch wohlgemerkt, nicht auf Englisch. Unterschiede weiter unten bei den Hinweisen für die Amerikanische Sprache. Sprechen Sie kein Englisch müssen Sie auf die Frage gefasst sein: Wenn sie kein Englisch sprechen, was wollen Sie dann in den USA? Ist aber nicht weiter schlimm, sie verstehen es ja sowieso nicht und freiwillig Deutsch spricht von diesen Beamten keiner, auch wenn er es könnte.
Bleiben Sie locker und beantworten Sie freundlich alle Fragen die ihnen gestellt werden, auch wenn sie noch so unsinnig erscheinen und der Beamte noch so unfreundlich ist: "Sie waren doch letztes Jahr erst in den USA, was wollen Sie denn schon wieder hier?". Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dieser Beamte, vor dem Sie jetzt stehen, darüber entscheidet, ob sie einreisen dürfen, oder nicht. In der Regel haben sie jedoch keine Probleme mit der Einreise.

Die Zeit für Schwätzchen ist zurzeit sehr kurz. Die Beamten haben alle Hände voll damit zu tun, Ihren hoffentlich maschinenlesbaren Pass gegen Ihr Gesicht zu prüfen, die Fingerabdrücke mittlerweile aller zehn Finger zu nehmen und Ihr Konterfei abzulichten. Dazu schaut man nach Aufforderung in eine Art Webcam, dann legt man die 4 Finger der einen Hand auf eine Glasplatte, natürlich wieder nur nach Aufforderung, dann den Daumen, dann die gleiche Prozedur mit der anderen Hand. Dass zuvor schon hunderte Andere ihren Abdruck vor Ihnen auf dieser Glasplatte lassen mussten, darf niemanden stören - Hände waschen kann man später. Von Vorteil sind jetzt vor Angst schwitzende Leute, denn bei zu trockenen Fingern versagt der Scanner schon mal.
Wenn der Computer und sein Einreisstempel funktioniert, bekommen Sie den Stempel auf eine hoffentlich noch freie Seite reingeknallt und werden dann zu den Gepäckbändern geschickt. Sie sollten Partner und Kinder immer in Reichweite haben -zusammen und beim gleichen Beamten. Sollten diese in einer anderen Warteschlange noch nicht soweit sein, dürfen Sie im Kontrollbereich nicht warten und werden harsch zum Weitergehen aufgefordert.

Ist der Pass wieder in ihren Händen, sind Sie erst einmal ohne Gepäck drin. Folgen Sie der Beschilderung zum Baggage Claim, den Gepäckbändern, auch wenn sie umsteigen müssen. Haben Sie Glück, und ihr Gepäck kreist noch auf dem Gepäckband, nehmen Sie es und stellen Sie sich in die Schlange der Gepäckkontrolle beim Zoll. Es kann sein, dass sie schon am Gepäckband oder in der Schlange von Zollbeamten mit und ohne Hund prüfend gemustert oder in ein freundliches Gespräch verwickelt werden. Das hat einfach nur den Sinn, abzuklopfen, ob sie Schmuggelware oder gar Lebensmittel dabei haben. Ist das Gepäckband leer, haben sie zu lange in der Einreiseschlange getrödelt. Suchen Sie ihr Gepäck. Irgendwo in der Nähe des Bandes stehen meist irgendwelche herrenlose Koffer herum.

Es ist streng verboten, Lebensmittel in die USA einzuführen, weil die Amerikaner Angst vor Verseuchung ihres Kontinents mit unbekannten Bakterien oder Viren haben. Egal ob es der Apfel oder eine Kiwi ist, die sie als Reiseproviant dabei haben, oder ein trockenes Brötchen oder eine Dose Leberwurst, weil es die in den USA nicht gibt. Die Hunde finden alles, und sie müssen den Proviant ersatzlos abliefern. Aber auch hier gilt: Bleiben Sie locker und freundlich und akzeptieren Sie jedes Auftreten der Beamten. Wenn Sie es eilig haben, befolgen sie diesen Ratschlag, es sei denn sie möchten herausgewunken und gründlich gefilzt werden. Sollten Sie nicht vorher geprüft worden sein, sitzt am Ende der Schlange ein weiterer Beamter und prüft mit Sicherheit nochmals ihren Pass gegen ihr Gesicht.
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Registrierung 5 bei der Ausreise

Wer registriert einreist, sollte tunlichst auch registriert ausreisen. Seit es die grünen Einreiseabschnitte nicht mehr gibt, braucht man den Abschnitt nicht mehr, der Pass genügt. Wir brauchten uns auch nicht ganz ausziehen, weil wir zuletzt in Miami durch den Körperscanner geschickt wurden. Der Türrahmen mit den Sensoren wurde vor unserer Nase dicht gemacht, weil der Beamte von einer Frau genervt war, die mit ihrem T-Shirt und der Hose mit unendlich viele Pailletten den Piepser und das rote Licht zur Weißglut getrieben hat.

Die Computersysteme verstehen mittlerweile nicht nur ESTA, sondern haben auch alle anderen Details einer Person gespeichert, die kontrolliert ein und ausreist. Aber keine Angst, davon bekommt man im Normalfall gar nichts mehr mit. - Ist eben alles im Computer gespeichert.

Anschlussflug

Nach dem Verlassen des Zollbereiches sind Sie mit Gepäck drin. Endlich können Sie aufatmen: Sie sind jetzt im freien Amerika mit den unbegrenzten Möglichkeiten. Nun wünsche ich Ihnen nur noch viel Glück bei der Suche nach den Terminals für die Anschlussflüge, den Shuttlestationen der Mietwagen oder Hotelbusse. Dabei lernen sie die zweite Lektion in Amerika: Folgen Sie den Hinweisschildern so lange, bis es keine mehr gibt, danach ihrer Nase, bis sie das endgültige Ziel gefunden oder sich verlaufen haben.
Wenn Sie einen Anschlussflug gebucht haben, suchen sie hinter der Zollkontrolle den Bereich, in dem sie ihre Koffer abgeben können. In Chicago oder Washington zum Beispiel läuft das sehr unproblematisch. Und sogleich kann die dritte Lektion Amerika folgen: Die zuständigen Angestellten sind beleidigt, wenn man Ihnen Ihre Arbeit abnimmt, wie zum Beispiel hinter der gelben Linie zu versuchen, seine eigenen Koffer auf Transportbänder zu stellen. Man muss sich einfach an den Genuss des grenzenlosen Service gewöhnen, bei dem auch kein Trinkgeld fällig ist. Einfach den Koffer abstellen, die Bediensteten kümmern sich um den Rest. Unsere Koffer kamen am Zielort an.

Sollten Sie in einem Trolley das notwendigste für die erste Nacht dabei haben, ist es in den USA überhaupt kein Problem, diesen in das Flugzeug einer US-Linie mitzunehmen. ALLE mitfliegenden Amerikaner schleppen oft schwere große Trolleys mit in das Flugzeug und wuchten diese dann oben in die Gepäckablage, die in Deutschen Fluglinien nur für das "leichte" Handgepäck zugelassen sind. Die Flugbegleiter helfen auch gerne beim Verstauen. (Anscheinend gibt es in den USA keine Turbulenzen bei den Flügen, oder die Gepäckfächer sind besser verriegelt als in deutschen Flugzeugen).

Doch man muss erst mal den Anschlussflug finden. Die Departure Tafeln sind gewöhnungsbedürftig; sie sind nämlich nicht nach Abflugzeit geordnet, sondern nach Zielort. Und fast jede Amerikanische Fluggesellschaft fliegt ihn an.

Bei unserem Inlandsflug wurden wir in Washington vor den Gates gründlich gefilzt. Es passierte in einem unbeschreiblichen Chaos nachmittags um halb vier. Da schien die rush hour zu beginnen. Die vielen Schlangen vor den Durchleuchtungsgeräten waren lang. Anscheinend fielen die Geräte auch ständig aus, sodass die Sicherheitsbeamten die Wartenden zum Nachbargerät schickten. Jeder musste seine Schuhe ausziehen, die Männer ihren Gürtel abnehmen, die Frauen durften ihren BH anbehalten, die Taschen waren in große Schalen zu entleeren - alles, auch Taschentücher und sonstige lose Gegenstände musste man in die Schalen legen. Von diesen Schalen gab es bei dem Andrang jedoch viel zu wenige. Durch den Ausfall des einen oder anderen Durchleuchtungsapparates, sprangen die halb ausgezogenen Menschen in der Gegend herum. Weil sie schon zuvor lange warten mussten, wollten sie sich natürlich bei der Nachbarschlange vordrängeln- das wäre vielleicht in Deutschland üblich; deshalb ließen die Amerikaner die unerwartete Drängelei überrascht zu, um sich nach kurzer Besinnung ebenfalls in der Nachbarschlange vorzudrängeln.
Mit der Boarding Card und dem Pass in der einen, dem Hosenbund in der anderen Hand sahen wir unsere Sachen dann im Scanner entschwinden. Vor uns warteten mindestens noch fünf andere auf den Durchlass durch die Scanner Tür. Dort piepste es unablässig ob der nicht abgelegten Armbanduhren, manch Sockenhaltern oder BH-Verschlüssen. Panisch verfolgten alle wartenden ihre Wertsachen hinter der Barriere aus dem Durchleuchtungsgerät sich stauen und von den bereits Durchgelassenen wegzustoßen. Immer wieder wiesen die hoffnungslos überlasteten Beamten verzweifelt sich vordrängende Menschen zurück. Jeden Moment rechnete ich damit, dass einer der Beamten seinen Colt zöge, um Warnschüsse abzugeben.

Nachdem wir uns wieder angezogen und tatsächlich alle unsere Sachen wieder bekommen haben, bereiteten wir uns gelassen auf den Weiterflug vor.

Koffer

Schließen Sie ihre Koffer nicht ab. Wenn die Amerikanische Sicherheitsbehörde meint, dass Ihr Koffer verdächtigen Inhalt hat, wird er geöffnet. Sie merken es daran, dass ihnen beim Öffnen ihres Koffers ein Zettel entgegenflattert. Wenn er abgeschlossen ist, wird er einfach aufgebrochen. Mit modernen TSI Schlössern an den Koffern könnten die Behördenmitarbeiter den Koffer problemlos öffnen, dafür sind sie ja mal entwickelt worden; doch das Schloss knacken geht wohl schneller. Das Entschuldigungsschreiben ist ja beigefügt, man leiste immerhin einen Beitrag zur Sicherheit.
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Accommodation

Hotels usw.

Jedwede Unterkunft wird als accommodation bezeichnet, sind Zimmer frei, heißt das vacancy. No Vacancy bedeutet, dass kein Zimmer mehr frei ist.

Amerikanische Werbefotografen sind genial. Sie präsentieren in den bunten Hotelprospekten Außenansichten von Hotels, Inneneinrichtungen und Zimmer so wunderschön, dass man allein durch die Bilder zur Buchung animiert wird. Steht man dann tatsächlich vor dem Hotel, in der Halle, im Restaurant oder schließt die Zimmertür auf, fragt man sich, wie der Fotograf es geschafft hat, aus dieser Realität so wunderschöne Werbefotos gemacht zu haben. Dabei lügen die Bilder nicht einmal, sondern sie suggerieren durch Lichteffekte eine phantastische Hotelfassade, durch optische Manipulationen ein anheimelndes Restaurant oder kuscheliges geräumiges Zimmer, was es alles tatsächlich in dieser Schönheit und Geräumigkeit nicht gibt; meistens jedenfalls.

Zumindest in den USA klassifiziert man Unterkünfte in
- Resort, - Hotel, - Motel, - YMCA, in Kanada gibt es oft noch - Bed and Breakfast
  1. Ein Resort ist ein Hotel oder Motel mit zusätzlichen Außenanlagen zur Freizeitgestaltung. Damit ist ein Kinderspielplatz, ein Grillplatz, Shuffleboard, eine Poolanlage, oder ein schöner Garten usw. gemeint.
    Vorsicht ist geboten, denn auch hier ist Werbung alles; sobald auch nur ein Turn Reck für Kinder draußen an der Straße steht, heißt das einfache Hotel oder Motel schon Resort. Aber es kann sich auch wirklich um ein Superhotel mit riesengroßen Garten und vielfältigen Freizeiteinrichtungen handeln.
  2. Bucht man ein Hotel ist man auf der sicheren Seite, denn diese Unterkunft ist genauso in Sterne klassifiziert, auf die man sich wie bei uns mehr oder weniger verlassen kann.
  3. Motels sind mehr oder weniger komfortable kleine Hotels, verkehrsgünstig gelegen, bei denen man i.d.R. mit seinem Auto bis vor die Haustür fahren kann. Hier muss man einfach schauen ob es einem gefällt, und weiterfahren, wenn es den Vorstellungen von Preis und Leistung nicht entspricht.
  4. YMCA sind vergleichbar unseren Jugendherbergen, Erfahrungen damit habe ich nicht.
  5. Mit Bed and Breakfast wohnen sie bei Familien im Haus in einem Zimmer, oft mit Bad und Toilette auf dem Flur, dafür oft mit Familienanschluss.

Betten

Die Bettenausstattung eines Zimmers oder einer Suite (mindestens 2 Räume) bestimmt den Preis, die Anzahl Personen nicht, es sei denn es wird gesondert darauf hingewiesen. Kinder sind oft bis 17 Jahren kostenlos willkommen, man muss aber selbst schauen, wo die dann schlafen können. Man unterscheidet folgende Bettengrößen:
  1. King size bed - ist breiter als 1,80 m, oft 2,00 bis 2,40 m hier können gut 2-3 Leute schlafen.
  2. Queen size bed - oft nur 1,20 m manchmal auch 1,40 m, es kann für 2 Leute eng werden, muss aber nicht.
  3. Double bed - sind schmaler als Queen size Betten, in der Regel 2 normale Einzelbetten in einem Zimmer.
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Mahlzeiten

Für viele Amerikaner scheint eine gemütliche Mahlzeit eine sinnlose Freizeitverschwendung zu sein. Darum versuche ich auch nur eine emotionslose und objektive Übersicht über die in den USA offensichtlich nicht vorhandene Esskultur wiederzugeben.

Breakfast

Man unterscheidet das Kontinentale Frühstück -continental breakfast- und das Amerikanische Frühstück -american oder hot breakfast-
Continental Breakfast kann sein: Auswahl an Muffins und Bagels, evtl. kleine Kuchenstücke, Butter, Marmelade, Frischkäse, Kaffee, Orangensaft. Das alles auch in Selbstbedienung auf Styroporbechern und Papptellern mit Plastikgeschirr. Das erspart das Abwaschen und damit umweltschonend Wasserverschwendung.
American Breakfast ist warm und vielschichtig zusammenstellbar: Verschiedene Toast, Eier und Schinken in jeder Form, Pancake, Hashbrownies bis hin zu French Fries (Pommes), Bratkartoffeln, American Potatoes, Beans, Bratwürstchen, Pilze, aber auch Cereals (Cornflakes) und Kaffee, Orangensaft. Heiß und fettig eben. Dieses Frühstück kann man, wenn man möchte, den ganzen Tag über in den verschiedensten fast Food Ketten bestellen.

Lunch

...ist das, was der Amerikaner zu Mittag zu sich nimmt, meist im Stehen oder Vorbeigehen, beim Telefonieren oder beim Autofahren. Und das ist Fast Food in jeder Form, was es zum Beispiel bei Subway, McDonalds, Burger King, Wendy's, Pizza Hut, KFC ... und und und ... gibt.

Dinner

Der Normalamerikaner nimmt jetzt das gleiche zu sich wie zum Lunch oder zum American Breakfast.
Will man auf Fast Food verzichten, gibt es die guten Restaurants, wo man für viel Geld, manchmal auch etwas Gutes zu Essen bekommt, wie z.B. Steak oder Truthahn mit French Fries (Pommes/Fritten), Lobster oder andere Meeresfrüchte. Wie in amerikanischen Restaurants üblich, gibt es keine Tischdecken und es ist sehr laut. In Deutschland ist es in Restaurants üblich, sich beim Essen leise zu unterhalten, sodass immer nur ein Gemurmel den Raum erfüllt. Schon mit einem lauten Lacher bringt man die Tischnachbarn dazu, vorwurfsvoll herüberzuschauen. In der neuen Welt geht es lauter zu. Die Tageserlebnisse und Meinungen werden von allen Tischgenossen möglichst gleichzeitig den anderen zugerufen, damit es jeder versteht weil es so laut ist, und vielleicht der Nachbartisch in die Diskussion mit einbezogen werden kann.

Getränke

Bestellen Sie nicht einfach nur Cola oder Coke. Der Amerikaner ist in dieser Beziehung sehr sensibel und unterscheidet sehr wohl zwischen Coke (Coca Cola) und Pepsi.
Haben Sie Kaffee bestellt, können Sie damit rechnen, dass bald jemand kommt und die Tasse kostenlos wieder auffüllt. Das gibt es bei Cola auch, aber nur, wenn man am Tisch bedient wird.
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Selbstversorgung & Supermarkt

Wenn es geht, empfehle ich bedingte Selbstversorgung, wenigstens was das Frühstück angeht. Jeder Supermarkt bietet alles, was man in Deutschland kennt und noch viel mehr und viel größer. Jedoch Brot - und Brötchen - sind das Grauen für jeden Deutschen. Schwarzbrot gibt es zu kaufen, allerdings ist das genauso ungenießbar wie das bei den Amerikanern beliebte Gummi-Weißbrot. Wenn sie Glück haben können sie Chicago Rolls kaufen, das sind Brötchen die annähernd die Festigkeit unserer Brötchen haben. Sonst gibt's nur Wabbelbrötchen zu kaufen. Pressen sie mal in einem unbeobachteten Moment irgendein Brot zusammen. Das geht! Und nach dem Loslassen nimmt es die originale Form wieder an. Und genauso kaut es sich auch. Lassen Sie sich nicht davon blenden, dass manche, wenige Brote, wie Graubrot aussehen. Es ist und bleibt Gummibrot.
Wenn Sie Glück haben, finden Sie irgendwo einen Deutschen Bäcker. Für den brauchen sie manchmal eine eigene Urlaubskasse.

Softdrinks wie Cola etc. werden allgemein als soda's bezeichnet. Die reine Coca-Cola so wie wir sie kennen, muss man suchen. Stattdessen wird die Cola mit Kirschgeschmack, Kiwi Geschmack oder sonstigen Zusätzen verkauft, und zwar reihenweise.
Mineralwasser nach unserem Verständnis ist schwer zu finden. Suchen Sie nach Club-Soda und achten Sie auch hier auf die Zusätze. Sehr beliebt ist Wasser mit Cherry Geschmack, das schmeckt gräuslich. Ihre mitreisenden Kinder werden allerdings von der Vielzahl der Geschmacksrichtungen schwer begeistert sein.
In Deutschland vermissen wir allerdings den in den USA erhältlichen Philadelphia Frischkäse mit Ananas oder Erdbeer Geschmack; reinen Frischkäse ohne Geschmack gibt's in den USA nicht.

Eine neue Sparmasche lernten wir im März 2014 in den Supermärkten kennen. Ein Beispiel, wie man 2 Dollar spart. Im Regal werden 3 Colaflaschen zum Sparpreis von 3 Dollar angeboten. Ist doch ein Schnäppchen, oder? Ja, ist es! Irgendwann kaufte ich nur 1 Flasche. Auf dem Kassenbon stand: 1 Flasche Cola kostet 1 Dollar - weiter unten: Sie haben 2 Dollar gespart. Und dieser Sparkonsum setzte sich für andere Dinge genauso fort. Toll.

Ein Tipp, nicht nur an die bei Aldi Einkäufer, die es gewohnt sind an der Kasse ihre Sachen so schnell wie möglich vom Band in den Einkaufswagen zu werfen: In den USA macht das die Kassiererin, oder der Einpacker. Das sind entweder Schüler oder alte Rentner (mit alt meine ich jenseits der 70). Und versuchen sie bloß nicht aus lauter Freundlichkeit dem Einpacker zu helfen, oder schon mit dem Einpacken zu beginnen, wenn er grad' mal nicht da ist - Sie müssen mit ganz bösen Blicken rechnen. So herrscht an den Kassen entspannte Stimmung und niemals Hektik. Einkaufen soll eben Spaß machen.
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Shopping

Shopping allgemein

Wie mittlerweile auch in Deutschland schon von den Amerikanern gelernt, ist in den USA jeden Tag Schlussverkauf (sale). Glaubt man der Werbung, kann man nur sparen, wenn man etwas kauft, und man spart mehr, je mehr man kauft. Aber diese Werbung ist ja in Deutschland mittlerweile auch schon bekannt. Buy 3 and pay 2 ist ein beliebter Köder, kaufe 3 Teile und bezahle nur 2. - Sie sollte sich fragen, ob sie für 3 Teile wirklich Verwendung haben; wenn ja schauen sie im Laden nebenan, ob er die 3 Teile etwa nicht noch billiger anbietet.

Die Werbung in Deutschland ist simpler und durchschaubarer als die Werbung in den USA. Allerdings hält die US Werbung noch weniger was sie verspricht. Überall wird dem Kunden suggeriert, dass nur er im Vordergrund stünde und dass alles unternommen wird, als oberstes Gebot Kunden zufrieden zu stellen. Leider gilt das nur vordergründig. Oft geht man genauso enttäuscht aus dem Laden wie in Deutschland.

In den sogenannten Factory Outlets kann man direkt Fabrikware beziehen. Aber auch hier muss man aufpassen, dass man nicht über den Tisch gezogen wird. Oft wird B-Lager Ware, also Ware mit kleinen Webfehlern billig angeboten. Auf die Auszeichnung oder auf Hinweisschilder achten! Vielfach sind die kleinen Fehler gar nicht zu sehen, dann kann man natürlich zugreifen. Aber nicht zu viel. Der deutsche Zoll wartet auf Leute, die für mehr als 430 EUR (Flug- und Seereisen) eingekauft haben. Das muss dann teuer bezahlt werden.
Factory Outlets findet man i.d.R. vor den Toren von Städten an vielbefahrenen Straßen.

Ihre Kinder werden es Ihnen danken, wenn sie einen Disney Store aufsuchen. Hier gibt es alles, was mit Walt Disney in Zusammenhang gebracht werden kann.
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Dienstleistung

Die Amerikaner tun alles, um an das Geld anderer zu kommen, das versuchen sie mit der noch so simpelsten Dienstleistung. Aber, obwohl es immer nur ums Geld geht, erlebt man Tag für Tag eine Freundlichkeit und Offenheit im täglichen Umgang mit Personal in Geschäften und Restaurants und eigentlich überall. Ein paar positive Beispiele:
  1. Lange Schlangen an Kassen der Supermärkte? Gab es früher nicht, und wenn, dann wurde auch noch die 97ste Kasse besetzt. Das hat sich seit den Wirtschaftskrisen etwas verschlechtert.
  2. Aldi-Zustände sind hier unbekannt. Erreicht man die Kassiererin, wird man erst einmal freundlich begrüßt. Wenn nicht viel los ist, gibt's auch ein kleines Schwätzchen, auch, wenn man sich gar nicht kennt. Die Artikel wandern genauso flink über den Scanner wie bei Aldi, nur, einpacken braucht (darf) man nicht. Dafür gibt's die Einpacker. Und wenn gewünscht, tragen die auch noch die Pakete und Tüten zum Auto bis hinein in den Kofferraum. Kostenlos! Trinkgelder sind ausdrücklich verboten. Man darf den Einpacker aber stoppen, wenn er ein schon in Plastik eingeschweißtes Wasser-Six-Pack auch noch in eine Plastiktüte stecken will.
  3. In Restaurantketten mit Essenausgabe gibt es eine Klingel, wenn man sein Tablett nicht selbst zum Tisch tragen will, natürlich kostenlos.
  4. In den Restaurants kommt die Bedienung mindestens zwei Mal an den Tisch um zu fragen, ob alles in Ordnung sei und ob sie noch etwas bringen darf. Warum sie allerdings oft dann kam, wenn wir den Mund gerade voll hatten, weiß ich nicht. Oft hatten wir auch schon die Rechnung auf dem Tisch, obwohl wir noch gerne was bestellt hätten. Je aufmerksamer der Service, umso höher wird das Trinkgeld erwartet. Schlechten Service gibt es zwar nicht, aber wenn doch, fällt das Trinkgeld geringer aus. Kein Trinkgeld, das gibt es nicht. Und wenn man dann beim Verlassen der Lokalität gefragt wird: "Sir, was everything all right?" hat man mit Sicherheit das Tip (Trinkgeld) vergessen!

Wo viel Sonne ist, ist auch viel Schatten, nämlich dort, wo es nur Arbeit und nichts extra zu verdienen gibt. Zum Beispiel einer unserer Hausvermieter. Bei der Einmietung war er die Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit in Person, bis er das Geld im Voraus in der Tasche hatte. Nach 2 Tagen war die Toilette verstopft. Am Telefon war die Sekretärin, die bei wiederholten Anrufen immer freundlich so tat, als riefen wir das erste Mal an. Als wir selbst vorstellig wurden, versprach die Sekretärin, wieder sehr freundlich, uns zu helfen, aber es passierte nichts. Nach zwei weiteren Tagen verstopftem Klo bei 5 Personen stand ich beim Vermieter solange auf der Matte, bis er aus seinem Versteck kam. Nach vier Tagen kam er endlich mit tausend Entschuldigungen.
In einem anderen Haus erlebten wir das gleiche Spiel, als das Telefon tot war und der Fernseher nicht mehr lief. Als Entschuldigung kam dann auch hier: Oh, das haben wir gar nicht gewusst, dass sie ein Problem haben. Die Scheinheiligkeit stand allen im Gesicht geschrieben.
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Auto und Verkehr

Mietwagen

Die Mietwagenstation ist die rental station oder car rental. Und nicht vergessen: Man muss eine normale Kreditkarte haben, eine PrePaid oder Guthabenkarte wird nicht akzeptiert. Ohne Kreditkarte gibt es kein Auto.
Nachdem ich nach unserem Floridaurlaub in 2014 meinen eigenen Reisebericht gelesen hatte, fiel mir auf, wie schnell doch die Zeit vergeht und was sich alles in den letzten Jahren verändert hat. Deshalb ist er jetzt stark überarbeitet.

Der Mietwagen sollte zwar immer noch von Deutschland aus angemietet werden, aber ob es im Reisebüro immer noch das günstigste Angebot gibt? Das Internet bietet heute vielfältigere Möglichkeiten als noch vor 10 Jahren. Damit ist es nicht leichter geworden. Grundsätzlich sind Vergleiche zwischen Reiseveranstaltern und Mietwagenfirmen zu unterscheiden. Man muss in Ruhe vergleichen und sich für das beste Angebot entscheiden. Einen Tipp habe ich nicht, denn nichts ist so vergänglich wie das Schnäppchenangebot von heute Morgen. Immer noch aktuell ist allerdings darauf zu achten, ausreichend inklusiven Versicherungsschutz zu buchen, den man vor Ort sonst teuer hinzukaufen müsste; denn hat man einen Unfall mit einem der vielen nicht versicherten Amerikaner, kann es ohne diesen Schutz sehr teuer werden. Das soll aber nicht heißen, dass man alle angebotenen Versicherungen braucht.
Bei der Anmietung über einen Reiseveranstalter sollte man sich im Klaren darüber sein, welcher Autovermieter dahinter steht. Denn damit entscheidet man sich auch für eine bestimmte Mautabrechnung für Mautstraßen, wie im nächsten Abschnitt dargestellt.

Nicht nur bei "Thrifty und Dollar" sondern bei "Alamo" muss man auch mit sehr langen Warteschlangen rechnen. Bei "National" ist es eher leer, aber dafür teuer. "Hertz" Warteschlangen sind nicht ganz so lang. Hat man sich vorher mit einer Goldkarte versorgt, so dauert es keine 5 Minuten, um an einem extra Schalter sein Auto zu übernehmen. Diesen Tipp für unsere Anmietung in Miami 2014 hatte ich aus irgendeinem Forum.

Die großen Straßenkreuzer sind von den Straßen genauso verschwunden wie die Kombis oder Variant. Pickup's und SUVs bestimmen das Straßenbild. Mietet man sich zu normalen Preisen einen Intermediate oder Fullsize, bekommt man eine Wagenklasse vergleichbar einer Passat-Limousine. Reicht völlig. Kofferraum ist reichlich. Ein kleiner Nachteil mag sein, dass vor einem immer ein SUV - die sind größer als die in Deutschland fahrenden- oder ein Pickup die Sicht nimmt.

Wenn Sie in der Mietwagenstation in den USA Ihren Mietwagen-Voucher vorlegen, werden Sie immer noch von den geschäftstüchtigen Mitarbeitern darauf aufmerksam gemacht, dass es für nur wenige Dollars am Tag sogenannte Upgrades gibt, die Sie unbedingt brauchen: Sei es einen größeren Kofferraum, eine bessere Versicherung oder ein Navigationssystem. Seien Sie gewiss, Sie brauchen es nicht! Sollten Sie trotzdem Schwäche zeigen, wird es Ihnen gerne verkauft. Doch rechnen Sie zum Beispiel mal mit: Irgendein Extra soll nur 5$ am Tag mehr kosten: bei 14 Tagen macht das 70$, Steuern von im Schnitt ca. 10% drauf, macht 77$!

Im Übrigen seien sie froh und dankbar, dass die max. Geschwindigkeit auf 70 mp/h (ca. 112 km/h) begrenzt ist. Amerikanische Autos lassen sich mittlerweile zwar ab 80 mp/h (ca. 130 Km/h) in der Spur halten. Aber die fahren dort bei jeder Geschwindigkeit Stoßstange an Stoßstange, dass einem manchmal schlecht werden kann.
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Wohnmobil

2009 mieteten wir erstmals ein Motorhome (C25) in den USA, bei El Monte in Dublin an, einem Vorort von San Francisco. Wie telefonisch 2 Tage zuvor vereinbart, wurden wir an unserem Hotel, dem Holiday Inn Golden Gateway gegen 10 Uhr morgens abgeholt. Die Fahrt zur Vermieterstation dauerte gut 1 Stunde. Weil es unser erstes Wohnmobil in den USA war, mussten wir uns einen Einführungsfilm über die Handhabung der Wohnmobiltechnik ansehen. Wir kannten ihn schon aus dem Internet von der El Monte Webseite. Ein Deutschamerikaner paukte uns wie in einer Werbeverkaufsshow ohne Punkt und Komma und ohne Luftholen die Handhabung des Fahrzeugs ein, wenigstens in deutscher Sprache. Anschließend erfolgte die Einweisung am Wagen selbst von einer netten Angestellten, sie sprach gutes Englisch und vor allem langsam.

In den USA muss jede Kleinigkeit extra für teures Geld hinzugemietet werden. Einen Einwegzuschlag, pro Person! Das Convenient Kit (persönlicher Bequemlichkeitsinstallationssatz) welches u.a. beinhaltet Decken, Kissen, Geschirrtücher, Teller, Gläser Kaffeetasse, Besteck und das Personal Kit, das u.a. Bratpfanne, Wasser-Krug, Sieb, Dosenöffner; Besen, Mopp, Kleiderbügel beinhaltet. Beide Sets waren unvollständig und unerfahren wir waren, merkten wir das erst viel zu spät. Man sollte direkt vor Ort nachzählen, ob alles vollständig ist. Eine Liste ist dem Handbuch zu entnehmen. Nur kann der Umfang der Ausrüstung von Station zu Station unterschiedlich sein. Nur die Kosten, die sind überall gleich hoch. Auf die teure Anmietung eines Toasters verzichteten wir, obwohl er gerade in den USA hilft, das Gummibrot bzw. den Gummitoast etwas bissfester zu machen.

Es wird empfohlen, die Kits beim Vermieter der Wohnmobile anzumieten, da sie Schränke für die Geschirrmaße dafür ausgelegt seien. Das stimmte bei unserem Wohnmobil so nicht. Die Schränke hatten keine Einsätze und deshalb rutschte und klapperte das Plastikgeschirr bei jeder Fahrzeugbewegung.
Unser Kleinlaster fuhr mit Normalbenzin und brauchte immerhin 33 Liter Benzin auf 100 Km. Beim Fahren rappelte das gesamte Geschirr zu Western und Country-Klängen aus dem Autoradio, dass wir ordentlich aufdrehen mussten, um auch den 6,8 Liter Motor als Geräuschquelle zu übertönen. Da wir nicht für eine Extra Gebühr einen max. 2 Jahre alten Wagen bestellt hatten, hatte unser schon über 92 Tausend Meilen (ca. 150 Tausend Kilometer) auf dem Tacho. Dementsprechend verwohnt war der Innenbereich.

Die Rückgabe des Wohnmobils morgens gegen 10 Uhr in Las Vegas gestaltete sich anfangs entspannt und locker. Billige Tankstellen sind von Las Vegas Downtown kommend reichlich vorhanden. Die Angestellte sprach gut Deutsch, prüfte den Benzinstand und die Generatorlaufleistung - und das war's auch schon. Weil wir in der Nebensaison hier auftauchten, war kein Shuttle zum Flughafen verfügbar und musste erst angefordert werden. So kamen wir erst nach über 2 Stunden Wartezeit zum Flughafen.
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Maut (Toll)

Die Anmietung eines Autos im Internet ist im Prinzip kein Problem, doch hat sich die Berechnung und Zahlung der Mautgebühr (Toll) zu einem Problem ausgewachsen. Seit einigen Jahren werden wohl die Cash-Lanes, wo man die passenden Münzen in einen Korb werfen konnte und Cash-Häuschen für Wechselgeld, abgebaut oder sind teilweise schon ganz verschwunden. Aber wo überall? Natürlich kann man den Highway vor einer Zollstation verlassen, das ist gut ausgeschildert. Aber was ist, wenn man dann irgendwo landet und nicht weiß wie man weiterfahren muss? Na klar, man hat ein Navi. Vielleicht, wenn man sich sein eigenes mit einer US-Karte von Zuhause mitgebracht hat. Das Anmieten eines Navis vor Ort oder schon in Deutschland ist teurer, als es sich bei Walmart selbst zu kaufen. Doch wenn man in Miami gelandet ist, und man will zur I95, steht man gleich auf der SR 112 (Airport Expressway) vor dem Mautproblem.

In Florida zum Beispiel bieten die Autovermieter alle eine automatische Mautabrechnung an. Die gängigsten Systeme heißen SunPass oder Toll-By-Plate. Die Autos verfügen alle über einen Transponder oder ähnliches. Damit ausgerüstet kann man die entsprechenden Express-Lanes an den Zollstationen benutzen. Ich will jetzt keine Werbung machen für einen Vermieter, aber mal die unterschiedlichen Bezahlungsmodalitäten darstellen. Bei Hertz zum Beispiel beginnt die Mietberechnung erst, wenn man das erste Mal eine Toll-Station durchfährt. Die jeweils anfallende Maut wird dann automatisch über den Transponderanbieter von der Kreditkarte abgebucht und ist gedeckelt. Praktisch eigentlich. Eine Ausnahme ist allerdings “Thrifty und Dollar“. Die bieten eine teure Flatrate an, ob man Toll-Stations passiert oder nicht. Lohnt sich deshalb nur für Leute, die jeden Tag Mautstrecken befahren. Wer keine Flatrate will muss sog. Ausschluss-Passagen im Vertrag unterschreiben; denn wer eine Non-Cash-Spur ohne Bezahlung durchfährt, für den wird es sehr teuer - man wird immer fotografiert und später über den Vermieter über die Kreditkarte zur Kasse gebeten.
Je goldiger die Kreditkarte und exklusiver das Auto und die Anmietstation, je inklusiver ist der Transponder. Die meisten großen Vermieter haben den Transponder von SunPass im Programm. Damit passierten wir problemlos auf der linken Spur alle automatischen Kontrollen.

Was ich den Mietwagenanbietern bei ihren Internetangeboten mal ans Herz legen möchte, ist, weist doch mal klarer auf dieses Mautproblem hin. Macht doch mal deutlich, ob und wie man bei der Anmietung den SunPass oder Toll-By-Plate oder sonst was mitbezahlt oder nicht. Und was das für Konsequenzen hätte, Mautstraßen ohne zu bezahlen zu befahren. Auf manchen Strecken wird nur noch elektronisch abgebucht, den Hinweisschildern dafür wird man in dem dichten Verkehr manchmal gar nicht schnell genug gewahr.
Und es ist nervig, wenn man die schludrig amerikanisch sprechenden Autovermietermitarbeiter nicht gleich versteht, was sie eigentlich von einem wollen.
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Benzin und Tanken

Das Benzin heißt gas oder auch gasoline, das bekommt man an der Tankstelle, der gas station. Den Benzinverbrauch von 20 Litern auf 100 km findet man nur noch bei Oldtimern oder Wohnmobilen. Aber auch wenn der Wagen 13 Liter auf 100 Km schlucken sollte, was soll's! Benzin war mal spottbillig, jetzt ist es leider nur noch billig!
  1. 1998 bezahlten wir ca. 1,20$ die Gallone
  2. 2003 waren es schon 1,75$
  3. 2005 bereits 2,15$
  4. 2009 zahlten wir 1,99$ - 2,20$
  5. 2014 kostete es 3,40$ - 3,79$
... das macht trotzdem nur ca. 57 Euro Cent je Liter; die Schmerzgrenze ist ja im Laufe der Jahre gestiegen. Tankstellen gibt es an jeder Ecke, aber auch mit großen Preisunterschieden, sogar bei gleichen Mineralölfirmen. Also Augen auf, solange der Tank noch voll ist. Über aktuelle Benzinpreise in den USA, die, wie gesagt, regional sehr unterschiedlich sein können, schauen Sie unter www.gasbuddy.com nach. An den USA-Tankstellen erhält man nicht Liter, sondern Gallonen. Umrechnungshinweise bei mir weiter unten auf dieser Seite unter Maße und Gewichte.

Bei jedem unserer Aufenthalte hat sich die Vorgehensweise beim Tanken geändert. Mittlerweile hat sich das wohl vereinheitlicht, Gott sei Dank. Das bezahlen direkt an der Zapfsäule mit Kreditkarte (pay at the pump) hat bei uns zumindest nie funktioniert. Kreditkarten akzeptieren die Tankautomaten in 2009 zumindest in Kalifornien und Nevada nicht mehr, die nahmen nur lokale Tankkarten. Seit der Benzinpreis zwischenzeitlich mal bei über 4$/Gallon lag, muss man vorher bezahlen. Und das geht so:
  1. Wenn Cash Machines neben den Tanksäulen stehen, Säulennummer eintippen, $-Scheine einzahlen (oder Karte eingeben - aber erst schauen, was sie für Karten akzeptiert). Tanken bis der Betrag erreicht ist. Ist der Tank voll und der Betrag nicht ausgeschöpft, muss man in den Laden gehen, und sich den Rest wiedergeben lassen. Ist der Tank noch nicht voll, muss man den Tankvorgang beenden und neu anfangen.
  2. Stehen keine Cash Machines an den Säulen muss sich die Säulennummer merken, in den Laden gehen, die Säule für einen festen Betrag freischalten lassen in dem man Bares auf den Tisch legt oder die Kreditkarte über einen bestimmten Betrag belastet. Dann tanken, wieder rein in den Laden, um den tatsächlichen Betrag von der Kreditkarte abbuchen oder sich das Bargeld auszahlen zu lassen oder weiteres Geld zu hinterlegen, weil der Tank noch nicht voll ist.
  3. Ist man freigeschaltet, muss man oft einen Button an der Säule für die Benzinsorte drücken. Wir haben immer Regular getankt.
  4. Hin und wieder gibt es Tankstellen, an denen man bedient wird (dann ist das Benzin wesentlich teurer).
  5. Tankstellen, die keine Kreditkarten akzeptieren, bieten das Benzin billiger gegen Cash an.
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Verkehr & Navi

In den Staaten war früher mal das Autofahren die reine Erholung. Rauf auf die Interstate, auf 65 Meilen/Stunde beschleunigen, Tempomat einschalten und am Ziel bremsen und entspannt aussteigen. Nur das lästige Lenken, das musste man noch selbst machen. Diese Aussage muss ich seit unseren Besuchen in 2003 und 2005 etwas und seit 2009 und 2014 erheblich revidieren. Geschwindigkeitsbeschränkungen werden im Schnitt um 10-15 mp/h überschritten, die Raserei und Rücksichtslosigkeit hat Einzug gehalten und der Verkehr ist dichter geworden. Es ist in den Großstädten schlimmer als in Deutschland, und das will was heißen. Man sollte rechtzeitig größere Lücken ausnutzen um auf die richtige Spur zu wechseln, wenn man bald abbiegen will. Freiwillig wird man nicht mehr reingelassen, man muss sich den Platz nehmen. Oft wird aber die Lücke absichtlich zugefahren und man wird teilweise mit Fäusten bedroht; eine Waffe hat bisher noch niemand gezogen. Wenigstens fahren die LKWs nicht schneller als 65-70 mph.
Die Straßen, zumindest in Kalifornien waren 2009 grottenschlecht, mit Rissen und tiefen Schlaglöchern übersäht. In Florida 2014 waren die Straßen in Ordnung.

In den Ballungsräumen und zur rush hour geht es schlimmer zu, als in Deutschland. Da der Normalamerikaner nicht Autofahren kann, muss man höllisch aufpassen, dass man bei 75-80 Meilen/Stunde, Stoßstange an Stoßstange fahrend, sich auf der richtigen Spur befindend, an der richtigen Ausfahrt nicht vorbei fährt. Wenn doch, hat man entweder einen guten Orientierungssinn, ein aktuelles Navi im Wagen, oder einfach nur Glück.

Fahren sie bei mehrspurigen Straßen nur auf der rechten Spur, wenn sie bald rechts abbiegen wollen; rechte Spuren führen oft nicht geradeaus weiter, das gilt für Highways genauso wie für innerstädtische Straßen. Suchen sie immer die mittlere Fahrbahn. Anders als in Deutschland gilt hier kein Rechtsfahrgebot. Gewöhnen Sie sich daran, dass sie rechts überholt werden, auch wenn sie schon schneller als erlaubt fahren.

Rechnen Sie immer damit, auf Interstates und anderen mehrspurigen Autobahnen von der linken Spur nach links abbiegen zu müssen, auch, wenn die Autobahn später nach rechts weitergeht; Also immer schön in der Mitte fahren, um sich alle Optionen offen zu halten. Das Navi sagt dann oft: "Halten Sie sich links und fahren sie auf der rechten Spur". Rechts überholen ist geduldet und erlaubt, so lange es nicht ausdrücklich verboten ist. Wundern Sie sich nicht wenn sie von Trucks überholt werden, dann fahren sie zu langsam. Fährt ein Truck schneller als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, dann ist kein Sheriff und keine Radarkontrolle in der Nähe.

An der roten Ampel rechts abbiegen ist erlaubt, solange es nicht durch Schilder mit dem Text No turn on red oder ähnlich verboten ist.
Hinweisschilder und Straßenschilder hängen immer in der Mitte der Kreuzung, nicht vor der Kreuzung. Das Straßenschild bezeichnet den Namen der Querstraße, nicht die, auf der sie fahren, das Hinweisschild am rechten Straßenrand gilt für die Straße auf der sie fahren. Alles klar?

Ausschilderungen sind in der Regel sehr gut. In Städten stehen Hinweisschilder oft erst an der Straßenteilung, also viel zu spät; oder sie stehen nur am Ortseingang, dann weiß man, dass man richtig ist. Nur wie es dann im Ort weiter geht, wo sich die Straßen teilen ....., oft ist indianisches Fährtenlesen vonnöten.
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Navigationsgerät

Mit einem Navigationsgerät im Auto spart man Zeit und Nerven. Wenn man sich nicht auskennt, führt es einen meist auf der richtigen von Spur zum Ziel. Und die Highways haben viele Spuren. Zum anderen verfügt es über viele Points of Interests, sodass man ohne Umwege zum Ziel geleitet wird. Das Problem ist allerdings, ein Leihwagen, dass mit einem mit Navigationsgerät ausgestattet ist, lassen sich die Vermieter sehr teuer bezahlen.
Es gibt Alternativen, denn GPS ist schließlich ein amerikanisches System. Ich habe z.B. meinem Tomtom in Deutschland vor dem Urlaub eine US-Karte für 40 Euro spendiert - ausreichend Speicherplatz oder ein zusätzliche Micro-SD Kartenslot im Navi ist Voraussetzung. So konnte ich in Deutschland noch die Route vom Flughafen bis zum Hotel als Favorit abspeichern. Vor Ort führte mich das Navi sicher durch das Straßengewirr von Miami. Die Stromversorgung im Auto ist über den Zigarettenanzünder, wie bei uns auch, sichergestellt.
In Foren oder anderen Reiseberichten las ich davon, dass man sich bei Walmart für 50 Dollar in den USA ein Navi besorgen kann. Das könnte man evtl. später wieder verticken, oder man hat für die nächste Reise vorgesorgt.
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Sonstiges

Amerikanische Sprache

Amerikaner verschlucken gern die Anfangs- und Endsilben von Wörtern; das macht das Verstehen manchmal schwierig.
djuontnigel, orisatal? Verstehen Sie nicht? Habe ich anfangs auch nicht verstanden. Diese Frage hören Sie nicht nur bei McDonalds, nachdem Sie ihre Bestellung aufgegeben haben und bedeutet: Do you want anything else, or is that all? - Möchten Sie noch etwas anderes oder ist das alles.
Supersalad?
werden sie bei der Bestellung in Restaurants gefragt und bedeutet nichts weiter als die Frage nach der Vorspeise: Soup or Salad.
Djuhavetwoone? Do you have two one? können sie an der Kasse gefragt werden, nämlich, ob sie zwei ein Dollar Scheine haben.

Denken Sie nicht, ich hätte bei den Fragen die Leerzeichen vergessen oder mich verschrieben. Nein! Warum sollen die Amerikaner sich die Mühe machen klar und deutlich zu sprechen, wenn es auch schneller geht.

Alltägliche Begriffe

  1. Token Ist ein Chip, den man für Geld erwirbt, um irgendwo hinein zu kommen
  2. deli = Metzger (der Begriff butcher existiert für spezialisierte Fleischerläden, die man nicht viel findet. deli ist der häufigere Begriff, wenn Sie z.B. auf der Suche nach Wurst, Käse sind.)
  3. restroom oder men's room bzw. lady's room = Toilette. Vornehmer ausgedrückt werden Sie auch das Wort bathroom hören. Restroom ist aber am gebräuchlichsten ... wenn Sie die entsprechende Ausschilderung finden. Das war mal. Als wenn die Amis meine Webseite gelesen hätten, mittlerweile sind die Restrooms mit großen Schildern sehr gut zu sehen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass die Toilettentüren so breite Spalten haben, dass man von oben, unten und den Seiten bequem hineinschauen kann.
  4. ATM = Geldautomat
  5. holiday = Feiertag
  6. vacation = Urlaub
  7. cellular phone oder kurz: cell phone = Mobiltelefon. Den Begriff Handy kennt hier niemand, das ist eine neudeutsche Erfindung.
  8. vacancy = Zimmer frei. Fragen Sie nicht nach einem free room, das wäre ein kostenloses Zimmer und das bekämen sie in Deutschland auch nicht.
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Maße, Gewichte, Temperaturen

  1. Das Benzin wird pro Gallon verkauft. 1 Gallon = 3,785 Liter. Ein Benzintank eines Mittelklassewagens fasst ca. 18 Gallons, was also ca. 68 Litern entspricht.
  2. Die Entfernungen werden in Miles berechnet. 1 Mile = 1,609 Km. Auf den Highways sind meist 65-70 Miles/hour erlaubt, was also 104-113 Km/Stunde entspricht.
  3. Wollen Sie ein Pfund Kaffee kaufen, dann sind das nicht etwa 500 g sondern 1 Pound = 454 g. Wollen sie 100 g Käse kaufen dann entspricht das ungefähr 3,5 oz. 1 oz (1 ounce) entspricht 28,35 Gramm.
  4. Wenn Sie den Wetterbericht verfolgen ist bei der Temperatur immer die Rede von Grad Fahrenheit. Deshalb weiß man nie, ob T-Shirt oder Jackenwetter angesagt ist. Deshalb ist eine Umrechnung immer hilfreich. Wer es genau umrechnen möchte, rechnet
    von Fahrenheit nach Celsius: °C=(°F-32)*5/9
    von Celsius nach Fahrenheit: °F=°C*1,8+32
  5. Folgende Tabelle gibt auf/abgerundete Umrechnungswerte von Fahrenheit nach Celsius:
     °F °C   °F °C   °F °C   °F°C
     32    0   50  10   70  21   90  32 
     35    2   55  13   75  24   95  35 
     40    4   60  16   80  27  100  38 
     45    7   65  18   85  29  105  41 
  6. Zusammenfassung der gängigsten Umrechnungswerte. Allerdings verzichte ich hier auf die Maßeinheit cup. Wieviel Gramm 1 cup sind hängt davon ab, was man abmessen möchte. In amerikanischen Läden findet man Messbecher oder man sucht sich die Umrechnung im Internet. Sonst gelten:
    1 foot =  12 inches = 30,5 cm 
    1 yard =  3 feet = 91,5 cm 
    1 mile =  1,609 km 
    1 ounce =  16 drams = 28,35 g 
    1 pound =  16 ounces = 453,59 g 
     1 quarter =  12 pounds = 12,70 kg 
    1 pint =  0,47 l 
    1 quart =  2 pints = 0,95 l 
    1 gallon =  8 pints = 3,79 l 
    1 atü =  14 psi 
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Geldumtausch

In den USA muss bekanntlicherweise mit dem US Dollar bezahlt werden. Es gibt für uns vielfältige Möglichkeiten dieses zu tun.
  1. Bezahlen mit Kreditkarte ist relativ günstig und einfach. In den USA kann man jede Coladose damit bezahlen. Gebühren fallen nur für den Auslandseinsatz an, wenn die Kreditkartenanbieter den bezahlten Betrag zum jeweils aktuellen Börsenkurs in Euro umrechnet. Die Kreditkartenjahresgebühr ist natürlich auch ein Faktor. Die Angst vor Kreditkartenmißbrauch fährt immer mit.
  2. Umtausch Euros - Dollars in Deutschland geschieht zum aktuellen Geldkurs bei einer Bank und ist teuer. Es wird der Geldkurs berechnet und der ist wesentlich schlechter als der Börsenkurs. Aber ein paar Dollar sollt man in der Tasche haben. Kleine Scheine! Darauf bestehen, dass man 1er, 10er höchstens 20ger Noten bekommt. Bezahlt man in den USA mit einer 50 Dollarnote, ist man verdächtig.
  3. Umtausch Euros - Dollars in der Wechselstube in den USA ist mindestens genauso teuer wie in Deutschland.
  4. Dollars aus dem Geldautomaten (ATM) in den USA kostet eine Fremdgebühr bei der amerikanischen Bank und eine Umtauschgebühr bei der eigenen Bank. Rechnet man beides auf den Kurs um, ist der Umtausch günstiger als der Bargeldumtausch, aber teurer als die Kreditkarte.

Telefonieren

Fragen Sie keinen Amerikaner, ob er Ihnen mal sein Handy leihen kann. Er wird Sie verständnislos ansehen. Handy ist neudeutsch und im englischen Sprachraum unbekannt, hier heißt das Ding mobile oder auch cell phone.
Sie benötigen auf dem amerikanischen Kontinent ein sog. Tri Band Handy. Ist Ihr mobile nur ein Dual Band Handy/Smartphone können Sie aus den USA nicht nach Hause telefonieren. Es muss mindestens ein Tri Band oder Quad Band Handy/Smartphone sein. Über das Roaming ist das Telefonieren und SMSn kein Problem. Aber vorher die Preise seines Anbieters prüfen, denn das Telefonieren kann u.U. ganz schön teuer werden.

Telefonieren im Hotel ist dagegen sündhaft teuer. Telefonkarte (Calling card) war wohl früher, gibt es aber heute auch noch. Egal ob von einer amerikanischen Gesellschaft - z.B. AT&T - oder in Deutschland gekauft - z.B. die T-Card von der Telekom, erhalten sie sog. pre-paid Karten. Die zahlen Sie im Voraus; und weil sie nie wissen, wann die leer ist, brauchen sie zwei Karten. Nur, die zweite Karte brauchen sie fast nie, es sei denn, sie wollen Ihre Lieben zu Hause jeden Tag auf den Wecker fallen, zahlen sie so viel im Voraus, da können sie gleich im Hotel ohne Karte telefonieren.

Beachten Sie bitte auch die Zeitverschiebung, wenn sie ihre Lieben zu Hause schon jeden Tag zweimal anrufen müssen, wenn geht nicht beim Abendessen um 9 Uhr abends - denn dann ist es in Deutschland schon 3 Uhr Nachts.
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Fernsehen

Nachrichtensendungen in den USA laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Zuerst kommen ausführliche Nachrichten aus dem County - vergleichbar unserem Landkreis - in dem man sich befindet. Dann folgen Nachrichten des eigenen Staates, z.B. Florida und ein wenig allgemeine Nachrichten aus den USA. Das Weltgeschehen findet nur am Rande statt, und nur, wenn es über Amerikafeindlichkeit, Katastrophen oder ähnliches zu berichten gibt. Die so freien Menschen in den USA sind zu bedauern: Sie kennen und wissen kaum etwas vom Rest der Welt, und das ist auch nur reduziert auf Katastrophen und Sensationen. Das gilt für alle Sender, auch für CNN. Gerade bei diesem Sender gewinnt man den Eindruck, die Reporter haben alle das Parteibuch der gerade amtierenden Regierung. Zurzeit des Irak-Krieges zum Beispiel gabt es neben den USA in der Welt nur noch den Irak, in den Ihre heldenhaften Soldaten die amerikanische Demokratie hineintrugen. Heute weiß man, was es wert gewesen ist.

Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen, dass Hurrikan Bertha im Sommer 1996 von Cuba auf Florida zudriftete. In Deutschland würde man neuerdings deswegen auch mit Sondersendungen und Specials zugeschüttet, das ist aber noch harmlos gegen die US-Berichterstattung, als der Hurrikan weit weg mitten auf dem Atlantik auftauchte. Mit stundenlangen Sondersendungen Hurricane Watch auf allen Kanälen hätten sie am liebsten den Hurrikan herbeigeredet. Als er an Florida in angemessener Entfernung vorbeirauschte - Gott sei Dank, denn die realen Vorsichtsmaßnahmen der Bevölkerung und der Hotelleitung machte einem doch ein bedrückendes Gefühl - verspürte man eine tiefe Enttäuschung in den Fernsehkanälen. Jede seine Bewegung wurde analysiert, interpretiert, bei Experten hinterfragt, Statistiken erstellt und verworfen, er wurde regelgerecht seziert. Stunde um Stunde Tag für Tag. Zuschauer wurden interviewt, es wurden frühere Stürme und deren Auswirkungen gezeigt, alte Interviews eingeblendet, und natürlich konnten die Zuschauer sich telefonisch melden und Fragen stellen. Die wichtigste Frage der Fernsehzuschauer war übrigens: Was mache ich mit meiner Satellitenschüssel wenn der Sturm losbricht.
Dieser Penetrantismus wiederholte sich bei einem Urlaub in Florida 1998, als es dort viele Waldbrände gab und die Fire Fighter unter dem Titel Florida In Flames zu Helden der Nation wurden. Als vor Miami im Heck eines Kreuzfahrtschiffes ein kleiner Brand ausbrach, waren die Kameras unter dem Titel Battling the Flames hautnah dabei und es wurde noch zwei Tage später dramatisch darüber berichtet. Menschen kamen dabei nicht zu schaden.

Nun, und als wir im Mai (keine Hurricane Saison) in Florida verweilten, wurden wir in Ermangelung von Hurricanes unablässig mit Storm Stories auf die nahende Hurricane Saison vorbereitet.
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Nie vergessen

Woran erkennt man Deutsche in den USA? Sie drängeln sich vor, anstatt sich in die Schlange zu stellen, sie bezahlen ihre Rechnung ohne Trinkgeld. Männer, die schwarze Socken in Sandalen und käseweiße Beine in schwarzen Shorts oder Badehosen und keine Badeshorts tragen, Frauen, die nicht im Rock mit Sportschuhen laufen oder keine Rüschen an ihrem Bikini/Badeanzug haben.

Woran erkennen Sie Amerikaner? Sie telefonieren immer und überall, sogar auf dem stillen Örtchen, früher mit ihrem Handy, jetzt mit dem Smart Phone. Das tun Deutsche zwar auch, aber die Amis halten in der anderen Hand noch ihren Kaffeebecher oder die Wasserflasche!

Schlange stehen

Schulkinder beim Einsteigen in den Schulbus tun es, genauso wie Jugendliche, oder Erwachsene an Haltestellen. Wo auch immer einer nach dem anderen bedient wird oder auf etwas wartet, es geht wohltuend ruhig ohne Drängelei zu, niemand ist wichtiger als jemand anders. Die diskrete Zone vor Bank- und Postschaltern hat sich mittlerweile auch in Deutschland durchgesetzt. Reformern in den USA oder England, die das Schlange stehen in Frage stellen, seien nach Deutschland eingeladen, besonders morgens und mittags, wenn die Schüler die Busse stürmen.

Sollten Sie und ihr Partner mal irgendwo stehen bleiben, um sich etwas anzuschauen, wundern sie sich nicht, wenn sich hinter ihnen Amerikaner anstellen, um eine Schlange zu bilden ... .

Im Restaurant

Wait to be seated. (Warten, bis man um Platz geführt wird). Stürmen Sie nie auf einen freien Tisch im Restaurant zu. Warten sie im Vorraum oder im Eingangsbereich, bis man sie zu einem Tisch geleitet. Früher wurden sie gefragt, ob sie smoking or non smoking bevorzugen. Heutzutage herrscht überall Rauchverbot.

Das Trinkgeld (TIP)

Es ist die Besonderheit im Amerikanischen System, Preise ohne TAX (Steuern) und in Restaurants Preise ohne Steuern UND ohne Trinkgeld auszuweisen. 15 bis 20 % ist üblicherweise das Trinkgeld und gehört zum Einkommen der Menschen. Und wenn sie beim Verlassen des Restaurants eindringlich gefragt werden, ob wirklich alles in Ordnung war, dann haben sie es mal wieder vergessen zu bezahlen. Ausnahmen sind die Tankwarte: Werden Sie an der Tankstelle bedient, kostet das entsprechend mehr, der Tankwart bekommt kein Trinkgeld!
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